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Dienstag, 07.07.2020

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Brücken bei Wiesendorf auf Herz und Nieren geprüft

LGA-Ingenieur untersuchte Brücken über die B 470. Der größte "Feind" der Brücken ist das Streusalz. - 26.06.2020 06:00 Uhr

Bei seiner Arbeit muss Ray Estel, Ingenieur bei der LGA, den Brücken ganz nahe kommen. Mit einem Hammer untersucht er sie auf Schäden. © Foto: Edgar Pfrogner


In ganz Bayern und Sachsen ist Ray Estel unterwegs, um Brücken auf Standfestigkeit, Verkehrssicherheit und Dauerhaftigkeit zu untersuchen. Als der Ingenieur am Donnerstagmorgen erste Blicke auf das Bauwerk wirft, über das Autofahrer über die B 470 von Wiesendorf nach Heppstädt fahren, weiß er schon: "Gravierende Schäden sind hier nicht zu erwarten." Die Brücke aus dem Jahr 1985 ist schon rein äußerlich in einem guten Zustand.

Estel arbeitet bei der Landesgewerbeanstalt in Leipzig, das Staatliche Bauamt Nürnberg hat die LGA mit der Überprüfung beauftragt. Bei den Wiesendorfer Brücken steht heuer die alle sechs Jahre fällige Hauptprüfung an, bei der besonders genau getestet wird.

Die wichtigsten Werkzeuge bei Estels Arbeit sind ein Zollstock, eine Rissschablone - und ein Hammer. Mit diesem klopft er die Brücke akribisch ab, um Schäden wie zum Beispiel Hohlräume aufzuspüren. Lose Teile werden abgeklopft. "Die Schäden messe ich dann aus und dokumentiere sie per Kamera", sagt Estel. Der Auftraggeber bekommt anschließend einen Prüfbericht, der auch empfiehlt, welche Maßnahmen an der Brücke gegebenenfalls ergriffen werden sollten.

Während bei normalen Prüfungen der Hammer das wichtigste Utensil ist, reisen die Fachleute bei der ersten Prüfung nach der Fertigstellung einer Brücke mit weitaus mehr Technik an. Der Beton wird dann zum Beispiel auch mit einem Radargerät untersucht.

Das größte Problem für Brücken ist das Salz in Verbindung mit Wasser, mit dem die Straßen gestreut werden, die über die Brücken führen: "Die aggressive Salzlauge greift den Beton an und führt zu strukturellen Schäden", erklärt Estle. Beton platzt ab, die Bewehrung rostet. Schäden, die letztlich dazu führen, dass die Lebensdauer der Brücke verkürzt wird. An Verfärbungen des Betons erkenne man auch, ob Flüssigkeit in diesen eingedrungen ist.

Untersucht werden aber nicht nur Standsicherheit und Dauerhaftigkeit der Brücke, sondern auch deren Verkehrssicherheit. "Vergeben werden dabei Noten von 1 bis 4", erklärt Estel. Bei der Note 4 müssen sofort Maßnahmen eingeleitet werden - dann wird zum Beispiel das zulässige Höchstgewicht der Fahrzeuge, die darüber fahren dürfen, begrenzt. "Die meisten Vieren gibt es aber bei der Verkehrssicherheit", weiß der LGA-Ingenieur. Etwa weil Geländer nicht mehr der Norm entsprechen oder sogar schon teilweise fehlen.

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