Beagles auf der Jagd nach Duftspuren

12.8.2015, 08:58 Uhr
Birgit Hoepffner kümmert sich mit Hingabe um ihre Beagles, die für die Schleppjagden des Vereins „Frankenmeute“ gezüchtet werden. Es ist ein friedliches Hobby: Lebendes Wild verfolgen die Hunde schon längst nicht mehr.

© Foto: Niko Spörlein Birgit Hoepffner kümmert sich mit Hingabe um ihre Beagles, die für die Schleppjagden des Vereins „Frankenmeute“ gezüchtet werden. Es ist ein friedliches Hobby: Lebendes Wild verfolgen die Hunde schon längst nicht mehr.

Jürgen Hoepffner ist Präsident der „Frankenmeute“, eines Vereins mit rund 70 Mitgliedern, die aus ganz Süddeutschland kommen und sich mit Hund und Pferd diesem Hobby verschrieben haben. Die Parforce-Jagd auf lebendes Wild sei in Deutschland seit 1934 verboten, erzählt Birgit Hoepffner, die sich mit Hingabe um ihre anhänglichen Jagdhunde kümmert. Deshalb jagen bei den Treffen der Jagdgesellschaft die einzelnen Schleppen kein Wild, sondern verfolgen aus Spaß an der Freude ein Pferd samt Reiter (Master), der mit einem ganz besonderen Duft die Aufmerksamkeit der Beagles auf sich zieht. Jagdhornbläser — Jürgen Hoepffner ist einer davon — umrahmen das Ereignis und laden zum Ausklang einer Schleppjagd, nachdem Hunde und Pferde versorgt sind, zur launigen Parforce-Runde ein.

Gebrauchshunde wie ihre Beagles seien selten, berichtet Birgit Hoepffner, weshalb sie sich der Aufzucht dieser Hunderasse in zwei Gehegen in Lauf und einem in Bad Königshofen annimmt. Pro Jahr kommen etwa fünf bis acht Welpen in einem separaten Welpenaufzuchtzwinger zur Welt. Bei den Hoepffners dient hierzu neuerdings ein mit wenigen Handgriffen umgebauter ehemaliger Schweinestall. Nach und nach werden dann die gutmütigen und freundlichen Hunde in drei „Wohngruppen“ auf dem ehemaligen Bauernhofgelände einquartiert.

Jene Wohngruppen müssen mit einem 160 Zentimeter hohen Doppelstabgitterzaun voneinander getrennt werden. Beides, die Gitterzäune und das Einrichten der Welpenaufzucht im Schweinestall, müsse am heutigen Mittwoch vom Bauausschuss der Gemeinde, abgesegnet werden, heißt es, was wohl Formsache sein wird, schließlich wurde am ehemaligen Schweinestall von außen nichts verändert.

„Wir brauchen unsere Beagles ausschließlich für unsere reitsportlichen Veranstaltungen“, erklärt Birgit Hoepffner und verweist auf das uralte Kulturgut dieser jagdlichen Sportveranstaltung. „Dabei sollte man auch noch wissen, dass unser Verein Frankenmeute gemeinnützig ist“, ergänzt sie. Man verdiene also nichts an den Hunden. Da allerdings die Gebrauchshunde „Hochleistungssportler“ seien, was ihrem eigentlichen Wesen entspreche, würden die Beagles ab einem Alter von sieben oder acht Jahren nicht mehr bei der Schleppjagd eingesetzt. Wer dann einen solch gefügigen Hund erwerben möchte, der kann dies bei der Familie Hoepffner tun – „zum Selbstkostenpreis“, so die engagierte Züchterin.

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