Dienstag, 12.11.2019

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Durch die Glasscheibe: Einblicke in die Endoskopie

Günther Beckstein besuchte Medwork in Höchstadt - Geschäftsführer fordert mehrUnterstützung für Mittelstand - 22.09.2009

Glasklar: Am Erfolg von Medwork haben Günther Beckstein und Gerald Fischer gleichermaßen ihre Freude. Allerdings gibt es auch Wünsche an die Politik. © Matthias Kronau


Im Besprechungszimmer «Forum 20», in das sich der ehemalige Ministerpräsident, MdL Christa Matschl und die Firmenleitung zurückziehen, hängt eine große Europakarte. Sie zeigt den unternehmerischen Weg von Medwork auf. «Wir sehen unseren Markt in Europa», erklärt Gerald Fischer. In 20 Ländern sei man bereits aktiv, der Umsatz (bislang ein zweistelliger Millionenbetrag) soll innerhalb der nächsten fünf Jahre verdoppelt werden.

Mit welchen Produkten will die erst elf Jahre alte Firma dies erreichen? Medizinische Geräte für die therapeutische Endoskopie sind es, also jene wunderlichen Gerätschaften, mit deren Hilfe man durch Mund oder Darm tief ins Innere des Körpers gelangen kann, um Krankheiten zu diagnostizieren, Gewebsproben zu entnehmen oder etwa Gallensteine zu entfernen.

Dass bei Medwork Hygiene allerhöchste Priorität hat, bemerkt auch Günther Beckstein, der die eigentliche Produktion nur durch Glasscheiben betrachten kann. Gerade die Medizintechnik, so weiß der CSU-Politiker mit seinen guten Kontakten ins europäische Ausland, sei eine Wachstumsbranche.

Gerald Fischer kritisiert allerdings die mangelnde politische Unterstützung des Mittelstands, wenn dieser versucht, im Ausland Tritt zu fassen. Zwar betont der Geschäftsführer, wie sehr auch seine Firma (67 Mitarbeiter) den Produktionsstandort Deutschland schätzt, doch beim Vertrieb und der Suche nach ausländischen Partnern sei das Wirtschafts- und Steuerrecht im Ausland für Mittelständler oft schwer zu durchschauen. Große Konzerne hätten es da in jeder Hinsicht einfacher.

Lästige Hürden

Die Politik sei aber aufgerufen, Hürden nicht nur bei Investitionen im Ausland zu beseitigen. Auch in Deutschland selbst könne noch viel getan werden. Im Fall von Medwork: Die Abrechnungsmodalitäten bei Endoskopie-Untersuchungen seien nicht mehr zeitgemäß, meint Fischer mit Blick auf die kassenärztliche Vereinigung. Sehr deutlich erinnert Gerald Fischer daran, dass es insbesondere der Mittelstand sei, der nennenswert Gewerbesteuer zahle.

Dies könne man von den Großkonzernen nicht immer behaupten. Dass Medwork in Höchstadt ansässig ist, liegt auch daran, dass die Uni Erlangen und einige Erlanger Firmen vor Jahren die Wiege der Endoskopie gewesen seien. Allerdings arbeitet Medwork derzeit eher mit anderen Kliniken zusammen.

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