Dienstag, 25.02.2020

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Hilpoltsteiner Christuskirche zeigt wieder die Zeit an

Zeiger waren nach einem Sturm verbogen und wurden komplett renoviert - 30.09.2019 17:10 Uhr

Drei Handgriffe: Dieter Rainer von der Firma Rauscher in Regensburg montierte am Montagvormittag in luftiger Höhe die Zeiger an der Kirchturmuhr der Christuskirche. © Foto: Micha Schneider


"Darüber sind wir natürlich sehr froh", sagt Uwe Renner, der Vertrauensmann des Kirchenvorstands und Mitglied des Bauausschusses. Mithilfe einer Hebebühne und einem langen Kran wurden sie am Montagmorgen von Dieter Rainer, einem Mitarbeiter der Firma Rauscher in Regensburg, wieder an der evangelischen Kirche angebracht. Die Zeiger wurden komplett neu renoviert und mit Blattgold verziert.


Bericht vom Juli 2019: Die Zeiger müssen in die Werkstatt


"Das hat aber nichts mit Luxus zu tun", sagt Renner. Vielmehr sei das Gold der beste Korrosionsschutz und das Material würde so über viele Jahre nicht oxidieren. "Aber natürlich sieht es auch einfach schön aus", so Renner. Warum die Zeiger verbogen waren und deshalb ausgetauscht werden mussten, ist nach wie vor nicht zu einhundert Prozent geklärt. "Wir gehen aber fest von einem Sturm aus", sagt Renner. Festgestellt habe man den Schaden aber erst später. Irgendwann habe man eben bemerkt, dass die Uhrzeit falsch war.

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Die Versicherung wird den Schaden aber nicht zahlen, weil nicht sicher ist, wie und wann die Zeiger beschädigt wurden, auf die Kirchengemeinde kommen also Kosten zu. "Das ist aber in einem bezahlbaren Rahmen und es ist den Aufwand wert. Wenn es nicht verantwortbar wäre, dann würden wir das auch nicht machen." Damit ein Sturmschaden künftig ausgeschlossen werden kann, wurden die Zeiger nun etwas weiter auseinander gemacht. "Wenn sie im Wind flattern, können sie sich nicht berühren", so Dieter Rainer von der Firma Rauscher.

Zunächst in Papier verpackt

Die Zeiger waren zunächst in Papier eingepackt, um "Fingerschweiß" zu vermeiden, ehe sie mit einem verstellbaren Schraubenschlüssel – die Muttern an Kirchturmuhren sind schließlich oft ziemlich alt – in luftiger Höhe angebracht wurden. Den Hilpoltsteinern ist die Kirchenuhr offenbar ziemlich wichtig. Renner wurde jedenfalls in vergangener Zeit oft darauf angesprochen und gefragt, wann die Zeiger der Kirchturmuhr denn endlich wieder an Ort und Stelle seien. "Ich weiß von Leuten, die jeden Tag vorbeifahren und da hochschauen und dann feststellen, dass die Uhr noch nicht da ist", so Renner.

Ein bisschen kurios sei das schon. Früher habe die Uhr ja tatsächlich noch den ganz praktischen Zweck erfüllt, dass die Menschen wussten, wie viel Uhr es ist. Im Handy-Zeitalter brauche man das eigentlich nicht mehr, so Renner. "So lange alles läuft, braucht keiner eine Kirchturmuhr", formuliert es Renner. Wenn sie weg sei, fehle den Menschen aber trotzdem etwas. Die Kirchturmuhr hat also eher eine emotionale Bedeutung, man könne es auch theologisch sehen. "So eine Kirchturmuhr kann einen auch ermuntern, die Zeit, die man auf Erden ist, sinnvoll zu nutzen", sagt Renner. Jetzt ist sie ja endlich wieder da.

MICHA SCHNEIDER E-Mail

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