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Echte Freundschaft zwischen Aurach und Loire

Schon 30 Jahre gibt es Verbindungen von Herzogenaurach nach Sainte-Luce. - 02.07.2020 11:13 Uhr

Eine der vielen besonderen Begegnungen fand 2001 statt, im Jahr der Tausendjahrfeier Herzogenaurachs. Damals wurden die Freunde aus Frankreich sogar mit Herzogenauracher Wasser getauft – vom damaligen Freundeskreis-Vorsitzenden Erhard Wirth.

© Freundeskreis


Auch für den Verein war es wohl das ruhigste Frühjahr seit der Gründung. Denn wegen der Corona-Beschränkungen konnten die Mitglieder nicht, wie für Mai geplant, mit den Gästen aus Sainte-Luce das Jubiläum des Freundeskreises feiern.

"So bleibt uns nur mit einem Blick ins Vereinsarchiv diese 30 Jahre Freundeskreis Revue passieren zu lassen", schreibt der Verein in einer E-Mail und erzählt Folgendes:

Am Anfang war es eine Gruppe der vhs Herzogenaurach. Diese wurde im Frühjahr 1987 in Saint-Luce so herzlich empfangen, dass die Teilnehmer bald darauf in einem Brief an Bürgermeister Hans Ort vorschlugen, einen "Freundeskreis" Sainte-Luce-sur-Loire zu bilden. Die Gründungsversammlung einer losen Organisation mit 40 Teilnehmern erfolgte am 25. November 1987. Der Freundeskreis war somit schon bei der Gründung der Städtepartnerschaft am 8. April 1988 in Sainte-Luce und am 8. Oktober 1988 bei der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde in Herzogenaurach mit von der Partie.

Am 2. April 1990 wurde aus der dieser Gruppe ein eingetragener Verein. In Sainte-Luce formierte sich 1994 der Partnerverein "Cercle d’Amis Sainte-Luce-sur-Loire/Herzogenaurach".

Erster Vorsitzender in Herzogenaurach wurde "Blacky" Erhard Wirth. Für ihn war diese "deutsch-französische Freundschaft auf Bürgerebene" eine Herzensangelegenheit. Er machte sie sich mit außerordentlichem Engagement und Einfühlungsvermögen zur Lebensaufgabe. Er leitete den Verein mit großem Erfolg bis zu seinem plötzlichen Tod im Jahre 2011.

Dieses Amt in seinem Sinne weiterzuführen, war und ist das Bestreben der beiden darauffolgenden Präsidentinnen Monique Wirsing und Christa Nitschke.

 

Gräben überwunden

 

Nitschke: "Das Hauptanliegen unseres Vereins ist der Austausch mit den Bürgern von Sainte-Luce. Einmal im Jahr finden unsere Begegnungen wechselweise in der Partnerstadt oder in Herzogenaurach statt. Es ist eine Erfolgsgeschichte! Dank dieser Städtepartnerschaften kann man sich heute kaum noch vorstellen, wie tief die Gräben zwischen Franzosen und Deutschen noch vor 40 Jahren waren. Viele Kontakte und langjährige Freundschaften sind entstanden, nicht zuletzt, weil die Gäste immer privat in ihrer Gastfamilie untergebracht sind und am Familienleben teilnehmen.

Der Freundeskreis kann auf rund 33 Begegnungen mit durchschnittlich 45 Gästen und ebenso vielen Gastgebern zurückblicken. So ist mit der Zeit bei Ausflügen und beim gemeinsamen Feiern ein einzigartiges Zusammengehörigkeitsgefühl entstanden. Unsere Mitglieder konnten in der Region um Sainte Luce und bei zahlreichen Herbstreisen viel Wissenswertes über Kunst, Kultur und die Geschichte Frankreichs erfahren."

Nur einige der vielen schönen Erinnerungen sollen erwähnt werden:

Die Feste im Don-Bosco-Saal, auf dessen Bühne sich auch andere Vereine wie zum Beispiel der KCH, die Grenzmark und die Bückeberger Trachtengruppe den französischen Gästen präsentierten.

Ein Boule- und Palets-Turnier auf dem Square Herzogenaurach in Sainte-Luce. Der Square Herzogenaurach wurde schon im Mai 1993, zum fünften Jubiläum der Städtepartnerschaft, eingeweiht.

Das Canton-Fête in Sainte-Luce und Carquefou mit weiteren europäischen Partnerstädten.

Ein Besuch im Freizeitpark Puy de Fou 2007, bei dem die Freunde von einem Unwetter schier davongeschwemmt wurden – und das gemütliche Aufwärmen danach im privaten Kreis.

Das Fest der Kulturen 2002 anlässlich der 1000-Jahrfeier der Stadt Herzogenaurach. Die Herzogenauracher marschierten mit den französischen Freunden, fröhlich Luftballons in bleu-blanc-rouge schwenkend, beim großen Festumzug mit.

Immer wieder ein Erlebnis waren die unbeschwerten Stunden am Strand des Atlantiks in der Vendee. Die Herzogenauracher wiederum freuen sich dann über die Begeisterung der französischen Gäste für die fränkische Biergarten-Kultur.

Unvergessen bleibt auch das Fest zu 25 Jahren Freundeskreis. Auch an den offiziellen Jahrestagen der Jumelage war der Freundeskreis alle fünf Jahre mit dabei, zum Beispiel mit dem deutsch-französischen Chor anlässlich der Feier zu 30 Jahren Städtepartnerschaft.

Intensive Eindrücke aus der Partnerstadt und ihrer Umgebung nehmen auch die Teilnehmer der Sprachwochen mit nach Hause. Im jährlichen Wechsel lernt eine französische Gruppe, betreut von den Freundeskreis-Mitgliedern, Deutsch bei der vhs. Im darauf folgenden Jahr besuchen bis zu 15 Teilnehmer einen Französischkurs in Sainte-Luce, organisiert vom "Cercle d’Amis".

Der Freundeskreis würde sich wünschen, dass auch andere Vereine aus Herzogenaurach wieder Kontakte nach Sainte-Luce knüpfen, besonders beim Jugendaustausch. Aktuell hat der Freundeskreis 130 Mitglieder.

InfoNähere Infos: http://www.freundeskreis-herzo-ste-luce-loire.de/

nn

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