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Der Adelsdorfer Eisweiher ist in Gefahr

Massenhaftes Brotfüttern der Fische und Enten führt zu Krautbewuchs und Sauerstoffmangel im Adelsdorfer Weiher. - 01.07.2020 15:14 Uhr

Reinhard Nagengast (links) und Bürgermeister Karsten Fischkal sorgen sich um den Eisweiher. Jüngst erst musste ein „Mähdrescher“ den Krautbewuchs der Weiherfläche entfernen.

© Foto: Niko Spörlein


Bis vor zwei Jahren gab es in diesem Weiher am Ende der Flurstraße, in unmittelbarer Wohnbebauung, keinen Fischbesatz, nur unzählige Enten schwammen auf dem Eisweiher. Und die wurden im guten Glauben, dass man den Enten damit etwas Gutes tue, von fast jedermann mit Brot gefüttert.

Mittlerweile allerdings nutzen die Fischer den Weiher zum Aufziehen von Karpfen, Zandern und Schleien, sagt Schulz. Meist im März und April würden dort einjährige Fische eingesetzt, ein Jahr lang "gezielt" vom Fischereiverein gefüttert und dann dem Weiher wieder entnommen, um die Fische in die Aisch umzusetzen.

Doch die unkontrollierte und massenhafte Fütterung durch die Bürger schadet. Ins Wasser geschmissene Brötchen führen auch dazu, dass sich auf der Weiherfläche Bewuchs bildet - und zwar so stark, dass das Kraut jüngst, auch mit finanzieller Unterstützung durch den früheren Kreisrat Reinhard Nagengast, von einer Spezialfirma mit einer Art "Mähdrescher" entfernt werden musste. Diese Maßnahme, so Bürgermeister Karsten Fischkal, gehört zu den Unterhaltsmaßnahmen, die vom Pächter, also dem Fischereiverein, getragen werden müssen. Nagengast legte noch was oben drauf, sonst hätten die bereitgestandenen Mittel nicht gereicht.

Doch nicht nur Brot, das in den Weiher geschmissen wird, bereitet dem Fischereiverein Sorgen, sondern auch der bewusst oder unbewusst weggeworfene Müll am Weiherrand. Bierflaschen, Dosen und auch gefüllte Hundekot-Beutel liegen hier herum.

Das größte Problem ist aber der angesprochene Krautbewuchs, der sich sicher wieder entwickeln werde, hieß es. Letztlich könnte der Weiher aufgrund einer solchen Entwicklung wegen Sauerstoffmangel auch kippen. Ganze Brote und Brezen habe man in jüngster Zeit aus dem Wasser gefischt, sagt Nagengast. Die Backwaren würden irgendwann auf dem Teichboden landen und faulen. Ein Prozess, so der Apotheker Nagengast, bei dem wiederum Sauerstoff benötigt werde.

Die Gemeinde und der Fischereiverein richten daher einen dringenden Appell an die Bevölkerung, das zum Schutz der im Wasser lebenden Fische nichts in den Weiher geschmissen werde. "Wir sprechen da auch noch mit dem Fischereiverein, dass möglichst schnell Verbotsschilder aufgestellt werden", kündigte Fischkal an.

Denn erst dieser Tage beobachtete Nagengast, der in der Nähe wohnt, eine ganze Familie, die den Fischen und Enten "etwas Gutes" tun wollte und diese mit Brot fütterten. Er habe sie angesprochen und auf die Gefahr für die Tiere hingewiesen. Das Füttern wurde dann offenbar eingestellt, die Familie wies aber darauf hin, dass es eben keine Schilder gebe, die das Füttern untersagen.

NIKO SPÖRLEIN

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