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Mittwoch, 17.07.2019

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Hilpoltstein: "Mehr Parkplätze haben wir halt nicht"

Zwischen "Wildparkern" und Dauerparkern bleibt nur noch wenig Raum übrig. - 14.06.2019 18:00 Uhr

Parken? Platz für Fußgänger? Die Situation im Zentrum von Hilpoltstein ist zur Zeit vor allem eines: Unübersichtlich. © Harry Rödel


Doch den in der Marktstraße und der Christoph-Sturm-Straße ansässigen Gewerbetreibenden stoßen vor allen Dingen die Dauer- und Wildparker auf, wie Holger Schmitzer erklärt, der in der Marktstraße einen Thai-Imbiss führt. Sogar Anwohner und Angestellte umliegender Betriebe würden den ganzen Tag über Stellplätze blockieren, die eigentlich für Kunden gedacht seien.

Und der Mitarbeiter der Nürnberger Wach- und Schließgesellschaft, die in Hilpoltstein ruhenden und fließenden Verkehr überwacht, schaut diesem Treiben mitunter tatenlos zu, wie Schmitzer berichtet. Mindestens genauso störend für Einzelhandel und Gastronomie seien nach Auskunft Schmitzers die "Wildparker": Autofahrer, die ihre Pkw auf Flächen abstellen, die ausschließlich Fußgängern vorbehalten seien — oder sogar im absoluten Halteverbot. Mitunter stünden Autos auch direkt vor seinem Imbiss. "Das kann und darf nicht sein", empört er sich.

Brötchentaste oder Tiefgarage?

"Wir brauchen gar nicht das Internet, um die Geschäftswelt in der Altstadt zugrunde zu richten. Bei uns erledigt das die miserable Parksituation", schimpft der Gastronom. Ohne Gewerbetreibende werde die Innenstadt in absehbarer Zeit zum Museum. Um dies zu verhindern, fordert er: Kurzzeitparkplätze nach Rother Vorbild (mit "Brötchentaste") sowie ein konsequenteres Vorgehen gegen Dauerparker.

Auch Fritz Bernlocher (Uhren, Schmuck), Jochen Schneider (Foto), Ute Schmid (Bücher) sowie Schneiderin Lydia Gallasch erzürnt das Parkverhalten mancher Zeitgenossen. Uhrmacher Bernlocher berichtet von Autofahrern, die ihre Pkw vor seinem Geschäft stehen lassen und essen gehen. "Die sind zu faul, um einen Parkplatz zu suchen." Zudem würden Kunden reklamieren, dass "man bei Euch keinen Parkplatz bekommt" — wegen der Dauerparker. "Die Situation ist sehr angespannt." Bäckermeister Christoph Brandmeyr, der seine Geschäft in der Christoph-Sturm-Straße hat, zeigt sich fatalistisch. "Mehr Parkplätze haben wir halt nicht." Deshalb fordert er eine Tiefgarage.


"Das Chaos in der Innenstadt wird immer größer"


Bürgermeister Markus Mahl erklärt in aller Deutlichkeit, dass die Parkplätze in der Innenstadt "für Kunden und nicht für Angestellte" da seien. Von einer Aufsplittung der Parkzeiten in zwei Stunden und 20 Minuten hält er nichts. Momentan hätten weder Polizei noch kommunale Parkwächter die Kapazitäten, um Dauer- und Kurzzeitparkplätze regelmäßig zu kontrollieren, so Mahl. 

HARRY RÖDEL E-Mail

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