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Aisch: Mutmaßlicher Kirchweih-Schläger untergetaucht

20-Jähriger war angeklagt, weil er eine Glasscherbe als Waffe nutzte - 02.05.2019 16:43 Uhr

Hier in Nürnberg hätte der Angeklagte vor Gericht erscheinen sollen. © dpa


Gefährliche Körperverletzung in Tateinheit mit versuchtem Totschlag lautet der Vorwurf der Staatsanwaltschaft, die Strafkammer kalkulierte mit vier Verhandlungstagen.

Doch der Sitzungssaal blieb verschlossen, die Polizei fahndet nach dem Angeklagten, zum Strafprozess erschien der junge Mann nicht. Derzeit ist völlig offen, ob er untergetaucht ist oder sich beispielsweise in einem Krankenhaus befindet. 

Der junge Syrer war laut Anklage an der brutalen Schlägerei beteiligt, Damals eskalierte ein Streit, in dessen Verlauf der junge Syrer einen 36-Jährigen mit einer Glasflasche im Gesicht verletzt haben soll. Laut Anklage spielte der Beschuldigte mit vier syrischen Freunden an einem Boxautomaten, gegenüber soll sich der später Geschädigte mit seinen Freunden am Stehtisch eines Pizza-Standes unterhalten haben.

Wie so häufig, spielen Alkohol und Aggressionen eine Schlüsselrolle – nach Fehlschlägen am Boxautomat soll die Gruppe am Pizzastand die Syrer ausgelacht und verspottet haben, auch mit Schimpfwörtern aus der untersten Schublade.

Aus dem verbalen Streit wurde eine Rangelei, einige aus der Gruppe flüchteten. Doch der später Geschädigte soll nicht locker gelassen haben, angeblich trat er auf den Syrer zu – dieser griff nach einer Glasscherbe, die am Boden lag und stach gegen den Kopf des 36-Jährigen. Andere Kirchweihbesucher trennten die beiden Männer.

Der Geschädigte war eine Woche in der Universitätsklinik Erlangen, bis heute soll er unter Taubheitsgefühlen der linken Gesichtshälfte, wieder kehrenden Albträumen und einem Tinnitus leiden. 

ULRIKE LÖW

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