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Montag, 24.06.2019

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Doppel-Comeback: Zwei Aufstiegstrainer sollen es richten

Hans-Jürgen Kästl übernimmt die Herzogenauracher Drittliga-Handballerinnen, Udo Hermannstädter das Landesligateam. - 25.05.2019 07:39 Uhr

Vier Männer für die Handballfrauen (von links): Tom Hankel ist Individual- und Torwarttrainer, Udo Hermannstädter coacht die zweite Mannschaft, Hans-Jürgen Kästl die „Erste“ und Andy Ottlo dessen Co-Trainer.


Hans-Jürgen Kästl hatte die Damenmannschaft vor zwei Jahren in die 3. Bundesliga geführt, aber aus beruflichen Gründen hatte der Sulzbach-Rosenberger sein Engagement nach zwei Saisons wieder beendet. Nun hat sich der selbstständige Reiseunternehmer wieder etwas Freiraum verschafft und das dringende Bedürfnis, "die Mannschaft auch einmal in der Liga zu coachen, in die ich sie hinaufgeführt habe".

Als Einzelkämpfer muss er das nicht schaffen. Zwar ist auch Steffi Mittasch, die seinen Vorgänger René Friedrich unterstützt hatte, aus beruflichen Gründen nach München gezogen und steht nicht mehr zur Verfügung, doch mit Andy Ottlo steht ein neuer Co-Trainer parat. Ottlo hat wie sein Bruder Robert die Handballschule bei der CSG Erlangen, nach der Fusion dann beim HCE absolviert und als Aktiver bereits für die TSH-Herren gespielt.

Mehr individuelle Förderung

Und als dritter Mann im Trainerteam wirkt ein weiterer HCE-Experte mit: Tom Hankel soll sich als Individualtrainer darum kümmern, dass sich vor allem die vielen Talente im Team technisch und spielerisch weiterentwickeln – dass dies zuletzt zu kurz gekommen sei, war ein Vorwurf, der seinem Vorgänger unterschwellig gemacht wurde. Zudem ist er auch Torwarttrainer.

Diese Posten bekleidet er beim HCE auch beim Bundesligateam, der U2 23 und der A-Jugend). Ein vielbeschäftigter Mann also, aber weil er viele der Spielerinnen bereits aus der Jugend kennt, hat er den Zusatzjob in Herzogenaurach auch noch angenommen.

Für Kästl also bessere Bedingungen als in seiner ersten Amtszeit. Nach dem Verlust vierer Leistungsträgerinnen (Torfrau Martina Ebersberger, Nina Bestle, Laura Wedrich und Sarah Stephan) sowie der schweren Knieverletzung der zuletzt starken Kreisläuferin Kristin Lang sei erneut der Klassenverbleib das oberste Ziel.

Der Kader wurde bislang mit drei blutjungen Spielerinnen aus der Region aufgefüllt, doch am Donnerstag wurden intern immerhin zwei namhafte Neuzugänge verkündet: Vom Zweitligisten Zwickau kommt Rückraumspielerin Steffi Hopp. Die 23-Jährige kommt ursprünglich aus Uffenheim und kehrt nun in die fränkische Heimat zurück.

Die zweite Neue ist eine Torfrau – und gehört ebenfalls zur Kategorie "definitiv eine Verstärkung". Ihr Name darf aber erst genannt werden, wenn ihr bisheriger (Drittliga-)Klub grünes Licht gibt.

So ist der Kader zwar zahlenmäßig wieder fast auf dem alten Stand, aber wenn Kästl einen Wunsch frei hätte, wäre das ganz klar eine erfahrene Kreisläuferin.

Ansonsten lautet sein Vorhaben, "viel für die Beine zu tun, um den von ihm erhofften Tempohandball durchhalten zu können". Das Angriffsspiel soll variabler werden, es soll der Blick für alternative "Ausstiege" geschärft werden, und die Defensive soll die Gegner vor immer neue Aufgaben stellen.

Man habe zwar weiterhin den vermutlich niedrigsten Etat der Liga, aber Kästl ist überzeugt: "Das Saisonziel ist zu schaffen. Platz sieben in der abgelaufenen Saison ist ein sehr schönes Resultat, aber daran sollten wir uns mit der runderneuerten Mannschaft nicht unbedingt orientieren. Denn die Liga wird ab Herbst sicherlich noch stärker sein als in der abgelaufenen Runde."

Abteilungsleiterin Christine Odemer ist ebenfalls optimistisch: "Nachdem René Friedrich seinen Rücktritt angekündigt hatte, war mein erster Gedanke: HJ. Jetzt haben wir ein super Trainerteam, das mich optimistisch stimmt. Denn es wird keine leichte Saison werden. Weder personell – zu viele Abgänge – noch finanziell. Ich hoffe darauf, dass die Mannschaft mit unserem Pakt zufrieden ist und das Beste aus sich herausholen lässt und dass uns die Fans weiterhin zahlreich unterstützen. Denn Handball muss in einer vollen Halle gespielt werden. Besonders in dieser Liga."

"Urgestein" wieder im Amt

Noch eine Personalie wurde verkündet – und das ist tatsächlich ein "Urgestein", dass die zweite Mannschaft in der Landesliga übernimmt. Udo Hermannstädter hatte viele Jahre die "Erste" betreut und die Bayernliga gebracht und dort etabliert. Dann 2018 die "Zweite" zum Aufstieg in die Landesliga geführt und an Michaela Heckel übergeben, weil er seine Schiedsrichterei intensiver betreiben wollte.

Heckel brachte zwar gute Ergebnisse, doch die Chemie zwischen ihr und der Mannschaft habe einfach nicht gestimmt. Nun habe man sich gar nicht groß auf dem Trainermarkt umgesehen, sondern sich entschieden, dass er gleich übernimmt: "Ich denke, dass ist gut, um da wieder Ruhe hineinzubringen."

Zuletzt hätten gerade die Einsätze von Spielern aus dem Drittligakader in der Landesliga für Unmut gesorgt. Diese seien jedoch für beide Seiten wichtig, das müsse den Spielerinnen der "Zweiten" klar gemacht werden. Hermannstädter: "Das Interesse des Vereins steht immer im Vordergrund." 

HOLGER PETER

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