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Die Höchstadter Alligators haben es "überstanden"

Eishockey-Bayernliga: HEC präsentiert sich auch beim Saisonfinale nur phasenweise konkurrenzfähig - 10.03.2019 21:43 Uhr

Erneut gestolpert: Die Höchstadter Alligators (hier Oleg Seibel/ Mitte) schafften auch am letzten Spieltag der Oberliga gegen den ECDC Memmingen kein Erfolgserlebnis mehr. © Foto: Roland Huber


Nicht kleinzukriegen: Die HEC-Fans feierten ihre Mannschaft zum Saisonabschluss noch einmal lautstark.


Doch nun sind die Memminger guter Fünfter (die Punkte an der Aisch brauchten sie dringend, weil im Fernduell die Selber Wölfe den schon feststehenden Meister EC Peiting mit 5:2 vom Eis fegten), der HEC beendet nach einem tollen Saisonstart und einer völlig frustrierenden Meisterrunde den neunten Platz und muss sich die Playoffs von ferne anschauen.

Im ersten Drittel schienen die Alligators nach dem sang- und klanglosen 1:8 in Rosenheim noch einmal ihre Kritiker Lügen strafen zu wollen. Mit viel Biss gingen sie in die Partie gegen den alten Rivalen aus dem Allgäu. Beide Teams schenkten sich nichts, attackierten sich in der neutralen Zone so heftig, so dass es kaum zu Torszenen kam. Erst in der 9. Minute musste HEC-Goalie Carsten Metz gegen Maximilian Schaffrath einmal sein Können zeigen, in der 15. Minute sorgte Vitalij Aab auf der Gegenseite für Gefahr vor Jochen Vollmer, im Gegenzug wirbelte kurz wieder der ECDC.

Petrak ganz clever

Und als die meisten schon mit einem torlosen ersten Drittel gerechnet hatten, gingen die Alligators tatsächlich noch in Führung: Bei einem Abpraller reagierte Michal Petrak, der eigentlich ungünstig zum Puck stand, ganz clever und bugsierte diesen mit der Rückhand ins Tor.

Doch im zweiten Drittel wurde offenbar, warum die Höchstadter seit Wochen, ja Monaten ein dankbarer Gegner für die Rivalen in Deutschlands dritthöchster Liga sind: Sie hatten ihrerseits durchaus Chancen, ihre Führung auszubauen oder später nach den Memminger Treffern zurückzuschlagen. Aber vorne wollte die Scheibe einfach nicht ins Tor (auch weil die Stürmer wenig Überzeugung in ihre Schüsse legten), und hinten brauchen die Gegner seit geraumer Zeit eigentlich nur auf Fehler des HEC zu warten.

So durfte der starke Litauer Tadas Kumeliauskas unbedrängt an mehreren Verteidigern vorbeilaufen und konnte sich dann die Ecke aussuchen. Beim 1:2 war es noch schlimmer: Der Angriff war eigentlich abgewehrt, aber zwei Höchstadter behinderten sich so ungeschickt, dass der Puck wieder zum Gast kam – erneut Kumeliauskas sagte "dankeschön".

Derart verunsichert, folgten noch zwei Gegentore in diesem Durchgang. Dabei konnte man den Alligators den Willen nicht absprechen. Doch irgendwie ist nicht nur der Wurm drin, er will sogar gar nicht mehr herauskommen.

Die vor dem Schlussdrittel entrollten, eher peinlichen Transparente der HEC-Ultras konterte die kleine Schar der Memminger Fans trocken mit: "Schade Höchstadt, alles ist vorbei." Und wenn man ehrlich ist, ist das für die Mannschaft im derzeitigen Zustand eine Erlösung. Nicht vorzustellen, wie man aktuell in den Playoffs vom Nordmeister Tilburg zerlegt werden würde.

Immerhin gab es am End e noch einen versöhnlichen Ausklang. Unermüdlich vom eigenen Anhang gefeiert, gaben die Alligators auch nach dem frühen 1:5 im Schlussdrittel nicht auf und schafften durch die Routiniers Michael Petrak und Vitalij Aab noch zwei Tore, die das Ganze in einem gnädigeren Licht erscheinen lassen. Aber da hatte Memmingen das Eishockeyspielen eben schon weitgehend eingestellt.

HOLGER PETER

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