Überschwemmungen:

Unwetter in Allersberg: Baugrube läuft voll, Kran droht umzustürzen

11.6.2021, 12:38 Uhr
Der Starkregen am Abend des 10. Juni in Allersberg flutete eine große Baugrube. Ein Kran drohte umzustürzen.

Der Starkregen am Abend des 10. Juni in Allersberg flutete eine große Baugrube. Ein Kran drohte umzustürzen. © Josef Sturm, NN

Eine rund 2000 Quadratmeter große Baustellengrube in der Sandstraße in Allersberg, wo derzeit ein Gebäudekomplex mit 17 Wohneinheiten entsteht, ist am späten Donnerstagabend (10. Juni) im wahrsten Sinne des Wortes "abgesoffen". Ein starker Platzregen war dafür verantwortlich, dass die Baustelle meterhoch unter Wasser stand.

So etwas habe man "noch nie erlebt", hieß es vor Ort von der Allersberger Stützpunktwehr, die zusammen mit ihren Kollegen aus den Ortsteilen Brunnau, Göggelsbuch und Altenfelden sowie der BRK-Bereitschaft Georgensgmünd, dem Rother und dem Hilpoltsteiner THW im Großeinsatz war, um die vollgelaufene Baustelle zu sichern und die angrenzenden Anwesen mit Sandsäcken vor den Wassermassen zu schützen. Schätzungsweise rund sechs Millionen Liter Wasser waren durch den Starkregen am Donnerstagabend (10. Juni) in die rund 50 mal 40 Meter große und mehrere Meter tiefe Baugrube von 17 geplanten neuen Wohnungen in der Sandstraße gelaufen.

Auch ein Baukran drohte umzustürzen, die ortsansässige Firma Allkran stabilisierte das Gerät mit einem mobilen Kran. Mit drei Spezialpumpen pumpten die Helfer 14.000 Liter Wasser pro Minute ab - trotzdem war die Baugrube am nächsten Morgen noch halb gefüllt, weil ständig Wasser nachlief. Glück hatten die umliegenden Gebäude, nur der Spielplatz wurde überflutet. Verletzt wurde durch die Überschwemmung niemand.

Bei der Situation "handelte es sich um eine Lage, wie Sie nach Auskunft der Feuerwehr so noch nie bestanden hatte", erklärte tags darauf Bürgermeister Daniel Horndasch, der vor Ort war. „Extreme Regenfälle in kurzer Zeit im Bereich Reckenricht und damit im Vorlauf des Langweidgrabens führten zu einer noch nie dagewesenen Situation, sodass von Reckenricht kommend sogar die Staatsstraße Richtung Seligenporten überflutet war", so der Allersberger Rathauschef. "Die Lage Allersbergs ist nun mal so, dass diese Gräben durch die Ortschaft führen."

Ein außergewöhnliches Ereignis

Die Regenüberlaufbecken, zumindest eines davon, habe diese extremen Wassermassen nicht fassen können und sei übergelaufen, so Horndasch. Er gehe aber "davon aus, dass die Becken in der Vergangenheit entsprechend den geltenden Bestimmungen berechnet und gebaut worden sind und derartig außergewöhnliche Ereignisse jede Gemeinde treffen können".

Stefan Meyer, Kommandant der Allersberger Feuerwehr, meint, dass es vor Ort in dieser Intensität noch nie geregnet habe. Rund eineinhalb Stunden lang habe es wie aus Kübeln gegossen, sodass zumindest ein Regenüberlaufbecken der Wassermassen nicht mehr Herr geworden und übergelaufen sei. "Das war eine derartige Menge Wasser, die wir so noch nie hatten", beschreibt Meyer den Platzregen.

Nachdem die Kapazitäten der Feuerwehr-Pumpen nicht mehr zur Entspannung der Lage reichten, sprang das Technische Hilfswerk mit leistungsfähigeren Pumpen in die Bresche. Die THW-Helfer waren bis zum späten Freitagvormittag im Einsatz, für die Allersberger Floriansjünger war der Einsatz gegen Mitternacht beendet. Bis zirka 1.30 Uhr sei man dann mit der Reinigung der Pumpen und dem Aufräumen beschäftigt gewesen.

Graben wurde reißender Strom

Entdeckt hatten die Überflutung Thomas Schönfeld und Markus Zurwesten. Als er aus dem Auto ausgestiegen sei, habe er schon "ein lautes Rauschen vernommen", sagte Schönfeld gegenüber unserer Zeitung. Daraufhin hätten er und Zurwesten die Rettungskräfte alarmiert und die Bewohner der angrenzenden Häuser benachrichtigt, dass diese ihre Autos aus der Tiefgarage herausfahren sollten. 20 Wagen seien so ohne großen Schaden vor den Fluten gerettet worden. Schönfeld meint, er habe schon befürchtet, "dass der ganze Kieselgraben absäuft".

Auch der Thalmässinger Ortsteil Lohen wurde von dem Unwetter regelrecht überrollt. Ein kleiner Graben, der von Dixenhausen in Richtung Lohen führt, verwandelte sich in kürzester Zeit in einen reißenden Strom, der alles aus dem Weg räumte, was sich ihm entgegenstellte.


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