Montag, 16.12.2019

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Planung für ein Gewerbegebiet für Heideck geht weiter

Stadtrat hält am Kohlbuck fest. Laibstädter wollen einen Bus zum Kindergarten. - 27.11.2019 15:07 Uhr

Der Kartenauszug wurde von der Stadt Heideck zur Verfügung gestellt. Auf der rot markierten Fläche könnte ein Gewerbegebiet entstehen. © Repro: Stadt Heideck


Bereits seit fünf Jahren plant die Stadt die Ausweisung eines Gewerbegebietes am Kohlbuck im Ortsteil Seiboldsmühle. Ein Kartenauszug stellte den Bereich dar, der überplant werden soll. Aktuell soll eine Fläche von gut zehn Hektar erschlossen werden. Der Teil, der daraus gewerblich genutzt wird, ist deutlich geringer. In Richtung der Wohnbebauung ist eine Fläche für Lärmschutzmaßnahmen vorgesehen. Zusätzlich wird auf der West-, der Ost- und der Nordseite auf einem 15 bis 20 Meter breiten Streifen ein neuer Waldrand angelegt. Mit dem Bund Naturschutz und dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten wurden diesbezüglich bereits Gespräche geführt.

Karl Heinz Neuner von der gemeinsamen Ortsgruppe Heideck des Bund Naturschutz und des Landesbund für Vogelschutz ist allerdings der Meinung, dass ein neues Gewerbegebiet nicht mitten in den gewachsenen Wald gehört. Er führt auf, dass dieses Gebiet forstwirtschaftlich und ökologisch relativ wertvoll und dort der Waldumbau weitgehend gelungen sei. Die Zufahrt sei problematisch und der Wald müsse erhalten werden, weil dort Flora und Fauna wertvoll seien.

Fortführung beschlossen

Positiv zur Kenntnis genommen wurde, dass es Neuner nicht bei Einwendungen belassen hatte: Er sei kein Gegner neuer Gewerbegebiete, so Neuner, und er hatte mehrere Alternativvorschläge vorgelegt. Etwa ein Gebiet an der Rambacher Straße, eine Ackerfläche südwestlich vom Nettomarkt und ein Gebiet über die Gemeindegrenze hinweg nach Hilpoltstein. Darüber entfachte sich eine lebhafte Diskussion.


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Richard Beyer (FW) berichtete, dass das geplante Gewerbegebiet Kohlbuck auch von den Behörden als gut befunden worden sei und dass alle Gemeinden ringsum Gewerbeansiedlungen fördern würden. Es dürfe nicht mehr (wie früher) vorkommen, dass Firmen wegziehen, weil sie kein Grundstück finden.

Reinhard Spörl (FW) befürwortete dagegen ein Gewerbegebiet in Richtung Hilpoltstein. Manfred Ortner (CWG) wunderte sich über diesen Vorschlag und bemängelte zugleich mit Rudolf Schmidler (FW) das Fehlen ausreichender Gewerbeflächen. Mit einer Gegenstimme (Reinhard Spörl) wurde schließlich die Fortführung der Planung am Kohlbuck beschlossen.

Kleinbus anschaffen?

Aus Laibstadt besuchen 13 Kinder die beiden Heidecker Kindergärten. Insgesamt sind es 90 Kinder aus den 16 Ortsteilen. Stilla Baumann (CSU) trug den Wunsch der Eltern vor, die Laibstädter Kinder mit dem Bus zum Kindergarten zu fahren. Der Schlossberger Ortssprecher Albert Strobl machte Sicherheits- und Aufsichtsbedenken geltend. Er empfahl, einen Kleinbus anzuschaffen, der eventuell von Eltern gefahren werden solle.

Julia Kispert (CSU) war der Meinung, dass ein Bus umweltverträglicher sei, als mehrere Pkw, die gleichzeitig die gleiche Strecke fahren. Außerdem dachte sie über eine Ausweitung des Angebots für andere Gemeindeteile nach. Eine eventuelle Ausweitung der Wünsche war generell ein Problem bei der Diskussion. Reiner Herger (FW) zeigte Mitleid mit den kleinen Kindern, die von ihrer Mutter weggehen und in den Bus steigen müssten. Auch das wurde bei mehreren Wortmeldungen angeführt. Jürgen Schöll (CSU) sah ein Problem in den geforderten Kindersitzen im Bus. Reinhard Siegert (CWG) machte den wohlwollend zur Kenntnis genommenen Vorschlag, einen Kindergartenförderverein zu gründen, der sich der Beförderung annehmen könnte.

Bürgermeister Ralf Beyer (FW) betonte: "Wir sparen nicht bei den Kindergärten." Jährlich zahlt die Stadt 550 000 Euro für die kinderbezogene Förderung. Vom Busunternehmen Mossner gab es mehrere Angebote, darunter eines, wonach bei einer Fahrt täglich jeweils 190 Euro pro Kind und Monat zu bezahlen seien. Nach Abzug des städtischen Beitrags und der Spenden müssten die Eltern noch etwa 17 Euro aufbringen. Schließlich einigte man sich darauf, über ein Pilotprojekt abzustimmen, das ein halbes Jahr dauern soll. Die Entscheidung fiel knapp mit 8:7 Stimmen dafür aus.

Weitere Feldgeschworene

Eduard Schmidt, Obmann der Feldgeschworenen für die Gemarkung Selingstadt, hatte weitere vier Mitglieder vorgeschlagen: Peter Pfaller, Klaus Schmauser, Christoph Harrer und Michael Barth. Der Beschluss für die Vier erfolgte einstimmig. Aus den Reihen der Zuhörer wurde auf Ablagerungen am Nördlichen Stadtgraben hingewiesen, die eine Gefahr für spielende Kinder darstellen könnten.

MANFRED KLIER E-Mail

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