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Donnerstag, 22.08.2019

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Abbruch in der B-Klasse: 70-jähriger Schiri zu Boden gestoßen

Forchheimer Akteur geht nach Platzverweis auf den Referee los - 07.05.2018 14:13 Uhr

Mit der Gelb-Roten Karte wollte sich der Spieler nicht zufrieden geben. Der Schiedsrichter habe aber während des Spiels über durch viele gelbe Karten "die Emotionen geschürt." © Thomas Eisenhuth (dpa)


Anfangs drohte der bereits seit Jahren für sein ungezügeltes Temperament bekannte Kicker noch mit Schlägen, dann schubste er den 70 Jahre alten Schiedsrichter nach hinten um. Dieser schlug mit dem Hinterkopf auf den Boden und war kurzzeitig bewusstlos. Der Verletzte (er pfeift für den DJK-SV Sambach) musste vom Rettungsdienst behandelt werden.

Das B-Klassenspiel befand sich etwa in der 75. Minute und wurde nach dem Zwischenfall beim Stand von 1:0 für die Aischer abgebrochen. Den Täter erwartet nun ein Strafverfahren wegen Körperverletzung, eine lange Spielsperre – und sein Team dürfte die Punkte am Grünen Tisch verlieren.

Uwe Schüttinger, Vorstandsmitglied und vor Ort als Betreuer an der Seitenlinie dabei, nimmt zu den Vorkommnissen Stellung: "Mir fehlen immer noch die Worte. Das ist beschämend und ist nicht zu tolerieren. Du musst dankbar sein, dass wir überhaupt noch Schiedsrichter haben. Der Spieler wird nie mehr für den Jahn spielen."

Gleichwohl ergänzt der seit Jahrzehnten als Trainer und Vereinsfunktionär tätige Schüttinger, habe der Referee selbst die Emotionen geschürt. "In einem völlig fairen Spiel, in dem es sportlich um nichts mehr ging, gab es schon zur Halbzeitpause sechs gelbe Karten gegen uns. Im Nachhinein hätte ich die Jungs nach dem ersten Platzverweis vom Feld holen müssen."

Gewalt gegen Schiedsrichter ist im Amateurfußball leider keine Seltenheit. In der Webreportage von Julia Lamatsch sprechen sechs Schiedsrichter über ihre negativsten Erfahrungen an der Trillerpfeife. 


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nn/hp

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