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Den Bestattern in ERH geht die Arbeit nicht aus

Mehr Beerdigungen in Höchstadt, der Grund ist aber nicht Covid-19 - 16.01.2021 06:00 Uhr

Johannes Riegler vom gleichnamigen Bestattungsinstitut in Höchstadt hat immer alle Hände voll zu tun.

14.01.2021 © Foto: Paul Neudörfer


"Bei uns ist durchgehende Arbeit da", sagt Riegler. Vom "Krisenmodus", den die Friedhofsverwaltung und das Krematorium Nürnberg wegen der vielen Sterbefälle im Zusammenhang mit Covid-19 vermeldet haben, ist er weit entfernt.

Im Landkreis Erlangen-Höchstadt sind seit Beginn der Pandemie 85 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben, in der Stadt Erlangen 59. Zum Vergleich: in Nürnberg sind es 340. Auch Rieglers Kollege in Erlangen, Georgius Karagiannidis von Bestattungen Himmelreich, meldet: Der Betrieb läuft normal.

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In Höchstadt allerdings gibt es eine kleine Ausnahme. Weil der städtische Bauhof wegen des Lockdowns zwischen den Jahren den Betrieb stark heruntergefahren hat, sind einige Urnen weniger beigesetzt worden. Der Bauhof ist laut Riegler in Höchstadt nämlich zuständig für die Urnengräber.

Die Beisetzungen finden jetzt in den nächsten Tagen statt, und die Angehörigen hätten damit auch nicht viel länger gewartet als die üblichen acht bis zehn Tage, betont Johannes Riegler. Manche Kommunen verzichten im Winter ganz darauf, Urnen in die Erde zu bringen. Denn natürlich erschweren die niedrigen Temperaturen die Arbeit deutlich. Und Erdbestattungen gehen vor, weil die Leichen vor einer Beisetzung nur begrenzte Zeit in ihren Särgen bleiben können.

Vereiste Erddecke

In diesem Jahr ist das Wetter bislang gnädig. Zwar gibt es immer mal wieder Frost, aber der Boden ist noch weich genug, dass die Baggerschaufel der Totengräber problemlos durchkommt. Der 57-jährige Johannes Riegler erinnert sich an ganz andere Winter. "Die dickste vereiste Erddecke, die ich erlebt habe, hatte eine Höhe von 80 Zentimetern." Das war im Jahr 1987. In solchen Wintern kämpfen sich die Totengräber mit Presslufthammern und Kompressoren durch die frostige Erde.

In der Kälte brauchen sie manchmal fast doppelt so lange, um eine Ruhestätte auszuheben, wie in den wärmeren Monaten. Auch wenn ihm in kurzer Zeit mehrere Sterbefälle genannt werden, möchte Riegler die Angehörigen natürlich nicht warten lassen. Da wird es schnell zur zeitlichen Belastung, wenn bei Eis und Schnee alles länger dauert.

Hinzu kommt, dass es typische Phasen gibt, in denen die Menschen sterben. "Bei Vollmond oder abnehmendem Mond haben wir mehr Sterbefälle", sagt Riegler.

CLAUDIA FREILINGER

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