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Donnerstag, 14.11.2019

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Schrecksekunde im Wald: Baum fiel in die falsche Richtung

Schon beim Holen des Kirchweih-Wahrzeichens schnellte der Adrenalinspiegel hoch - 23.09.2019 11:35 Uhr

„Plotzknecht“ Benedikt Hauke gönnt sich ein Päuschen, während sein Bruder Justus beherzt zum Hammer greift, um den Kirchweihbaum zu verkeilen. © Foto: Jürgen Leykamm


Wie sich das zugetragen hat? Wie berichtet, drohte im Unterdorf der Kerwabaum, kaum dass er in der Senkrechten stand, wieder umzukipppen. Doch dieses Intermezzo ging gut aus.

So lange wollten die Oberdorfer bei ihrem Fest am Wochenende gar nicht erst warten: Sie ließen schon beim Holen ihres Kirchweihwahrzeichens vom Landeck die Adrenalinpegel hoch schnellen. Die Schnelligkeit der Kerwaboum verhinderte am Ende Schlimmeres; beim folgenden Aufstellen selbst war die Truppe dann sogar für viele Zuschauer zu flink.

Flinke Beine

Was war passiert? Die Kirchweihgesellschaft OKB (Oberdorfer Kerwamoidla und -buam) hatte sich eine 33 Meter hohe Fichte als Kerwabaum auserkoren, der an der Ohlanger Straße aufgestellt werden sollte. Beim Fällen aber geschah es dann: Der Nadelbaum "fiel in die falsche Richtung", wie "Plotzknecht" Benedikt Hauke fast beiläufig im Nachhinein erklärte. Der Holzkoloss raste nämlich auf seinem Weg zur Erde auf die "Buam" selbst dazu, statt auf die andere Seite zu kippen. "Aber wir haben flinke Beine", so Hauke locker. Und so blieben alle unversehrt — sogar das hölzerne Prachtstück selbst, dessen Spitze beim Fall keinen Schaden davontrug.

So konnte der Baum erst vor dem Seniorenheim zwischengelagert werden, bevor es mit Musik an seinen Zielort gebracht wurde. Spontan fanden sich um die zehn Musikanten aus ganz Thalmässing zusammen, um zum Transport aufzuspielen. "Da genügt ein Anruf am Vorabend und alle kommen", lobt der "Plotzknecht" das gute Miteinander von Ober- und Unterdorf.

Flinke Hände

Beim Musizieren selbst aber schleichen sich dann gerne absichtlich falsche Töne ein: Bei der Oberdorfer Kirchweih spielen die Unterdorfer Kollegen gerne mal daneben — anders herum ist es ebenso. Auch das sei guter Brauch, erläutert schmunzelnd Thomas Kummerer, der derzeit gemeinsam mit seinem Bruder Christian die Geschicke der OKB leitet.

Beim Aufstellen des Baumes waren die Jungs dann richtig flott. Sie fingen zum einen früher an, so dass so mancher Zuschauer nur noch das Verkeilen mitbekam. Und dann ging es auch noch besonders schnell. Zu guter Letzt dürfen noch zwei weitere flinke Hände nicht unerwähnt bleiben: Sie gehören Bürgermeister Georg Küttinger (selbst ehemaliger OKB-Chef), der an der Spüle für "klar Schiff" sorgte und so sehr pragmatisch Bürgernähe praktizierte.

JÜRGEN LEYKAMM E-Mail

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