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Dienstag, 15.10.2019

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Familiär und auf hohem Niveau

Schachspieler aus ganz Deutschland trafen sich bei den 30. Seebach-Open zum Turnier - 23.06.2019 16:41 Uhr

Synchron-Grübeln: Die beiden „Seebacher Jungs“ Alexander Seyb (links) und Mario Linsenmeyer, die inzwischen in anderen Vereinen für Furore sorgen.


Bereits am Donnerstag starteten die 128 Spieler in die erste Runde des Turniers. In einem beschleunigten Schweizer System – das ermöglicht, dass nicht jeder gegen jeden anderen antreten muss – wurde in sieben Runden ein Sieger ermittelt.

Es ist ruhig in der Mehrzweckhalle in Großenseebach. Nur ab und zu ist das sanfte Klappern einer bewegten Holzschachfigur zu vernehmen – und das Klicken eines Fotoapparats. Konzentrierte und angespannte Blicke sind hinter den Brettern zu sehen. Spieler aller Altersklassen sitzen sich gegenüber und wollen mit einem klugen Zug und geschickter Taktik den Gegner möglichst matt setzen. Jeder Zug will wohl überlegt sein. Vorausschauend spielen, wissen wie der Gegner reagieren wird und und die eigenen Züge im Blick halten – all das und noch vieles mehr muss ein Schachspieler in Gedanken durchspielen. Denksport auf hohen Niveau.

Bernd Borel, Abteilungsleiter Schach beim FSV Großenseebach, freut es, dass in der sechsten Runde an den ersten beiden Brettern, an denen immer die besten Spieler des Turniers sitzen, die beiden Großenseebacher Eigengewächse Alexander Seyb (startet für den Bundesligisten SF 1903 Berlin) und Mario Linsenmeyer (SK Herzogenaurach) nebeneinander spielen. Der 28-jährige Seyb kam einst über persönliche Kontakte nach Berlin, wohnt aber immer noch in der Gemeinde an der Seebach. "Ich fühle mich als Großenseebacher", erklärt er.

Bielefeld, Leipzig, Karlsruhe oder Mannheim – aus der ganzen Republik waren Schachspieler gekommen. Doch warum nehmen sie alle einen so weiten Weg auf sich? Maximilian Bildt aus Ulm hat sogar einen Brückentag im Job einlegen müssen. Der gebürtige Nürnberger kennt das Turnier von früher, wie er erzählt. Als Jugendlicher habe er das ein oder andere Mal teilgenommen und wollte es in diesem Jahr wieder tun: "Das Ganze hat für mich etwas Nostalgisches." Besonders hebt er – wie viele andere – die Atmosphäre der Open hervor. Denn die Glasfront gen Süden ist eine Seltenheit in einer Mehrzweckhalle und sorgt so für ein angenehm natürliches Licht beim Spiel.

Dass sich die Spieler wohlfühlen, wusste auch Abteilungsleiter Borel zu bestätigen. Jährlich habe der FSV bei den Open etwa 130 Spieler dabei, viele davon seien Stammgäste. Borel sprach von einer "familiären Atmosphäre" des Turniers. "Open" heiße eben "offen" und so könne jeder, egal aus welcher Altersklasse, am Turnier teilnehmen. Begeistert gab er sich auch hinsichtlich vieler Helfer und der Sponsoren des Turniers. Denn es sei keine Selbstverständlichkeit, dass ein solches Turnier stattfinden könne, erzählte er stolz. Außerdem winken Siegern attraktive Preise.

Nach sieben Runden gab es acht Akteure, die ungeschlagen blieben, am Schlusstag konnten weder Sieger Miller noch Seyb ihre Partien gewinnen, so dass sich am Stand nichts mehr änderte.

Endstand: 1. Eduard Miller (SC Erlangen) 6 Punkte, 2. Alexander Seyb (SF 1903 Berlin) 5,5/28,0 Buchholzpunkte, 3. Reinhard Kotz (SK Herzogenaurach) 5,5/27,5, 4. Stefan Liepold (SC Erlangen) 5,5/27,5, 5. Sebastian Hoffmann (SC Noris-Tarrasch Nürnberg) 5,5/26,0, 6. Mario Linsenmeyer (SK Herzogenaurach) 5,0/30,5, 7. Lukas Schulz (SC Erlangen/aus Höchstadt) 5,0/28,5.

MAX DANHAUSER

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