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Nürnberg-Allersberg: Halbstundentakt in der Planung

Hoffnung auf Verbesserungen im Bahnverkehr, der Zeitpunkt ist noch unklar - 02.07.2020 18:01 Uhr

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Das kann allerdings noch etwas dauern. Zeitpläne hierfür gibt es bislang noch nicht. Aber bis es soweit ist, können sich die Fahrgäste schon jetzt einiger Verbesserungen erfreuen: Immerhin eine zusätzliche tägliche Fahrt der Linie S5 lässt sich von Montag bis Freitag zwischen den beiden Bahnhöfen verzeichnen. Aufhorchen lässt das Angebot am Samstag, das gleich acht neue Fahrtpaare verbuchen kann.

So erklärt es auf Nachfrage VGN-Geschäftsführer Andreas Mäder. Nicht ganz ohne sind auch die neuen Züge selbst, die auf dieser Strecke sowie im gesamten Nürnberger S-Bahn-Netz verkehren: "Die neuen S-Bahn-Züge verfügen über deutlich bessere Einstiegsverhältnisse, die zu einer vollständigen Barrierefreiheit führen", sagt Bärbel Fuchs, Geschäftsführerin der Bayerischen Eisenbahngesellschaft in München. Ein niveaugleicher Einstieg, barrierefreie Toiletten mit Wickeltisch, ein besser nutzbarer Innenraum, Lademöglichkeiten fürs Smartphone – viele bisherige Unannehmlichkeiten dürften damit aus der Welt geräumt sein: "Hervorzuheben sind vor allem eine zeitgemäße Echtzeit-Fahrgastinformation, ausgewiesene Rollstuhl-Stellplätze und Mehrzweckbereiche für die Mitnahme von Fahrrädern oder sonstigen sperrigen Gepäckstücken". Allerdings bieten die neuen Triebzüge der Baureihe ET 1440 Corodia Continental mit 230 auch geringfügig weniger Sitzplätze als ihre Vorgänger.

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Die Platzzahl lässt sich aber bei Bedarf durch Zuschalten einer weiteren Einheit verdoppeln. Und im Hinblick auf die Sicherheit gilt: "Alle Abteile werden videoüberwacht", betont Fuchs. 14 der 27 neuen, 160 Stundenkilometer schnellen Züge sind bereits im Einsatz. Die restlichen sollen zum nächsten Fahrplanwechsel im Dezember folgen. Die Lokbespannung, die in den letzten drei Jahrzehnten das Bild bestimmte, ist dann endgültig Geschichte. Was die zumindest in Aussicht gestellte bessere Verbindung zwischen Allersberg und Nürnberg anbelangt, ist die Sache allerdings nicht so ganz einfach. Denn eigentlich weist auch die dort verkehrende "neue Linie S5 für sich betrachtet keine S-Bahn-Merkmale auf," gibt die Geschäftsführerin zu bedenken. Eben weil ja nur ein Einstundentakt von Montag bis Freitag sowie Zusatzverbindungen am Samstag bestünden, relativiert sie die Verbesserungen fast schon wieder. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Denn "zusammen mit dem München-Nürnberg-Express ergibt sich während der Hauptverkehrszeiten für diesen Abschnitt eine verdichtete Taktung". Zugleich verbessert sich natürlich auch die Verbindung nach Ingolstadt und München.

JÜRGEN LEYKAMM E-Mail

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