14°

Montag, 14.10.2019

|

zum Thema

ICE-Anschläge in Franken: Plante Terrorverdächtiger weitere Taten?

Verdächtige in Prag festgenommen - Zwei weitere Terror-Versuche bei Allersberg? - 29.03.2019 18:00 Uhr

Die Bahnstrecke von Nürnberg nach München, die sich an der A9 entlang schlängelt, ist eine der Hauptverkehrsachsen zwischen Nord und Süd. © Daniel Karmann/dpa


Er wollte töten, davon gehen die Ermittler aus: Nach der Festnahme eines Terrorverdächtigen in Wien halten es die Behörden in Deutschland und Österreich für möglich, dass der 42-Jährige weitere Taten beging. Zunächst sei der Iraker wegen zwei Fällen verdächtig gewesen - bei Allersberg spannte er Stahlseile über die Schienen, wollte so einen ICE zum Entgleisen bringen. In der Nähe von Berlin legte der Mann, der als Flüchtling nach Europa kam, Holz- und Eisenteile auf der Bahnstrecke ab.

ICE-Anschlag bei Allersberg: Was wir über den Verdächtigen wissen

Nun geht das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) aber weiterer Verdachtsfälle nach. Konkret gehe es um zwei Taten in Bayern. Wahrscheinlich legte der Mann erneut Gegenstände aus Holz und Metall bei Allersberg ab. "Wir gehen davon aus, dass es drei Taten zu verschiedenen Zeiten am selben Tatort waren", sagte ein LKA-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Letztlich habe er wohl Konstruktionsfehler begangen, weswegen der Zug nicht entgleist sei. Wann genau die Vorfälle gewesen sein sollen, dazu halten sich die Ermittler bedeckt. 

Festnahmen in Prag - Bildeten Paare eine Terrorzelle?

Bei einer Durchsuchung der Wohnung des Terrorverdächtigen in Wien wurde zudem ein Nachtsichtgerät sowie eine Drohne gefunden. Das berichtet der Der Spiegel (Samstag) in seiner aktuellen Ausgabe. Dies könne auf weitere Anschlagspläne hindeuten, so das Magazin. An den Stahlseilen, die in Allersberg verwendet wurden, habe man zudem weitere Fingerabdrücke gefunden - sie gehören wohl zu der Frau des 42-Jährigen, die bereits am Donnerstag von der Polizei vernommen wurde.

Dass er Teil einer Terrorzelle ist, das bestreitet der Verdächtige weiter. Genau daran zweifeln die Ermittler aber. Der Iraker habe mit dem Islamischen Staat (IS) sympathisiert, nahm immer wieder Bezug auf den Lkw-Anschlag in Nizza oder den auf eine Moschee in Neuseeland. Tschechien will zwei Terrorverdächtige nach Österreich ausliefern, das entschied ein Gericht am Freitag in Prag. Sie sollen nach Darstellung des österreichischen Innenministers Herbert Kickl mit einem in Wien festgenommenen Iraker eine Zelle gebildet haben. Der 30 Jahre alte Mann und eine drei Jahre jüngere Frau wurden zuvor mit einem europäischen Haftbefehl gesucht. Hinweise auf eine persönliche Verbindung der Verdächtigen gibt es bislang aber nicht.

Nach Darstellung seines Anwalts hat der 42-Jährige, der in Wien festgenommen wurde, die Taten bereits gestanden. Er gab an, die Anschläge aus Rache auf den Westen und die deutsche Regierung geplant zu haben. Laut einem Bericht der Kronen-Zeitung wurde der Mann, der beim irakischen Militär gedient hat, an der türkischen Grenze bei einem Bombenangriff verletzt. 

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Allersberg, Allersberg