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Die Vorzugstrasse für die StUB steht

Favorisierte Streckenführung wurde dem letzten Dialogforum präsentiert - 08.05.2019 17:48 Uhr

Symbolischer Dank an die ehrenamtlichen Mitglieder des Inneren Kreises im Dialogforum: Sie erhielten eine Miniatur-Straßenbahn zur Erinnerung. © Foto: Rainer Groh


Mit insgesamt fünf Varianten der rund 25 Kilometer langen Straßenbahnlinie vom Nürnberger Wegfeld quer durch Erlangen bis zur Endstation nahe dem ehemaligen Herzogenauracher Bahnhof wird der Zweckverband wohl nach Ansbach fahren und deren Prüfung nach raumplanerischen Gesichtspunkten beantragen. Darunter die Trasse, die man nach dem eigenen "Formalisierten Abwägungs- und Rangordnungsverfahren" (FOR) favorisiert.

Diese verläuft vom Wegfeld bis nach Tennenlohe entlang der Bundesstraße 4. In dem südlichen Erlanger Stadtteil hat sich eine Streckenführung dicht entlang der B 4 mit der Haltestelle "Tennenlohe Süd" direkt am Straßenknoten Wetterkreuz-B 4 als günstig herausgestellt. Der Knoten muss umgebaut werden, und wenn sich mit dem für die Straßen verantwortlichen Staatlichen Bauamt eine vernünftige Kostenteilung für den gesamten Umbau finden lässt, will man diese Variante bauen.

In der Erlanger Südstadt führt die Vorzugstrasse zur Anbindung des Siemens Campus statt an der B 4 entlang durch die Friedrich-Bauer-Straße mit einer Haltestelle am Hammerbacher Weg, nach der FOR-Prüfung ein deutlich besserer Weg als der, den man 2012 zur Zuschuss-Rahmenanmeldung ausersehen hatte.

Etwas schlechter schneidet in der Erlanger Innenstadt die jüngst vieldiskutierte "Schleife" weg von der Nürnberger durch die Werner-von-Siemens-Straße und die Sieboldstraße zur Henkestraße und auf dieser Richtung Arcaden und Hauptbahnhof ab. Doch eröffnet sie mit einer Haltestelle am Langemarckplatz Perspektiven für die Erschließung der Universität. Und sie – ihr erstes Stück bis zum "Himbeerpalast" ist ja die alte "Seku"-Trasse – würde im Hinblick auf einen etwaigen Ost-Ast der StUB günstiger liegen.

Kurz, der StUB-Zweckverband überlässt es ganz den Politikern im Erlanger Stadtrat, über den Vorzugs-Streckenverlauf im Zentrum zu entscheiden. Einen Prüfauftrag des Stadtrats hat der Zweckverband für die Strecke in Büchenbach. Ob eine Büchenbacher Spange günstiger ist, muss noch ermittelt werden, sagte Daniel Große-Verspohl, Geschäftsführer des Zweckverbands.

Über diese noch offenen Fragen wird in der Erlanger Stadtratssitzung am 29. Mai entschieden, ebenso über die Vorzugstrasse insgesamt. Am gleichen Abend liegt die favorisierte Trasse auch den Herzogenauracher Stadträten zur Beschlussfassung vor. In Nürnberg entscheidet darüber der Verkehrsausschuss. Mit den Voten der drei Gremien geht es am 7. Juni in den Zweckverbandsausschuss. Dieser schnürt dann endgültig das Bündel für die Fahrt nach Ansbach.

Das Raumordnungsverfahren ist dann – mit nochmaliger öffentlicher Auslegung noch vor den Sommerferien – auf sechs Monate angesetzt. Man erwartet im Dezember das Urteil, ob, wenn ja welche der Trassen, am liebsten die Vorzugstrasse, landesplanerisch passt.

Die nächste Stufe in dem Großprojekt – die StUB ist eins der größten Straßenbahn-Vorhaben der Republik und das erste, das ein Raumordnungsverfahren braucht – ist die über die Straßengenauigkeit hinausgehende Entwurfsplanung, die der Zweckverband nächstes Jahr zur Planfeststellung einreichen will.

Fest in der Vorzugstrasse, da bereits von den betreffenden Stadträten beschlossen, sind zwei echte Schlüsselstellen: Die StUB und auch die Busse Richtung Busbahnhof am Großparkplatz sollen an der Wöhrmühle die Regnitz auf einer neuen Brücke überqueren. Und die Strecke in den Stadtkern von Herzogenaurach wird durch die Rathgeberstraße verlaufen.

Die Gegner der Wöhrmühlbrücke, die Bürgerinitiative für den Erhalt des Wiesengrunds, hatten schon vor Beginn Stellung bezogen. Ihr Pressesprecher Sebastian Rieckeheer machte in der Diskussionsrunde deutlich, dass aus Sicht der Initiative die StUB zwar wichtig sei, aber nicht wichtig genug, den Naturraum Wiesengrund zu zerstören. Der Erlanger Oberbürgermeister Florian Janik konterte, ohne eine neue Brücke sei die StUB nicht förderfähig. Klar sei der Brückenbau ein massiver Eingriff in die Natur, aber dafür, so Janik "kriegen wir eine ganze Menge". Folglich für ihn eine klare Entscheidung.

Rieckeheer hatte auch eine Reaktivierung der Aurachtalbahn als schneller zu verwirklichende Lösung angesprochen. Florian Gräf, Technischer Leiter des Zweckverbands, wies erneut auf die nicht mögliche Einbindung dieser Bahn in die Hauptstrecke hin. Außerdem brächte eine Bahn im Tal eine viel schlechtere Erschließung des Ballungsraums.

Christoph Ewen, der Moderator des Forums, verglich das Projekt mit einer Expedition. Mit dem letzten Dialogforum habe man das Basislager erreicht. Anlass für den Zweckverbandsvorsitzenden German Hacker, Erlangens Oberbürgermeister Florian Janik, Michael Ruf von der Stadt Nürnberg, Geschäftsführer Daniel Große-Verspohl und Technischer Leiter Florian Gräf den Mitgliedern des Inneren Kreises mit einer Mini-Straßenbahn und viel Lob zu danken.

RAINER GROH

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