CSU trauert um Vordenker Horst Körner

13.9.2012, 18:27 Uhr
Horst Körner (Mitte) begrüßte im Januar 2011 zum CSU-Neujahrsempfang seinen Freund und ehemaligen Mitarbeiter Georg Fahrenschon, der damals bayerischer Finanzminister war. Links im Bild der CSU-Ortsverbandsvorsitzende Kurt Zollhöfer.

Horst Körner (Mitte) begrüßte im Januar 2011 zum CSU-Neujahrsempfang seinen Freund und ehemaligen Mitarbeiter Georg Fahrenschon, der damals bayerischer Finanzminister war. Links im Bild der CSU-Ortsverbandsvorsitzende Kurt Zollhöfer. © Edgar Pfrogner

Körner litt an einer heimtückischen Krankheit, war aber zuversichtlich, diese meistern zu können, sagte Alt-Bürgermeister Hans Lang, der ihn erst kürzlich besucht hatte. „Er war ein wertvoller Kollege und Mensch, der eine große Lücke in den Reihen der CSU hinterlässt“, so Lang. Dessen Gedanken sind bei Körners Frau Antje sowie den drei Kindern Konrad, Eva und Rudolf.

Der Verstorbene war „gelernter“ Diplom-Kaufmann und hatte sich eine eigene Firma aufgebaut. Als Unternehmensberater war er vor allem ein Experte für den kommunalen Sektor und öffentliche Haushalte. Einer seiner Mitarbeiter und Freunde war der ehemalige bayerische Finanzminister Georg Fahrenschon, der jetzt Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes ist.

Hans Lang war Körner freundschaftlich verbunden und glaubte nach dem Besuch in der Klinik, „der Horst gewinnt den Kampf gegen die Krankheit“. Um so schwerer sei der Schlag gewesen, als er von dessen Ableben informiert wurde. Lang lobte Körners Zuverlässigkeit, Engagement und Bereitschaft, „immer da zu sein, wenn etwas los war“.

Schwerer Schlag

„Ich bin schockiert, das ist ein ganz schwerer Schlag für das Stadtratsgremium und die Stadt. Meine Gedanken gelten Körners Familie. Das muss ich erst einmal verarbeiten.“ So reagierte Bürgermeister German Hacker auf die traurige Nachricht.

Seit Jahren schon arbeiteten die beiden im Stadtrat zusammen, wenngleich sie politisch anderen Lagern angehören. Hacker, der fünf Jahre jünger als Körner ist, kannte diesen schon von früher: „Wir sind gemeinsam groß geworden und ich habe ihn stets hoch geschätzt.“ Gemeinsam habe man für die Stadt gekämpft, so Hacker, der Körner bewusst als Stellvertreter in den Aufsichtsrat der Herzo Werke holte. Denn: „Körner galt über alle Parteigrenzen hinweg als sehr kompetent.“

Der Burgstaller Bezirksrat Walter Nussel verliert seinen Worten zufolge mit Horst Körner einen echten Freund. „Mit ihm hatte ich den meisten Kontakt“, sagte er gegenüber den NN. Gemeinsam sei man in der Jungen Union tätig gewesen und auch in geschäftlichen Dingen habe man stets auf einer Wellenlänge gelegen. „Er hat alles hervorragend gemacht“, betont Nussel. Die Lücke, die mit dem Tod des Freundes in der Fraktion gerissen wurde, sei kaum zu schließen.

Nussel erinnerte daran, dass es Körner gewesen sei, der zusammen mit ihm das Thema Schaeffler-Anbindung wieder aufs Tapet gebracht habe. Überhaupt seien sie beide — Körner und Nussel — in der gleichen Weltanschauung unterwegs gewesen.

„Das tut mir aber leid“, so lautete die erste Reaktion des SPD-Ortsvorsitzenden Dieter Breyer. Körner sei der politische Kopf und die tragende Säule der CSU im Stadtrat gewesen. Breyer schätzte die Klarheit des Fraktionschef. Man habe mit ihm stets in ruhigem Ton reden können, und zu keiner Zeit habe er ihn als Feind oder Gegner betrachtet. „Das haut mich jetzt um“, so Breyer weiter.

„Ich bin erschüttert und mir tut das sehr leid“, so reagierte Körners ideologischer und intellektueller Gegenspieler im Stadtrat, Gotthard Lohmaier (SPD). Für diesen war der Verstorbene „die Stimme der CSU“. Seine guten Passagen in der Diskussion hätten zum Nachdenken angeregt. Die Ausführungen Körners seien rhetorisch geschliffen gewesen. Außerdem lobte der Sozi ihn als „Finanzfachmann mit Durchblick“. Im Dezember wäre Körner zusammen mit Lohmaier für 25 Jahre Stadtratstätigkeit mit der Stadtmedaille in Gold ausgezeichnet worden.

„Als sehr streitbar, redegewandt und kompetent“, so wird 3. Bürgermeister Manfred Welker (Freie Wähler) Horst Körner in Erinnerung behalten. Ihn kennt er noch vom Gymnasium her. Man sei zwar nicht immer einer Meinung gewesen, habe sich aber stets geschätzt. LEO HILDEL

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