Sonntag, 25.10.2020

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Events vor Weihnachten: Kerwa läuft, Adventskalender nicht

Planungen für Kulturveranstaltungen in Herzogenaurach: Testlauf an Martini mit Abstand - 17.10.2020 06:00 Uhr

Wird ein Erinnerungsbild aus dem Jahr 2019 bleiben: der Weihnachtsmarkt in Herzogenaurach mit Publikumsandrang vor der Bühne auf dem Marktplatz beim Lebendigen Adventskalender. Dieser ist in Zeiten der Corona-Pandemie nicht realisierbar.

© Foto: Edith Kern-Miereisz


Während die Martinikerwa von 6. bis 9. November unter Corona-Bedingungen organisiert werden soll, sieht das Amt für Stadtmarketing für den Lebendigen Adventskalender und den Weihnachstmarkt keine Möglichkeiten in Zeiten der Pandemie.

Gerd Lorenz, Leiter des Amts für öffentliche Sicherheit und Ordnung im Rathaus, und Judith Jochmann vom Amt für Stadtmarketing trugen dies dem Haupt- und Finanzausschuss vor, nachdem von Bürgern und Veranstaltern vielfach Fragen gekommen waren.

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Zum Nikolaustag eröffnete Christkind Stella Burkhardt den Herzogenauracher Weihnachtsmarkt mit dem klassischen Prolog. Über 35 Buden, bei denen fränkische Tradition auf Internationalität trifft, zieren den Marktplatz für das Wochenende. Dabei gibt es heimische und internationale Spezialitäten gibt es zu verkosten.


Das Ordnungsamt, das die Martinikirchweih (und die Sommerkirchweih) organisiert, hält die Martinikerwa mit einem Hygienekonzept nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt unter Corona-Bedingungen für möglich.

Die Komponenten: An allen Haupteingängen zum Marktplatz stehen Hygienespender. Ein vierköpfiger Sicherheitsdienst – der finanzielle Aufwand erhöht sich wegen mehr Präsenz von rund 2500 Euro auf 7000 Euro – muss Gedränge verhindern. Es herrscht Abstandsgebot und Maskenpflicht, Besucher müssen "einchecken", an Bratwurstständen ihre Adresse hinterlassen, dürfen nicht mit Essen umherlaufen.

Die Budenstraße wurde ausgedünnt, es gilt ab dem Marktplatz, dem Hauptveranstaltungsort, eine Einbahnregelung. Die Fahrgeschäfte wurden beschränkt. So werden etwa das große Kinderkarussell "Babyflug" und die Losbude fehlen. Gründe seien unter anderem, dass Schausteller ihre Fahrgeschäfte abgemeldet hätten, erklärte Gerd Lorenz.

Der Festbetrieb soll von 11 bis 20 Uhr am Marktplatz laufen, ab 13 Uhr in der Hauptstraße. Einen verkaufsoffenen Sonntag soll es geben.

Die Stadträte im Finanzausschuss befürchteten einerseits "einen großen Run" (Walter Drebinger, CSU) und andererseits Unklarheiten beim Maske-Tragen, etwa beim Gang zur Gaststätte (Bernhard Schwab, CSU). Schwab regte an, eine Lösung zu finden, damit sich Besucher vorab registrieren lassen könnten. Gerd Lorenz sieht die Martinikerwa "als Versuchsballon. Die Security muss Fingerspitzengefühl zeigen".

Es sei "in eine positive Entwicklung hineingeplant worden", referierte Judith Jochmann. Indes sei keine Lockerung der Regularien in Sicht.

Nicht umsetzbar angesichts der Abstandsregeln sei der Adventskalender, bei dem sich Familien mit Kindern dicht vor der Marktplatzbühne drängten. Alles sei geprüft worden: regulierter Zutritt, Klebepunkte, Trennung von Kulinarik und Bühnengeschehen: "Je mehr man ins Detail ging, desto absurder wurde es."

Vor dem Hintergrund, dass viele karitative Weihnachtsmärkte in der Region bereits abgesagt wurden, die Ehrenamtlichen ("bis zur Tassenreinigung") auch ihre Bereitschaft nicht bekundeten, soll der Weihnachtsmarkt "nicht krampfhaft" aufrechterhalten werden. Zumal zu bedenken sei, dass Alkoholausschank verboten werden könnte. Mit einem Lichtkonzept soll daher ein alternatives Adventskalender-Format erstellt werden. Bernhard Schwab regte an, auch Glühweinbuden von Vereinen anzubieten. Geplant wurde überdies eine Reihe alternativer Kulturveranstaltungen mit bemessener Besucherzahl.

INFOMit eingeschränkter Besucherzahl sollen am 15. November ein Konzert des Concertino Ducale realisiert werden, am 13. Dezember ein Festliches Konzert, eine Lesung mit Susanne Fröhlich und Constanze Kleis am 22. Januar, das Feuerbach Quartett am 6. Februar, am 13. Februar eine Konzertlesung mit Helmut Haberkamm. Ein Winterkino im März ist in Planung, ebenso ein Konzept für den Volkstrauertag. Planungen für das Faschingstreiben unterbleiben.

EDITH KERN-MIEREISZ

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