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Sonntag, 15.09.2019

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Ehedrama im Gewächshaus

Theater Tausendkunst begeistert mit Kammeroper "Pimpinone oder Die ungleiche Heirat" - 09.09.2019 16:49 Uhr

Christian Kaltenhäußer gab den Pimpinone, Cornelia Schmid (rechts) schlüpfte in die Rolle der Vespetta. Marla Saris spielte die Rolle des Georg Philipp Telemann. © Foto: Margot Jansen


Der Theatermacher Thomas Herr hatte nicht nur dem Komponisten eine Rolle zugedacht, sondern hat das musikalische Lustspiel in der Welt der Pflanzen angesiedelt.

Telemann liebte nicht nur die Musik, sondern eben auch seine Blumen. Zwei besondere Exemplare – nämlich Pimpinone (Christian Kaltenhäußer) und Vespetta (Cornelia Schmid) – werden zum Leben erweckt.

Es beginnt das uralte Spiel: Hier der alte einsame reiche Mann Pimpinone (Bariton) und dort die junge betörende Kammerfrau Vespetta (Sopran). In ihrer Arie "Wer will mich? Bin Kammermädchen" spielt sie noch die bescheidene, fügsame Bedienstete, aber sie weiß: Pimpinone ist reich, aber auch dumm. Und so setzt sie alles daran, den Auserwählten zu bezirzen. Geblendet von ihrer scheinbaren Tugendhaftigkeit und liebestrunken macht er ihr einen Heiratsantrag.

Jetzt zeigt sie jedoch ihren wahren Charakter: Nur selten ist sie noch zu Hause, geht ihren Vergnügungen nach, will ihre neue Freiheit genießen. Selbst vor Beschimpfungen und Handgreiflichkeiten scheut sie sich nicht.

Aus eigener Erfahrung

Pimpinone ist am Boden zerstört, nur der Verursacher – Telemann – amüsiert sich köstlich und widmet sich leicht zerstreut der Pflege seiner Pflanzen. Telemann hatte sich dieses Thema aus eigener leidvoller Erfahrung ausgesucht, hatte doch seine Frau ein Verhältnis mit einem schwedischen Offizier.

Herbert Dotzauer am Cembalo und Hubert Kreppel am Cello begleiteten musikalisch die Höhen und Tiefen dieser Ehe. Christian Kaltenhäußer und Cornelia Schmid konnten bei diesem barocken Ehedrama nicht nur ihre stimmlichen, sondern auch ihre schauspielerischen Qualitäten voll ausspielen.

Eine stimmige Choreografie und die fantasievollen Kostüme rundeten das musikalische Erlebnis ab. Die Zuschauer im voll besetzten "Theater Tausendkunst" waren begeistert.

InfoWeitere Aufführungen von "Pimpinone oder Die ungleiche Heirat" sind am 13. September sowie 5. und 12. Oktober jeweils um 19 Uhr geplant. 

MARGOT JANSEN

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