Doch noch Hoffnung für Gremsdorfs Umgehung?

3.5.2016, 19:02 Uhr
Markus Franke (r.), Sprecher der Gremsdorfer Bürgerinitiative, zeigt Martin Burkert den schmalen, lädierten Gehsteig an der Engstelle in der Ortsdurchfahrt.

Markus Franke (r.), Sprecher der Gremsdorfer Bürgerinitiative, zeigt Martin Burkert den schmalen, lädierten Gehsteig an der Engstelle in der Ortsdurchfahrt. © Foto: Schulte

Von Burkerts Einschätzung hängt vieles ab. Der Nürnberger Sozialdemokrat ist derzeit im ganzen Land unterwegs, um die Verkehrsprojekte zu begutachten, zu denen Einwendungen gemacht wurden. Das sind fast alle, die wie Gremsdorf nur im „weiteren Bedarf“ eingestuft wurden und die nächsten 15 Jahre deshalb leer ausgehen. Burkerts Eindrücke werden in die Verhandlungen einfließen, die im November nach Anhörungen und der Beteiligung der Länder geführt werden. Im Dezember dieses Jahres soll der endgültige Beschluss stehen.

Dann, das steht für Bürgermeister Norbert Walter fest, muss die Umgehung für Gremsdorf als Projekt mit vordringlichem Bedarf eingestuft sein. Rückendeckung bekommt er von den beiden SPD-Abgeordneten MdB Martina Stamm-Fibich und MdL Alexandra Hiersemann. Doch um Parteipolitik soll es nicht gehen. „Wir wollen sachdienliche Lösungen finden“, betonte Burkert. Dafür arbeite man übergreifend zusammen. Wie könnten aber solche Lösungen aussehen? Die Umsiedlung der Hauptstraßen-Anwohner in ein neues Baugebiet, wie beispielsweise vom Bund Naturschutz vorgeschlagen, gehört jedenfalls für die Gremsdorfer nicht dazu. „Wir sind eine intakte Dorfgemeinschaft, die kann man nicht einfach teilen“, sagt zweiter Bürgermeister und Sprecher der Bürgerinitiative für eine beruhigte Hauptstraße“. Der Ortskern müsse erhalten bleiben.

Von drei möglichen Umgehungslösungen, die Gremsdorf entlasten würden, scheint keine ideal. Die „große Umgehung“, die Verlängerung der B 505 von Pommersfelden zur B 470 bei Lonnerstadt, ist bereits seit Jahren vom Tisch. Ihr möglicher Trassenverlauf würde inzwischen mit Höchstadts expandierenden Baugebieten kollidieren. Eine Umgehung im Süden würde nur Gremsdorf entlasten, während von einer Nordumgehung auch Höchstadt profitieren könnte. Und die Nachbarkommune, betont Bürgermeister Walter, wolle man auf jeden Fall mit im Boot haben.

Dass der Bedarf für eine Umgehung da ist, machte eine Besichtigung der Engstelle nahe der Kreuzung im Ortskern deutlich. „Es vergeht kein Tag, an nicht ein Lkw auf den schmalen Gehsteig ausweicht, wenn ihm ein anderer Brummi entgegenkommt“, schildert Franke. Ganz zu schweigen von Passanten mit Kinderwagen oder den Bewohner der Barmherzigen Brüder, die mit Rollstuhl oder Gehwagen dort gar nicht vorbeikommen. Bürgermeister Walter hat all das in schriftlichen Einwendungen schon vorgebracht. Nun hofft er, dass die Argumente in Berlin Gehör finden.

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