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Donnerstag, 20.06.2019

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Dreiste Betrügerin in Röttenbach

Sozialbetrug in großem Stil blieb lange unentdeckt - 09.05.2019 17:26 Uhr

Über Jahre hat die Frau Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch vom Bezirk bezogen, obwohl sie wegen ihrer guten materiellen Verhältnisse nicht berechtigt war, Eingliederungshilfe nach einer psychischen Erkrankung zu erhalten. Ins Rollen kam der Fall durch einen Postboten. Er sah die Tochter der Angeklagten auf der Straße und übergab ihr einen Brief des Bezirks, der an ihre frühere Adresse im Elternhaus gerichtet war. Der Inhalt bezog sich auf angebliche frühere Schreiben der jungen Frau. Von einer solchen Korrespondenz wusste diese jedoch nichts und holte sich bei der Erlanger Polizei Rat.

Deren Ermittlungen brachten zutage, dass die nun angeklagte Mutter diese Briefe mit der gefälschten Unterschrift der Tochter verfasst hatte. Außerdem stellte sich heraus, dass die Angeklagte in ihren Anträgen auf Eingliederungshilfe behauptet hatte, sie lebe von ihrem Mann getrennt. Bei genauerer Überprüfung wurde zudem festgestellt, dass auch die eingereichten Belege und Quittungen für eine Haushaltshilfe gefälscht waren.

Die so zu viel bezogenen Leistungen summierten sich auf fast 43 000 Euro. Für das Urteil war jedoch nicht nur die Schadenshöhe Ausschlag gebend, sondern auch die einschlägige Vorstrafe der Angeklagten. Schon 2009 war sie wegen eines ähnlichen Vorgehens gegenüber der Arge mit einem Schaden von 48 000 Euro zu einer Freiheitsstrafe mit Bewährung und Schadenswiedergutmachung verurteilt worden. Da sie dem anstandslos nachkam, wurde Ende 2013 die Strafe erlassen. Doch schon im folgenden Frühjahr machte die Frau erneut unrichtige Angaben über ihre wirtschaftliche Lage. "Ein dreistes Vorgehen", nannte dies Staatsanwältin Julia Schröder, die drei Jahre und drei Monate forderte.

Die Angeklagte räumte über ihre Verteidigerin die Vorwürfe ein. Zu ihrer Entschuldigung brachte die Anwältin noch vor, dass der Antrag auf Eingliederungshilfe vom Bezirk initiiert worden sei. Sie forderte eine Bewährungsstrafe. Angesichts der Rückfallgeschwindigkeit lehnte Gallasch dies ab. lp 

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