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In Heideck geht's aus den 1970ern direkt ins Mittelalter

Schloßberg: Es entsteht ein neuer Spielplatz mit Ruhe- und Aktionsflächen - 01.07.2020 18:06 Uhr

Am Kletterturm trafen sich zur Vorstellung der aktuellen Bauarbeiten in der oberen Reihe von links: Sina Mixdorf, Bettina Frenzke, Thomas Kohlbrand. Unten davor: Klaus Götz, Franz Meier, Ralf Beyer

© Foto: Manfred Klier


Der Arbeitskreis Tourismus des Heidecker Stadtrats und engagierte Heidecker Bürger entwickelten deshalb ein Konzept, um das Naherholungsgebiet Schloßberg mit einem Familienerlebnispfad neu und attraktiv zu gestalten – und damit den sanften Tagestourismus zu fördern.

Im März 2018 hatten der damalige 2. Bürgermeister Dieter Knedlik und der Arbeitskreis Tourismus mit der LAG-Managerin Sina Mixdorf ein erstes Gespräch geführt. LAG steht hier für die Lokale Aktionsgruppe ErLebenswelt Roth. Das Projekt wurde konkretisiert und die WerkGemeinschaft FreiRaumPlanung mit Diplomingenieurin Bettina Frenzke mit der Planung beauftragt. Sie war auch schon beim Spielplatz am Nördlichen Stadtgraben tätig gewesen. Nachdem auch noch der Förderantrag auf Leader-Mittel positiv beschieden worden war, konnten die Aufträge an die Landschaftsgärtnerei Knauer in Mischelbach und für die Spielgeräte vergeben werden. Im Juni 2020 war Baubeginn.

Spielwiese lädt ein

Inmitten der Baustelle für den Erlebnis-Spielraum informierten Bürgermeister Ralf Beyer, Bettina Frenzke, Sina Mixdorf und der technische Leiter Thomas Kohlbrand über den aktuellen Baufortschritt. Mit dabei waren Klaus Götz und Franz Meier als Vertreter des Arbeitskreises.

Der bisherige Spielplatz wird in die Bereiche "Aktiv" und "Ausruhen" umgestaltet und soll Familien und Gruppen Bewegungserfahrungen ermöglichen. Ein Niedrigseilgarten auf einer Fläche von 16 mal 30 Metern dient der Koordinations- und Bewegungsfähigkeit. Auf einer Informationstafel werden Vorschläge für Gruppenspiele zu lesen sein. Unter schattigen Bäumen lädt eine Spielwiese zu Aktivitäten ein. Von einem unkonventionellen Ruhebereich mit Hängematten, Wellenliegen, Pavillon und einem schwebenden Steg geht der Blick weit hinaus zu den Höhen des Fränkischen Juras.

Der Erlebnisbereich "Wie lebten die Ritter?" wird gerade am Westende des Höhenzuges erschlossen. Um den bestehenden kleinen Aussichtsturm – der ungehinderte Blick reicht bis zum Brombachsee – wird auf spielerische Art und Weise auf historischem Boden an die Zeit der Ritter erinnert. Unweit dieser Stelle hatten dereinst die Herren von Heideck ihre Burg erbaut. Heimatgeschichte soll hier aktiv erlebbar gemacht werden.

Tafeln wie die Ritter

Eine "Burgruine", ein Stall mit Holztieren, einheimische Nahrungspflanzen, Klettersteine aus Muschelkalk und verschiedene Spielgeräte wie etwa ein Stehkreisel mit Ritterfigur sollen Familien, Kita-Gruppen und Schulklassen anlocken.

Den Eingang zum Spielplatz bildet "Das Wohnhaus der Ritter". Das ist die hölzerne Burgfassade, hinter der sich ein Spielgerät mit Kletterturm verbirgt. Wer von alledem müde und hungrig geworden ist, kann an einem langen massiven Rittertisch "Tafeln wie die Ritter". Das Rittermahl muss allerdings selbst mitgebracht werden.

Besonders hervorzuheben ist, dass dieses Projekt in einer Kooperation mit engagierten Heideckern, Vereinen, der Schule und den Jägern verwirklicht wird. Dazu zählen die Gestaltung von Informationstafeln, die Holzverschalung der "Ritterburg", die der Werk- und Bastelverein übernimmt und der Bau einer Hütte, für die die Zimmerei Schwarz zuständig zeichnet.

Die Bruttogesamtkosten wurden auf rund 166.000 Euro errechnet. Dazu gibt es 60 Prozent Zuschuss aus dem EU-Förderprogramm zur Entwicklung ländlicher Räume, wovon sich die EU mit 83,33 Prozent an dieser Zuwendung beteiligt. Nach Abzug der Kostenbeteiligung des Landkreises Roth und der Bayerischen Landesmittel muss die Stadt Heideck noch knapp 70.000 Euro auf den Tisch blättern, damit aus den Plänen Wirklichkeit wird.

MANFRED KLIER E-Mail

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