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Alligators kämpfen vergeblich gegen den Spitzenreiter

Eishockey-Oberliga: Höchstadter EC hält beim 1:6 gegen Regensburg ein drittel lang den Kasten sauber - 16.11.2018 22:21 Uhr

Immer wieder im Brennpunkt des Geschehens: HEC-Keeper Philipp Schnierstein wehrt hier einen Schuss des Regensburger Kanadiers Peter Flache ab, aber auf Dauer war der Spitzenreiter zu stark. Links JiÝi Mikesz. © Foto: Eduard Weigert


Mit diesem Gesicht auf der Anzeigetafel der Eishalle hatte in Höchstadt kaum einer mehr gerechnet. Als Daniel Sikorski, HEC-Rekordspieler und Ex-Kapitän, zu den glühenden Funken des wie stets beim Einlauf der Spieler abgebrannten Feuerwerks aufs Eis lief, gab es kräftigen Applaus. Es war eine Überraschung durchaus zum rechten Zeitpunkt.

Denn kurz darauf lief in weißen Trikots der amtierende Spitzenreiter der Oberliga Süd, der EV Regensburg aufs Eis. Zwölf Spiele waren die Oberpfälzer zuletzt ungeschlagen – und die Alligators mussten ihnen stark ersatzgeschwächt gegenübertreten. André Lenk (Innenbandzerrung) und Markus Babinsky (Handverletzung) fehlten ebenso wie der gesperrte Michal Petrak.

Gelungenes Comeback

Knapp ein Jahr lang hatte Sikorski zuletzt kein Pflichtspiel mehr auf dem Eis bestritten und das war ihm, je länger die Partie dauerte, auch anzumerken. Aber mit seiner Übersicht tat er der HEC-Defensive gegen den Spitzenreiter im ersten Durchgang dennoch auch gut. Seine erste Aktion im Spiel brachte den HEC allerdings erst einmal in Unterzahl: Sikorski, der mit Florian Szwajda in der zweiten Defensivreihe auflief, musste wegen Beinstellens auf die Strafbank.

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Mit einem Mann weniger verteidigte der HEC zunächst allerdings so aufopferungsvoll wie schon die gesamte Saison, die Oberpfälzer schafften es kaum einmal eine Lücke im Alligator-Schutzwall vor dem Tor zu finden. Und wenn doch, war Goalie Philipp Schnierstein zur Stelle. Immer wieder schafften es die Höchstadter sogar den Puck zu gewinnen und auf das Regensburger Tor zuzustürmen. Lukas Lenk etwa wurde in der 10. Minute gerade noch so abgefangen.

Im zweiten Durchgang aber platzte bei den Regensburgern der Knoten. Vor allem die erste Reihe mit Nikola Gajovsky, Leopold Tausch und Richard Divis bekamen die Alligators kaum in den Griff. So waren es auch diese drei Spieler, die nach 25. Minuten das 1:0 erzielten, Divis durfte sich als Torschütze eintragen.

Ärgerlich für die Alligators war das 0:2 nur knapp zwei Minuten später: In Unterzahl versuchte der HEC zu kontern, öffnete dabei seine Defensive – und wurde selbst ausgekontert. Der freigespielte Erik Keresztury tunnelte Schnierstein zum zweiten Regensburger Treffer. D

as 3:0 elf Sekunden vor Drittelende war ein kurioses Tor: Nach einem Gestocher vor dem Höchstadter Kasten lag Schnierstein am Boden. Nicolas Sauer lupfte den Puck über den HEC-Goalie, von da trudelte er in hohem Bogen ins Tor. Richard Stütz mühte sich vergeblich, ihn noch abzufangen.

Offensiv hatten die Höchstadter Regensburg jetzt nur noch wenig entgegenzusetzen, zumal sie in der Abwehr ausreichend beschäftigt waren. Der EV zog geduldig sein Aufbauspiel auf, Schnierstein verhinderte einen höheren Rückstand. Chancen hatten die Alligators aber durchaus, Jari Neugebauer scheiterte etwa mit einem schnittigen Distanzschuss an Regensburg-Goalie Peter Holmgren (31.).

In Unterzahl – Oleg Seibel hatte zeitgleich zum 0:3 wegen eines Stockschlages eine Zwei-Minuten-Strafe kassiert – musste der HEC ins letzte Drittel gehen. Und fing sich prompt das 0:4 ein. Petr Heider musste den Puck zentral vor dem Tor nach 52 Sekunden nur noch über die Linie schieben. Trotz des scheinbar aussichtslosen Rückstands steckte Höchstadt aber keineswegs auf, sondern verlegte sich aufs Kontern.

Der Lohn: Der Anschlusstreffer durch Ales Kreuzer, der einen schönen Angriff abschloss, indem er den Puck durch die Beine von Holmgren schummelte. Auch das 1:5 – Keresztury staubte im Gewimmel vor dem HEC-Tor ab – bremste die Höchstadter Schlussoffensive nicht nachhaltig. Jonas Franz legte knapp sechs Minuten vor dem Ende allerdings noch das 6:1 nach. Das Aufbäumen der Alligators war aller Ehren wert, gegen die starken Regensburger verpuffte das Bemühen am Ende allerdings schlicht und einfach. 

Alexander Pfaehler E-Mail

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