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Montag, 14.10.2019

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CSU-Stadtrat Konrad Körner tritt bei der Europawahl an

Der Herzogenauracher will Ökonomie und Ökologie miteinander in Einklang bringen - 15.05.2019 06:57 Uhr

„Wir sind alle sehr verschieden, wollen aber etwas zusammen erreichen“: CSU-Stadtrat Konrad Körner im Gespräch über seine EU-Parlaments-Kandidatur. © Foto: Horst Linke


Europa? Europa! "Man hat schon in letzter Zeit gemerkt, wie wichtig das Thema geworden ist", sagt Konrad Körner, "und das nicht nur in Großstädten." Also: "Ich hab’s jetzt einfach mal probiert", entsprechende Signale, nämlich "einen frischen Jungen mit reinzubringen", kamen auch aus der Partei und der Jungen Union. Konrad Körner sieht’s pragmatisch: "Man muss sich in der Politik zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort einmischen."

Grundregeln im Westen

Das Interesse für Europa, ja eigentlich für viel weiter Entferntes war bei Konrad Körner schon frühzeitig vorhanden: "Ich fand es immer schon spannend, andere Kulturen zu entdecken, ich war beispielsweise während der Schulzeit ein halbes Jahr in Neuseeland." Wie die Grundregeln im Westen funktionieren, verstehen, wie Europa im Inneren funktioniert – das findet Körner sehr spannend.

Aber was macht nun Europa für den Politiker Körner aus? Natürlich weiß der 27-Jährige, dass Europa nicht mit der EU gleichzusetzen ist, aber deren Leitspruch "In Vielfalt vereint" komme seiner Sicht auf Europa doch ziemlich nah: "Unsere Identität ist facettenreich: Wir sind alle sehr verschieden, sitzen aber im gleichen Boot und wollen etwas zusammen erreichen." Und das politische Gebilde EU sei das Instrument, um dieses Ziel zu verwirklichen "und man kann mit ihm viel verbessern". Das EU-Parlament in Straßburg jedenfalls sei extrem fleißig: "Es ist mit 46 Sitzungswochen das arbeitsreichste Parlament überhaupt."

Vielleicht aber, meint Konrad Körner, habe sich nach all der Zeit auch ein gewisses Sättigungsgefühl in Sachen Wohlstand eingestellt: "Vielleicht schauen wir einfach zu viel zu und glauben nicht, dass wir noch etwas erreichen können. Woanders hat man diesbezüglich einen ganz anderen Hunger."

Jura studiert

Welche Themen treiben Konrad Körner, den ersten EU-Parlaments-Kandidaten aus Herzogenaurach, um? Sind es Rechtsfragen? Körner hat in Erlangen Jura studiert, in Speyer ein Zweitstudium in europäischem Wirtschaftsrecht folgen lassen und promoviert derzeit. "Landwirtschaft" und "Technologie" gibt er aber als seine Interessensgebiete an. Oder anders ausgedrückt: "Wie kann man Ökologie und Ökonomie miteinander in Einklang bringen? Dafür müssen wir Fantasie entwickeln, brauchen wirklich einen Fortschritt in dieser Richtung." Vor allem brauche es ein funktionsfähiges Parlament: Wenn nach der Wahl eine ungünstige Parteien-Konstellation mit den dann "starken Gegenströmungen" entstünde, könne eine Periode lang alles blockiert werden, "dann passiert nichts und die EU wird in Frage gestellt".

Positiv gestimmt zeigt sich Konrad Körner im Hinblick auf die Wahlbeteiligung: "Die wird letztlich steigen, ich gehe diesmal insgesamt von 60 Prozent, in Bayern von 45 Prozent aus."

96 deutsche Abgeordnete ziehen ins EU-Parlament ein, davon sind 30 Abgeordnete der Union. Wird einer davon Konrad Körner sein? "Auf Anhieb wird das nicht klappen", sagt er, "vielleicht kann ich zu einem späteren Zeitpunkt nachrücken".

Nur keine Aufregung: Am Wahltag selbst, am Sonntag, 26. Mai, ist Konrad Körner vormittags erstmal im Gottesdienst als Kommunionhelfer und dann beim Drei-Türme-Fest am Quiche-Stand als Verkäufer eingeteilt. Am Nachmittag fährt er "vielleicht" mit seinen Wahlkampfhelfern nach München, zum Spitzenkandidaten Manfred Weber. Aber: "Ergebnisse kommen ja erst Anfang der Woche."

MANFRED KOCH

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