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Montag, 16.09.2019

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Hilpoltstein: Dunkelblaue Pumpen werkeln im Keller

Blick hinter die Fassade des Wasserwerks: Viel Technik hinter dem Trinkwasser - 30.08.2019 06:10 Uhr

Ohne die dunkelblau lackierten Hauptpumpen im Keller des Hilpoltsteiner Wasserwerks geht nichts: Sie befördern das fertig aufbereitete Trinkwasser aus dem Wasserwerk in die Stadt und in die Ortsteile. © Foto: Martin Regner


Von einem unscheinbaren Zweckbau am Bosch-Ring aus wird das gesamte Stadtgebiet samt Ortsteilen mit frischem Leitungswasser versorgt. Aus acht städtischen Brunnen führen dicke Leitungen an den Bosch-Ring, wo das Wasser aus den unterschiedlichen Quellen miteinander vermischt wird.

Über die gute Qualität des Hilpoltsteiner Brunnenwassers kommt der Wassermeister Wolfgang Kaiser regelrecht ins Schwärmen: "Wir brauchen kein Chlor, wir brauchen keine UV-Behandlung." Das Rohwasser enthält, so erklärt es Kaiser weiter, nur Eisen- und Manganverbindungen, die mit Hilfe von Sauerstoff, Quarzkies- und Aktivkohlefiltern aus dem Wasser geholt werden.

Es kommt aus der Tiefe

Anschließend wird in Flachbett-Belüftern – von außen sieht man davon nur große, rechteckige Metallkästen – der pH-Wert von einem Ausgangswert von rund 7,2 auf 7,7 bis 7,9 eingestellt. Irgendwelche Probleme mit Antibiotika-Rückständen im Wasser, Mikroplastik oder hormonell wirksamen Überresten der Antibaby-Pille hat Hilpoltstein nicht: "Unser Tiefengrundwasser kommt aus 80 bis 150 Metern Tiefe."

Das fertig aufbereitete Trinkwasser verschwindet zunächst in zwei betonierten Kammern, den sogenannten Pufferspeichern. Hinter dicken Wänden und einem Bullauge als Schauglas ist hier Platz für rund 360 Kubikmeter Wasser. Von hier aus werden die Hochbehälter in der Stadt und in den Ortsteilen befüllt. Wenn alle Ressourcen voll gepumpt sind, verfügt Hilpoltstein über einen Vorrat von stolzen 4000 Kubikmetern. Das sind 400.000 Liter.

Zur Ausstattung des Wasserwerks gehören außerdem mehrere mächtige, dunkelblau lackierte Hauptpumpen, die tief unten im Keller werkeln. Sie befördern das Wasser vom Wasserwerk aus nach Mindorf und in die Hochbehälter in Solar, Tandl und Jahrsdorf.

An heißen Tagen bis 5000 Kubikmeter

An einem durchschnittlichen Tag brauchen die Hilpoltsteiner rund 1000 Kubikmeter Wasser – zum Duschen, Kochen, Trinken, Gartengießen und Wäschewaschen. In den Ortsteilen werden nochmal rund 1200 Kubikmeter am Tag verbraucht. An heißen und trockenen Tagen im Hochsommer kann der Verbrauch jedoch auf bis zu 5000 Kubikmeter insgesamt ansteigen, erklärt Kaiser.

Auch wenn die Temperaturen außen in die Höhe schnellen, behält das Team des Wasserwerks immer einen kühlen Kopf und das liegt nicht nur daran, dass die Technik für gewöhnlich zuverlässig arbeitet: In den Räumen, in denen das Wasser aufbereitet wird, ist es immer angenehm frisch.

Dafür, dass alles reibungslos funktioniert, sorgt auch eine ausgefeilte Überwachungstechnik. Eine Schautafel gleich am Eingang zeigt Kaiser und seinem Team auf einen Blick, ob alles funktioniert. Nicht zuletzt können die Mitarbeiter "ihr" Wasserwerk auch digital von zu Hause aus überwachen. So bleibt auch nachts und am Wochenende alles im Blick. 

MARTIN REGNER E-Mail

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