Dienstag, 10.12.2019

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Erlangen-Höchstadt: Finanzspritze fürs Krankenhaus Sankt Anna

Landkreis stemmt Defizit in Höhe von 2,16 Millionen Euro. - 18.11.2019 17:04 Uhr

Finanziell gesehen bleibt das Kreiskrankenhaus Sankt Anna in Höchstadt ein Patient, denn ohne den Landkreis, der das Defizit von 2,16 Millionen Euro trägt, wäre eine Erholung kaum möglich.


Das ließ Landrat Alexander Tritthart in der Sitzung des Krankenhausausschusses in Höchstadt wissen. Die Mitglieder empfahlen bei ihrer Sitzung einstimmig den Einzelhaushalt für die Abstimmung im Kreistagsplenum.

Albert Prickarz, der kaufmännische Leiter des Kreiskrankenhauses, legte das umfangreiche Zahlenwerk zur Beratung und zur vorläufigen Beschlussfassung den Ausschuss-Mitgliedern vor und er gab einen groben Überblick über die seit Jahren laufenden Sanierungsarbeiten im Haus, die auch zum wirtschaftlichen Defizit beitrügen. Die "sehr komplexen Baumaßnahmen" seien für alle Beteiligten eine "logistische Herausforderung", von der man erwarte, dass sie im Zeit- und Kostenrahmen bleibe. Es mussten etwa wegen der Zusammenlegung von gleich mehreren "Baufeldern" erheblich mehr Betten (80 stehen planmäßig zur Verfügung) vorläufig unbesetzt bleiben, als dies im Vorfeld geplant gewesen war. Weniger Betten, das wirke sich zwangsläufig auf das wirtschaftliche Ergebnis des Haushaltes aus. So ergeben sich für das Wirtschaftsjahr 2020 voraussichtlich 10,70 Millionen Euro an Erträgen, hinzu kommen eine halbe Million Euro aus Ambulanzen und Arzterstattungen, 876 000 Euro kommen aus Fördermitteln; zusammen mit dem Trägerzuschuss in Höhe von 2,16 Millionen Euro sieht der Wirtschaftsplan 2020 einen ausgeglichenen Haushalt in Höhe von 14,59 Millionen Euro vor. Bei den Ausgaben dominieren die Personalausgaben mit 8,86 Millionen Euro (im laufenden Jahr betragen die Personalausgaben noch 9,34 Mio. Euro), ferner der Materialaufwand mit 3,63 Millionen Euro. Es müssten gemäß Gesetzeslage keine Rücklagen gebildet werden; die Liquidität sei sichergestellt. Prickarz ließ wissen, dass die Endoskopieabteilung samt hochmodernen Gerätschaften inzwischen fertiggestellt ist.

Die Intensivabteilung sei komplett neu aufgebaut, ebenso das Labor. Die neuen Stationsstützpunkte sind in Betrieb genommen, die Spitaleria schon seit Frühjahr 2018 betriebsfertig, die Funktionsbereiche im Erdgeschoss wurden inzwischen übergeben, die Zentralsterilisation sei im Probebetrieb, die Außenanlagen würden demnächst fertig. Auch die ersten Normalpflegezimmer könnten bald eingerichtet werden, das Isolierzimmer für Patienten mit multiresistenten Keimen oder anderen ansteckenden Krankheiten werde ebenfalls bald in Betrieb genommen.

Baldige Erholung?

Dieser "Erneuerungsprozess", so Landrat Tritthart, verbunden mit der Kooperation mit der Universitätsklinik in Erlangen sei "die Voraussetzung für eine zukunftsträchtige und wirtschaftlich tragbare Ausrichtung". Es bleibe abzusehen, ob sich die wirtschaftliche Lage nach Abschluss der Baumaßnahmen, des personellen Umbruchs und der IT-Modernisierung erholen könne. Der Dank gelte den Patienten, der Betriebsleitung und den Mitarbeitern des Kreiskrankenhauses insgesamt, hieß es von allen Seiten.

NIKO SPÖRLEIN

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