Aurachtaltrasse als Radweg?

21.11.2018, 17:46 Uhr
Die alte Trasse der Aurachtalbahn bei Hauptendorf.

Die alte Trasse der Aurachtalbahn bei Hauptendorf. © Matthias Kronau

Der Vorschlag für den Empfehlungsbeschluss an den Stadtrat lautet folgendermaßen: "Die Stadt Herzogenaurach beschließt, zusammen mit der Stadt Erlangen die in den Anlagen dargestellte Trasse (Aurachtaltrasse) als Radschnellverbindung weiter zu verfolgen und in vertiefende Planungen einzusteigen." Bürgermeister German Hacker macht bei der Planungsausschusssitzung deutlich, dass es sich lediglich um einen Beschluss handle, "dass wir es anpacken wollen". Es gehe dabei um Fördermittel für Planung und Bau.

Doch auf der Grafik ist eben genau die Schiene der Aurachtaltrasse als Variante markiert. Das gefällt etlichen Ausschussmitgliedern nicht, vor allem in Zeiten, in denen die Aurachtaltrasse so umstritten ist. "Teeren wir die Bahnstrecke dann zu oder bauen wir den Radschnellweg neben der Trasse?", will Konrad Kröner (CSU) wissen.

Und auch sein Fraktionskollege Kurt Zollhöfer meint, die Stimmung in der Bevölkerung könnte schnell umschlagen, wenn man die Aurachtaltrasse jetzt für einen Radschnellweg hernehme. Man sollte sich doch alle Optionen offen halten. "Es muss möglich bleiben, auf dieser Schiene wieder eine Bahn fahren zu lassen." Wenn die Schiene erstmal überbaut sei, glaube er nicht, dass das zurückgenommen werde.

German Hacker betont, dass die Aurachtaltrasse nur eine "grobe Trassenüberlegung" sei. Es sei völlig offen, ob der Radschnellweg über der Schiene oder daneben gebaut werde. "Bei der Planung werden dann alle sinnvollen Varianten überprüft."

Mit einem Vorschlag Konrad Körners können dann alle leben. Er regt an, in dem Beschlussvorschlag von einem "Trassenkorridor" zu sprechen und den Passus "unter Beibehaltung der bahnlichen Widmung" mit aufzunehmen.

"So war es ohnehin beabsichtigt", meint German Hacker und betont, an eine Entwidmung der Strecke sei keinesfalls gedacht. "Aber ein Radschnellweg ist kein Hexenwerk, das lohnt sich schon für zehn oder 15 Jahre. Und ja, dieser wird sich eines Tages dann vielleicht einer Bahn unterordnen müssen."

Mit der neuen Formulierung gibt es nur eine Gegenstimme von Christian Schaufler (FW).

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