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Rätselhaftes Blaumeisensterben: Jetzt steht der Erreger fest

In Bayern wurden bereits rund 1500 Fälle der tödlichen Krankheit gemeldet - 24.04.2020 16:04 Uhr

Die Blaumeise ist von der neuartigen Vogelkrankheit, die häufig zum Tod der Tiere führt, besonders betroffen.

© LBV


Über die Meldeplattform des Nabu, dem bundesweiten LBV-Partner, sind bereits über 1.500 tote oder kranke Vögel aus dem Freistaat Bayern gemeldet worden.

Neben Blaumeisen haben Menschen in Bayern auch andere Vogelarten wie Rotkehlchen, Goldammer und Gimpel auffällig oft gemeldet, wie der Landesbund für Vogelschutz (LBV) in Hilpoltstein mitteilt: "Es ist wahrscheinlich, dass nicht alle gemeldeten Blaumeisen in Bayern und vor allem nicht die anderen Vogelarten an dem gefundenen Erreger Suttonella Ornithocola erkrankt und verstorben sind. In der Vogelwelt kursieren immer mehrere Bakterien oder Viren, an denen Vögel erkranken und sterben können", sagt die LBV-Artenschutzreferentin Dr. Miriam Hansbauer.

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Um mehr über das mysteriöse Vogelsterben herauszufinden, ruft der LBV weiterhin dazu auf, kranke und offensichtlich an Krankheit verstorbene Vögel an seinen bundesweiten Partner Nabu unter www.nabu.de/meisensterben zu melden.

Fast ausschließlich kleine Meisen

Der bei Meisen aus den besonders betroffenen Bundesländern wie Niedersachsen oder Nordrhein-Westfalen festgestellte Erreger tötet nach jetzigem Wissensstand fast ausschließlich kleine Meisenarten. Das Bakterium ist seit 1996 aus Großbritannien bekannt. Im April 2018 wurde Suttonella Ornithocola erstmals bei mehreren Meisen im südlichen Nordrhein-Westfalen nachgewiesen.

Neu für diesen Erreger ist das massenhafte überregionale Auftreten in diesem Jahr, das auch Luxemburg und Belgien betrifft. "Die Todesfälle von Blaumeisen sind auffällig, da die Art besonders häufig in den bayerischen Gärten vorkommt", erklärt der LBV. Aber auch andere Meisenarten, wie Tannen- oder Sumpfmeise, seltener auch die größere Kohlmeise können erkranken.

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"Bayern liegt nicht im Hauptverbreitungsgebiet der neuen Vogelkrankheit und bisher gibt es auch keinen Nachweis des Erregers in einer bayerischen Blaumeise", so Hansbauer. "Ob die gemeldeten Todesfälle in Zusammenhang mit dem neuen Erreger stehen, muss deshalb noch weiter untersucht werden."


Mysteriöses Vogelsterben: Die Suche nach der Ursache läuft.


Die Meldungen aus Süddeutschland deuten darauf hin, dass noch weitere Vogelkrankheiten kursieren. "In Bayern scheinen Finkenarten, wie Stieglitz oder Buchfink zu erkranken. Vermehrt werden uns auch andere kleine Singvogelarten, wie Rotkehlchen, Gimpel oder Goldammern gemeldet", sagt Miriam Hansbauer.

Die kranken Vögel verhalten sich apathisch und flüchten nicht bei Annäherung. Sie atmen schwer, sind aufgeplustert und suchen Wärme. Zudem sterben die Vögel meist innerhalb kurzer Zeit.

Für Menschen ungefährlich

Wer Tiere mit den genannten Symptomen beobachtet, kann sie nach dem Tod zur Untersuchung einschicken. Wichtig ist, dass es sich um möglichst erst kürzlich verstorbene Vögel handelt mit augenscheinlichen Krankheitsanzeichen.

Eine genaue Anleitung und die Anschrift des Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg gibt es unter www.lbv.de/meisensterben. Der Erreger ist für Menschen und Haustiere ungefährlich. Dennoch wird zum Hantieren mit toten Tieren grundsätzlich Vorsicht und das Verwenden von Handschuhen empfohlen.


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Wer in seiner Umgebung erkrankte oder tote Vögel findet, sollte Anziehungspunkte wie Futter- oder Badestellen umgehend entfernen: "Social Distancing hilft auch bei Vogel-Seuchen Ansteckungen zu reduzieren." Wie stark die Meisenbestände von der für Deutschland neuen Vogelkrankheit betroffen sind, werden wohl auch die Ergebnisse der LBV- und Nabu-Gartenvogelzählung „Stunde der Gartenvögel“ vom 8. bis 10. Mai zeigen.

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