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Adelsdorf: Schwimmhalle bleibt noch lange zu

Nicht nur das einsturzgefährdete Dach soll saniert werden, auch weitere Maßnahmen werden vorgezogen - 29.05.2020 14:00 Uhr

Anfang des Jahres hatte der Hausmeister bemerkt, dass die abgehängte Innendecke der Adelsdorfer Schwimmhalle durchhängt, das Hallenbad wurde daraufhin gesperrt. Inzwischen ist klar: Die Sanierung wird umfangreich. © Foto: Niko Spörlein


Der Grund: Das Dach und einige Verbindungsgänge zur benachbarten Turnhalle müssen abgerissen und neu aufgebaut werden. Die Kosten hierfür belaufen sich bei einer "nachhaltigen Lösung" auf 1,39 Millionen Euro, wie Sebastian Berger vom gemeindlichen Bauamt erklärte.

Das Hallenbad war Mitte der 1960er Jahre errichtet worden. Das ursprüngliche Flachdach wurde in den 80er Jahren durch ein Walmdach ersetzt, der Flachdach-Grundaufbau verblieb jedoch. Anfang dieses Jahres, erläuterte Berger, habe der Hausmeister ein Durchhängen der abgehängten Innendecke bemerkt. Bei der anschließenden Untersuchung durch Fachleute stellte sich dann heraus, dass tragende und somit statisch wichtige Dachbalken zwischen der alten Flachdachkonstruktion und dem neuen Walmdach geborsten waren und somit Einsturzgefahr besteht.

Untersucht wurde übrigens auch das baugleiche Turnhallendach. Dieses weist aber keine vergleichbaren Schäden auf.

Tragwerksplaner, ein Architekturbüro und das Technische Bauamt der Gemeinde wurden tätig und stellten nun zwei Sanierungsvarianten vor, die beide eine Abtragung des Daches beinhalten. Variante eins würde sich lediglich auf die Erneuerung des Daches konzentrieren; die Gebäude- und Schwimmbadtechnik soll erhalten bleiben. Schätzkosten hierfür: 837 000 Euro.

Variante zwei beinhaltet außer der Sanierung des Daches die Erneuerung der Sandfilteranlage samt Pumpentechnik, die laut Berger demnächst sicher ohnehin ausgetauscht werden müsste, sowie die Erneuerung der LED-Beleuchtung, der Heizkörper und der Lüftungsanlage. Gesamtkosten hier: 1,39 Millionen.

Die Zuschüsse, so hieß es, belaufen sich bei beiden Maßnahmen auf über 60 Prozent der tatsächlichen Kosten. Alle Ausschuss-Mitglieder sprachen sich für die "nachhaltige", also teurere, Variante aus. Und fraktionsübergreifend machten sich auch alle Bürgervertreter dafür stark, dass das Schulhallenbad generell erhalten werden müsse. Nur vom Neubau eines Hallenbades (Schätzkosten über drei Millionen Euro) rückte man schnell ab.

Da es sich um massive Investitionen handelt, soll die weitere Behandlung des Themas im Gemeinderat erfolgen. Laut Fischkal habe man aber eine grobe Vorgabe gebraucht, um die Zuschussgeber vom Vorhaben unterrichten zu können. Über alles Weitere werde dann bei der Gemeinderatssitzung am 1. Juli entschieden.

Mit der Fertigstellung der Sanierung wird im Spätherbst gerechnet. Im kommenden Schuljahr fällt der von allen Lokalpolitikern als sehr wichtig eingestufte Schwimmunterricht also "ins Wasser".

NIKO SPÖRLEIN

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