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Adelsdorf hat ein Büro für Existenzgründer

Bei der Brainpower Group gibt es für Jung-Unternehmer nicht nur Schreibtische, sondern auch Unterstützung. - 12.03.2020 14:44 Uhr

Die Brainpower Group wächst: Jung-Unternehmer können sich hier bewerben und erhalten dann Unterstützung bei ihrer Existenzgründung, wie Horst Gäck erklärt. © Andre De Geare


Horst Gäck, Vater des Brainpower-Geschäftsführers Philipp Gäck und bei Brainpower im Hintergrund aktiv, erinnert sich noch gut an seine eigene Existenzgründerzeit. Damals, als er die Firma Envilex gründete, die mittlerweile als Umweltberatung firmiert und in Lonnerstadt beheimatet ist. "Man bekommt schon Angst, wenn man seinen Betrieb aufbaut und sich um alles selbst kümmern muss", blickt Gäck zurück. Die Buchhaltung, die Werbung oder vieles andere. "Einstellen kann man da am Anfang ja noch niemanden dafür."

Philipp Gäck, 28, Physiotherapeut und Fachkraft für Umwelttechnik, hat seine Existenzgründung schon hinter sich. Ausgehend von einer Physiotherapie-Praxis in Höchstadt ist seine Firma gewachsen: In den vergangenen Jahren kamen weitere "Therapiepunkte" – so der Name seiner Niederlassungen – dazu, mittlerweile beschäftigt er 80 Mitarbeiter. Darunter nicht nur Physiotherapeuten, sondern auch Ergotherapeuten, Logopäden, Masseure. Weil er demnächst eine weitere große Praxis in Nürnberg eröffnet und deshalb im Stress ist, hat er die Brainpower-Öffentlichkeitsarbeit seinem Vater überlassen.

Für seine Therapiepunkte hat Philipp Gäck eine einheitliche Verwaltung aufgebaut, die sich neben der Buchhaltung unter anderem auch um einen gemeinsamen Einkauf kümmert. Diese Struktur will er jetzt auch anderen Gründern zur Verfügung stellen.

Über den Therapiepunkt-Räumen in Adelsdorf findet sich ein großes Start-up-Büro mit acht Arbeitsplätzen, von denen vier schon vergeben sind. An Ramona Rittmayer zum Beispiel, die eine Werbe- und Medienagentur namens Kreativköpfe betreibt. 15 Jahre war sie als Mediengestalterin fest angestellt, seit 2007 betreute sie nebenberuflich eigene Kunden. 2018 dann der Sprung in die vollständige Selbstständigkeit. Sie schätzt es sehr, ihren Schreibtisch nun bei Brainpower stehen zu haben: "Es ist einfach etwas anderes, ob ich zuhause im Keller arbeite oder in ein Büro gehe und dort Kollegen sind, mit denen ich auch mal einen Kaffee trinken kann", sagt Rittmayer.

Wer als Gründer mit in das Start-up-Büro möchte, muss erstmal mit seiner Vision überzeugen: "Wir müssen daran glauben, dass das Konzept aufgehen kann und dass es etwas Derartiges auf dem Markt noch nicht gibt. Sonst hat die Bewerbung bei uns keinen Sinn", erklärt Horst Gäck. Schließlich wolle man bei Brainpower keinen hohen Durchlauf von Existenzgründern haben, die nach kurzer Zeit wieder scheitern. "Das würde ja auch unserem Ruf schaden", so Gäck.

Mit im Boot ist ebenfalls ein junger Unternehmer, der unter anderem spezielle Sportlernahrung entwickeln lässt, sowie ein Existenzgründer, der Containerbau-Lösungen für Wohnen auf kleinem Raum verwirklichen will.

Grundprinzip ist immer, dass die Jung-Unternehmer voneinander profitieren. Indem sie sich austauschen, die Kontakte der anderen nutzen oder deren Dienste in Anspruch nehmen. So entwickelte Kreativköpfe-Managerin Rittmayer zum Beispiel auch das Logo der Therapiepunkte.

KATRIN BAYER

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