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Eggert-Weiher in Röttenbach: Wer zahlt die Sanierung?

Gemeinderat informiert über hohe Kosten und mögliche Umlage auf Bürger. - 11.12.2019 06:00 Uhr

Die Baggerarbeiten bei der Weihersanierung machten im August auch die Kinder neugierig. Jetzt waren die Kosten Thema im Gemeinderat.

10.12.2019


Ingenieur Bernd Ernst erläuterte kurz die rechtlichen Grundlagen und informierte auch anhand einer Bilddokumentation des "Eggert"-Weihers die Räte umfassend über den aktuellen Stand. Grundsätzlich müsse der Wasserabfluss gesichert und Mindesttiefen eingehalten werden. "Anwohner haben Unterhaltsmaßnahmen zu dulden – nach allgemeiner Empfehlung des Landesamtes für Umwelt zirka alle zehn Jahre", so der Ingenieur weiter.

In Abstimmung mit dem Werkleiter der Gemeinde, Heinz Weber, habe man sich nach diesem trockenen Frühjahr und Sommer entschlossen, den Weiher umzusetzen, sprich die sogenannten Verlandungen zu beseitigen, Böschungen und Dämme zu befestigen sowie Zu- und Abflüsse freizulegen.

"Es wurden ausschließlich Unterhaltsmaßnahmen des bestehenden Fischteiches gemacht, das hat nichts mit Regenrückhaltung zu tun, denn dieser Weiher hat aktuell keine solche Funktion", betonte Bernd Ernst. Zunächst war man von rund 10 000 Euro Kosten ausgegangen, nach aktueller Schätzung liegen diese bei 35 800 Euro – ein Betrag, der angesichts der Massen an Material, die bewegt wurden, durchaus im Rahmen sei, meinte der Ingenieur, der auch für die Gestaltung des Rathausplatzes zuständig war.

Ausmaße "nicht absehbar"

Der Auftrag für die Maßnahme wurde an die Firma Schickert vergeben. SPD-Gemeinderat Lothar Saulich fragte kritisch nach, warum die Unterhaltsmaßnahme zu diesem Zeitpunkt notwendig und dafür kein Gemeinderatsbeschluss erforderlich war, und ob durch den zweiten geplanten Schritt, den Umbau des Weihers in ein Regenrückhaltebecken – im Zuge des neuen Baugebietes West – nicht insgesamt Mehrkosten entstehen.

"Um Weihersanierungen kümmere ich mich nicht, das liegt in der Kompetenz des Werkleiters, das hat auch etwas mit meinem Führungsstil zu tun", stellte Ludwig Wahl fest. "Bisher habe ich immer alleine über den Unterhalt unserer Weiher entschieden," bestätigte Heinz Weber, "dass es dieses Mal solche Ausmaße annimmt, war nicht absehbar."

Zu Mehrkosten komme es nicht, antwortete Bernd Ernst, denn durch die Nutzung der günstigen Witterung hätte man den notwendigen Unterhalt nicht billiger bekommen können. Die Aufwendungen für diese Maßnahme und der mögliche Umbau in ein Regenrückhaltebecken könnten aber je nach Gemeinderatsbeschluss zu den Erschließungskosten für das neue Baugebiet gerechnet werden, so der Bürgermeister weiter. "Der Weiher ist für das neue Baugebiet gekauft worden, deswegen ist es für mich keine Frage, dass die Kosten umgelegt werden."

ANDREA RUDOLPH

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