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18 Jahre Gemeinderätin und dann Bürgermeisterin

Lonnerstadt: Regina Bruckmann bringt für ihr neues Amt viel kommunalpolitische Erfahrung mit - 30.05.2020 06:00 Uhr

Seit Anfang Mai ist Regina Bruckmann als Lonnerstadter Bürgermeisterin im Amt, die sechs Jahre davor war sie Stellvertreterin von Rathauschef Stefan Himpel. © Foto: Katrin Bayer


Alles neu ist für sie ohnehin nicht: Drei Legislaturperioden saß sie schon im Gemeinderat, "gerade mal 32 Jahre war ich, als ich zum ersten Mal gewählt wurde", erinnert sie sich. Und die vergangenen sechs Jahre hat sie ein bisschen für ihre Aufgabe trainieren können, als zweite Bürgermeisterin Gemeindeoberhaupt Stefan Himpel vertreten, wenn dieser im Urlaub oder anderweitig verhindert war. "Aber es ist schon etwas anderes, wenn man selbst für alles verantwortlich ist."

Das Interesse für Politik wurde ihr gewissermaßen in die Wiege gelegt: Ihre Eltern waren die Wirte des Gasthauses "Zur Sonne", heute führt ihre Schwester Petra die Wirtschaft. Am Stammtisch wurde über Politik geredet und die Wirtstochter bildete sich ebenfalls eine Meinung. Als sie dann 1999 mit ihrem Mann in Lonnerstadt baute, wuchs das Interesse an dem, was im Ort passiert, noch mehr. Eine Unterschriftenaktion für neue Spielgeräte wurde initiiert, Bruckmann war als Vorsitzende des Elternbeirats im Kindergarten aktiv. Als sich dann die Freien Wähler zusammenschlossen, war die junge Frau dabei.

Bei der 1100-Jahr-Feier Lonnerstadts engagierte sie sich, als sich 2011 der Heimatverein gründete, wurde sie dessen Vorsitzende – und diesen Posten will sie auch als Bürgermeisterin nicht aufgeben. Beim TSV hingegen, wo sie sich um die Mitgliederverwaltung kümmerte, möchte sie kürzertreten. Ihr vielseitiges Engagement im Ort brachte sie letztlich ins Rathaus: "Wenn man überall ein bisschen Einblick hat, sieht man vieles, das man besser machen könnte."

Nun sei für sie der ideale Zeitpunkt gewesen, das Bürgermeisteramt anzustreben. Denn ihre Kinder sind mittlerweile groß, einer ihrer Söhne übernimmt in der Mühlenbautechnik-Firma der Familie ihren kaufmännischen Posten.

Eines von Bruckmanns Themen ist der Kampf gegen den Leerstand von Gebäuden. "Da können wir Sanierungsanreize schaffen", so Bruckmann. Denn viele der Häuser würden unter Denkmalschutz stehen, die Eigentümer aber die Renovierung scheuen. "Hier können wir unterstützen, indem wir zum Beispiel bei den entsprechenden Gesprächen dabei sind." Als Vermittler sozusagen. Hilfe gebe es auch, weil der Lonnerstadter Kern Sanierungsgebiet im Sinne der Städtebauförderung ist.

Bürgerbeteiligung ist ebenfalls eines der Stichworte, die ihr wichtig sind: "Es gibt im Ort genug Leute, die Wissen und eine Meinung haben", sagt Bruckmann. Aus diesem Grund gibt es in Lonnerstadt statt Gemeinderatsausschüssen Arbeitskreise, in denen sich auch Bürger einbringen können (wir berichteten).

Weiterer Punkt auf der Agenda der Gemeinde: das Gewerbegebiet "Edelgraben II" nahe der B 470. Ein Sondergebiet für Einzelhandel bis zu einer Größe von 1200 Quadratmetern ist dort ausgewiesen, die Ansiedlung eines Nahversorgers wäre ein echter Gewinn für den Ort. Und nicht nur für den, sondern für das gesamte Gebiet jenseits von Lonnerstadt. "Der nächste Nahversorger ist in Burghaslach", so Bruckmann. Gebaut werden soll im "Edelgraben II" auch ein Ärztehaus mit hoffentlich einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin für die scheidende Hausärztin des Ortes.

Was Bruckmann an ihrem Heimatort schätzt, ist die hier herrschende Gemeinschaft: "Dass es so etwas in einem Dorf dieser Größe noch gibt, ist etwas Besonderes." Etwas, das es zu bewahren gilt. "Das geht aber nur, wenn man miteinander spricht." Und genau das will sie als Bürgermeisterin tun.

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