Montag, 18.11.2019

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Gymnasium Hilpoltstein zeigt Shakespeares "Coriolanus"

Das Stück feiert am Freitag, 11. Oktober, um 19.30 Uhr Premiere - 09.10.2019 10:02 Uhr

Dem römischen Feldherrn Coriolanus hat Shakespeare eine Tragödie gewidmet, die Theatergruppe am Hilpoltsteiner Gymnasium hat den Stoff für heute aufgearbeitet. © Foto: Tobias Tschapka


Doch vor allem der Stolz des Feldherren Cajus Marcius Coriolanus führt dazu, dass der Anführer des römischen Heeres bei den Plebejern in Ungnade fiel und verbannt wird. Deshalb beginnt er mit seinen ehemaligen Feinden, den Volskern, einen gnadenlosen Krieg gegen seine eigene Heimatstadt. Erst auf Bitten seiner Frau Virgilia (Alyssa Menne) und seiner Mutter Volumnia (Annika Möges) schließt er Frieden, wird aber von den enttäuschten Volskern getötet.

Das Stück, das als Shakespeares politischstes Werk gilt, thematisiert die politischen Wirren, in denen sich ein verdienter Soldat ohne diplomatisches Geschick verfängt. Der erst bejubelte Coriolanus weiß die Gunst des Volkes nicht zu nutzen und macht sich die Plebejer immer wieder zum Feind. Die beiden Volkstribunen Sicinius und Brutus (Loredana Theato und Hannah Müller) intrigieren zusätzlich gegen ihn, so wird er kurz vor der Wahl zum Konsul zum Tode verurteilt, dann jedoch nur verbannt. Der tragische Held wird am Schluss zwischen den Fronten zerrieben und bezahlt für seine übertriebene Geradlinigkeit mit dem Leben.

Als Quelle der Sage von Coriolanus gelten die Aufzeichnungen der römischen und griechischen Geschichtsschreiber Titus Livius und Dionysios von Halikarnassos. Shakespeare schrieb seine letzte Tragödie in den Jahren 1607/08, von vielen wird sie als seine gelungenste bezeichnet. Den ursprünglich rund 26 000 Wörter langen Text der deutschen Fassung schrieben die 16 Neunt- und Zehntklässler selbst ab und vereinfachten die Sprache, sodass die Siebt-, Acht- und Neuntklässler, die einen Tag vor der Premiere in den Genuss einer Vorstellung kommen, problemlos folgen können. In einem zweiten Schritt wurde der Text vom Regisseur, dem Englisch- und Geographielehrer Georg Strauß, um etwa die Hälfte gekürzt, ohne die Handlung zu verändern.

Ironisch distanzierte Perspektive

Sieben Achtklässler, die erst seit Beginn des Schuljahres in die Produktion einsteigen konnten, übernehmen kleinere Nebenrollen. In der Bearbeitung werden in zwei kurzen Szenen auch Bezüge zur Gegenwart hergestellt: Zum einen das Lernen für den Geschichtsunterricht, zum anderen ein Besuch im Deutschen Bundestag. Und schließlich kommen, um eine ironisch distanzierte Perspektive einzuflechten, auch die beiden "Alten" aus der Muppet-Show, Waldorf und Statler, zu Wort, für die eine Miniatur-Rahmenhandlung geschrieben wurde.

Unterstützt wurde das 23-köpfige Schauspiel-Ensemble von zehn Schülerinnen und Schülern des Wahlkurses "Bühne und Kostüm" unter der Leitung von Yvonne Jakob und Kerstin Pezolt, auch der Ausschuss "Beleuchtung und Technik" der SMV beteiligt sich an der Theaterproduktion.

Shakespeares "Coriolanus" feiert am Freitag, 11. Oktober, um 19.30 Uhr (Einlass ab 19 Uhr) in der neuen Aula des Gymnasiums Premiere. Am Samstag, 12. Oktober, gibt es zur selben Zeit eine weitere Vorstellung für die Öffentlichkeit. Der Eintritt kostet fünf Euro für Erwachsene, für Schüler drei Euro.

TOBIAS TSCHAPKA E-Mail

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