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Samstag, 21.09.2019

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Mit Speeren und Äxten das Mammut erlegt

Das Sommerfest der Hilpoltsteiner Spielkiste entführt Kinder in die Steinzeit - 21.08.2019 06:10 Uhr

Mit vereinten Kräften wurde beim Sommerfest der Spielkiste das Mammut erlegt. © Foto: Jürgen Leykamm


Und so machten sich über 70 Kinder thematisch doch lieber auf in die "Steinzeit", die als Motto über dem Sommerfest der "Spielkiste Hilpoltstein" auf dem Burggelände der Stadt prangte. Unter anderem galt es dort ein Mammut zu erlegen.

So ganz ungeübt durfte sich aber kein Bub oder Mädel auf die gefährliche Jagd nach dem Giganten machen. Erst einmal hieß es, sich an verschiedenen Spielstationen einzufinden und zu erfahren, welche Annehmlichkeiten von heute damals entbehrt werden musste.

Gewand aus Jute

Zum Beispiel gab es Gelegenheit, sich beim Töpfern kreativ auszuleben – natürlich ohne Töpferscheibe. Damit die Teilnehmer auch alle passend gekleidet waren, durften sie gleich zu Beginn ein Gewand aus Jute überstreifen. Was der Haut wenig schmeichelte. "Mich juckt’s auch schon überall", gestand Spielkisten-Leiterin Elisabeth Dietz.

Bei den einzelnen Workshops war der Juckreiz aber schnell vergessen. Lederbeutel herstellen, Halsketten basteln, Höhlenmalerei oder Floßbau – all das war schon zu Urzeiten möglich und lebte nun an den Ständen wieder auf.

"Gehen wir doch gleich mal rüber zu den Waffen", forderte Jörg Katheder seine Söhne Ludwig und Ferdinand auf, nachdem sich beide mit (vermeintlichen) Raubtierzähnen geschmückt hatten. Speere und Äxte konnten hier gefertigt werden. Dass sich diese Kampfwerkzeuge heute noch zu friedlichen Zwecken nutzen lassen, bewies Luisa, die mit einer Axt Walnüsse knackte.

Mammut im Wald versteckt

Nachwuchskünstler kamen beim Bildermalen mit Strohhalmen auf ihre Kosten, Sportler konnten sich beim Kegeln messen. Der Kletterfelsen durfte beim diesjährigen Motto natürlich auf gar keinen Fall fehlen. So in die Steinzeit eingewiesen, ging’s schließlich los zur großen Jagd auf das Mammut, das sich bei einer kleinen Höhle im Wald versteckt hatte.

Die einen durften die Beschützer des Tieres spielen, die anderen dessen Jäger. Knochen wiesen beiden Gruppen bei dieser Schnitzeljagd den Weg. Während dieser galt es Fragen zu beantworten: "Woher hat der Neandertaler seinen Namen?" war eine der einfacheren.

Schwerer wurde es schon, den "Klebstoff der Urzeit" (Birkenpech) zu erraten oder zu erklären, was "Emmer" ist (eine der ältesten Getreidearten überhaupt). Zurück von der Jagd, wartete am Feuer eine echte Sensation in Form eines beliebten Serienhelden: Da sah einer aus wie Fred Feuerstein und der hieß auch noch so! Beinahe jedenfalls, denn sein Vorname lautet Siegfr(i)ed. Und er passte auf, dass beim Stockbrotbacken alles mit rechten Dingen zuging.

Basteln im Oktober

Ging es dann aber doch nicht. Denn zum Anzünden des Lagerfeuers sollte dem Namen des Helden alle Ehre gemacht werden. Doch die verwendeten "Feuersteine" ähnelten sehr stark modernen Grillanzündern. Wie man "Schnick, Schnack, Schnuck" in der Urzeit spielte, erläuterte Dietz dann nach dem Mahl. Damals habe das Spiel nämlich "Oma, Jäger, Wolf" geheißen: Der wird vom Speerwerfer erlegt und dieser von der Großmutter zurechtgewiesen, die wiederum im Bauch des Raubtiers landet. Hätte sie mal den Waidmann gewähren lassen...

Ähnlichkeiten zu heutigen Wolfsdiskussionen waren dabei aber rein zufällig. Im Oktober gibt es übrigens eine neue Aktion der Spielkiste – dann lädt sie zum Basteln in die Residenz ein. 

JÜRGEN LEYKAMM E-Mail

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