Montag, 16.12.2019

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Heideck: Wie kommt die neue Treppe ans alte Rathaus?

Ein Modell veranschaulicht das historische Gebäude und die moderne Zutat. - 14.11.2019 06:05 Uhr

Die Frage, wie ein Anbau mit einem barrierefreien Zugang und einem Fluchttreppenhaus an das historische Rathaus von Heideck bewerkstelligt werden kann, beschäftigte die Stadträte in ihrer jüngsten Sitzung. Ein Modell verschaffte einen ersten Überblick. © Foto: Eva Schultheiß


Das Fürther Büro hatte ein Modell des Marktplatzes samt angrenzender Bebauung erstellt, um die räumliche Wirkung und die Blickachsen zu veranschaulichen. Marisia Conn erklärte, dass man sich bemüht habe, Bestandsöffnungen zu nutzen, um möglichst wenig in den mittelalterlichen Bau eingreifen zu müssen. Für einen Anbau griffen die Planer die Häuserflucht auf, so dass die Ostwand der 25 Quadratmeter großen Fläche nicht parallel zum Rathaus verläuft, sondern schräg. Die mittleren, mehr als einen Meter breiten Fenster der Ostwand würden nach unten zu Türen erweitert. Der jeweils anschließende Mittelflur erschließt wie bisher die Büroräume.

Fragen zum Material

Damit der historische Bau weiterhin wahrnehmbar ist, wird eine verglaste, mehr als einen Meter breite Fuge den Anbau vom Bestandsbau optisch trennen, auch aus Respekt vor dem historischen Gebäude. Durch die Fuge führt dann eine Tür zu Aufzug und Treppe. Die Höhe der Sandsteinquader von rund 40 Zentimetern werde man beim Raster der vorgehängten Fassadenverkleidung aufgreifen. Diese soll locker, gewebt oder gewirkt aussehen – wie ein Gewebe mit größeren und kleineren Löchern. Vorne im Osten sehr dicht und nach hinten zur Fuge hin immer offener.

Für die Verkleidung wählten die Planer Steine aus Recycling-Material, das es in allen Formaten und in "allen rötlichen Farbvarianten unseres fränkischen Sandsteins" gibt. Es soll zeigen, dass die moderne Zutat dem Rathaus zugeordnet ist."

Fragen zum Material hatte Helga Peter (CSU), Manfred Ortner (CWG) zur Belichtung. Ihm würde eine Lösung aus Glas gefallen. Dann stellte das Büro Cornelius Tarnai drei Varianten vor und veranschaulichte diese mit Video-Clips. Die Planer wählten für zwei der Möglichkeiten eine Sandstein-Fassade, um Rathaus und Anbau als Einheit wirken zu lassen. Möglichkeit Nummer eins ist ein quadratischer Anbau mit Treppe um den Aufzug herum. Breite Fensterbänder bringen dann viel Licht ins Gebäude anstelle einer geschlossenen Fensterachse.

Eine weitere Möglichkeit sei, die schräge Flucht der Häuser aufzugreifen. Eckig über zwei Fensterachsen sei der Anbau bei Variante Nummer zwei, bei der man direkt von Osten den Anbau betrete und auf einer Seite der Aufzug, auf der anderen die Treppe erreiche. Hier reiche der Anbau nicht so weit in den öffentlichen Raum neben der Straße hinein wie bei Variante eins. Auch hier gibt es breite Lichtbänder und Sandsteinmauern. Eine Möglichkeit sei noch, den Anbau von unten nach oben zu verjüngen und den Stufengiebel oben auch beim Anbau aufzugreifen.

Keine vergleichbaren Projekte

Nach vergleichbaren Projekten erkundigte sich Helga Peter bei Tarnai. Da das Büro erst seit 2016 existiert, könne leider mit größeren abgeschlossenen Projekten noch nicht gedient werden, hieß es.

Bürgermeister Ralf Beyers Fazit: Mögliche Lösungen für Treppe und Aufzug sollten präsentiert werden, aber noch keine konkreten Pläne mit Kosten. Wie gebaut werden kann, müsse erst mit der Gebietsreferentin des Landesamts für Denkmalpflegeabgesprochen werden.

EVA SCHULTHEIß E-Mail

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