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Montag, 20.05.2019

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Caritas-Erziehungsberater hatten erneut mehr zu tun

Mitarbeiter der landkreisweit tätigen Einrichtung führten 2018 fast 6000 Gespräche mit 1082 Klienten - 27.03.2019 17:07 Uhr

Das unscheinbare Haus in der Anna-Herrmann-Straße in Herzogenaurach ist eine gefragte Adresse für Ratsuchende in Familien-Fragen. © Foto: Ralf Rödel


5975 Beratungskontakte, wie es der Bericht nennt, haben demnach die 13 hauptamtlichen und vier freien Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wahrgenommen. Dies sind knapp 500 (483) mehr als 2017. Die Zahl der Klienten, die bei der Stelle in der Anna-Herrmann-Straße um Rat gebeten haben, ist ebenfalls höher als im Jahr davor: 1082 waren es laut Bericht. 537 Neuanmeldungen, rund 50 mehr als 2017, hat es gegeben, 479 "Fälle" wurden abgeschlossen.

Es sind Beziehungsprobleme, die die meisten Ratsuchenden bewegen. 34,6 Prozent der Fälle fallen unter diese Kategorie, auch dies eine leicht höhere Quote als 2017. Mit den Problemen bei einer Trennung bzw. Scheidung kämpften 22,5 Prozent, und in einer besonderen Belastungssituation steckten 14,5 Prozent der Ratsuchenden.

Für all diese Menschen ist die Beratungsstelle, die es im 41. Jahr gibt, offenbar eine ebenso bekannte wie anerkannte Adresse. Das spricht aus der Statistik der häufigsten "Wegweiser" für den Gang nach Herzogenaurach bzw. zu den Außen-Beratungsräumen in Höchstadt und in Eckental. 38,9 Prozent aller Meldungen geschahen laut Jahresbericht aus eigener Initiative. Sprich, die Beratungsstelle war den Ratsuchenden ein Begriff. In 14,3 Prozent der Fälle haben die Klienten den Hinweis auf die Beratungsmöglichkeit von Verwandten oder Bekannten erhalten. Zusammen fanden so mehr als die Hälfte der Klienten zu den Beratern.

Auf Empfehlung von Ämtern, anderen sozialen Diensten oder vom Familiengericht kamen 23,4 Prozent, immerhin fast ein Viertel. Dies wertet Simone Steiner, die Leiterin der Beratungsstelle, ebenfalls als Zeichen für "die sehr gute Einbettung der Erziehungsberatungsstelle in das regionale psychosoziale Netzwerk".

Die Stelle versteht sich als offener Anlaufpunkt für alle, die im Landkreis wohnen. Das Beratungsangebot ist für Familien, Kinder, Jugendliche, Eltern, Paare und einzelne Erwachsene da, niederschwellig, freiwillig, vertraulich und kostenlos.

Die Stelle hat zwar einen katholisch-kirchlichen Träger, der Jahresbericht betont aber, dass Weltanschauungen eben sowenig eine Rolle in der Arbeit spielen wie Alter, Nationalität oder soziale Lage der Klienten. Der Bericht geht auf viele Details ein. Bei den Beziehungsproblemen zum Beispiel weist er nach, dass deren häufigste, mit denen die Berater/innen zu tun haben, elterliche Konflikte sind, ausgelöst durch Erziehungsfragen.

Mit Problemen bei Trennung oder Scheidung werden die Berater/innen laut dem Jahresbericht in allen Phasen eines solchen schwierigen Prozesses konfrontiert. Bei den besonders Belasteten, die sich deswegen an die Beratungsstelle wenden, ist laut Bericht das dauerhafte Erleben einer Überforderung am häufigsten der Auslöser.

Die Beratung kann, sagt der Bericht in fast der Hälfte aller Fälle nach einer bis drei Sitzungen abgeschlossen werden. Nach vier bis zehn Sitzungen wurde sie in 29,5 Prozent der Fälle beendet.

Außer Beratung betreibt die Stelle nach wie vor auch Präventionsarbeit in insgesamt elf Ressorts. Sie arbeitete auch mit Kindertagesstätten zusammen, veranstaltete laut Bericht 27 Elternabende dort und in Schulen im Landkreis.

Neuerdings beteiligt sich die Stelle auch an "Meine Grenzen — deine Grenzen", einem geschlechtsspezifischen Projekt des Arbeitskreises gegen sexualisierte Gewalt.

Weiter heißt es im Bericht, dass neben der bestehenden Online-Beratung für Jugendliche nun auch Onlineberatung über das Portal des deutschen Caritasverbands angeboten wird.  

rg

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