Rauchgasvergiftung

Feuer im Dachstuhl: Gebäude in Röttenbach ist fast komplett zerstört

1.8.2021, 10:37 Uhr
Mit der Drehleiter konnten die Einsatzkräfte das Feuer im Röttenbacher Dachstuhl gezielt bekämpfen.

Mit der Drehleiter konnten die Einsatzkräfte das Feuer im Röttenbacher Dachstuhl gezielt bekämpfen. © Kreisbrandinspektion Erlangen-Höchstadt

Andauernder Sirenenalarm schallte am Samstagmittag durch Teile des Landkreises Erlangen-Höchstadt. Der Grund für die zahlreichen alarmierten Rettungskräfte war ein Hausbrand im Gewerbering in Röttenbach. Gegen 12 Uhr ging ein freistehendes Einfamilienhaus in Flammen auf. "Der gemeldete Zimmerbrand dehnte sich rasch auf den gesamten Dachstuhl des Einfamilienhauses aus und zerstörte nahezu alles", berichtet der Sprecher der Kreisbrandinspektion Erlangen-Höchstadt, Sebastian Weber.

Zwei Hausbewohner hatten anfangs noch versucht, das Feuer selbst zu löschen, mussten aber schnell aufgeben. Als die Feuerwehren aus Röttenbach und Hemhofen-Zeckern eintrafen, forderten sie sofort weitere Einheiten nach.

Ein Schuttcontainer am Obergeschoss erleichterte die Löscharbeiten.

Ein Schuttcontainer am Obergeschoss erleichterte die Löscharbeiten. © Kreisbrandinspektion Erlangen-Höchstadt

Die Feuerwehr Baiersdorf brachte die erste Drehleiter in Stellung, um die Flammen am Dachstuhl gezielt zu bekämpfen. Der Rettungsdienst versorgte die beiden Hausbewohner, einer kam vorsorglich mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus.

Nachdem das Feuer unter Kontrolle war, sorgten Baufachberater des Technischen Hilfswerks Forchheim und einem Fachberater aus Baiersdorf für die Untersuchung der Statik, um den sicheren Zugang zum Gebäude zu überprüfen. Dann konnten die Einsatzkräfte mit Atemschutzgeräten gezielt Glutnester im Obergeschoss löschen.

Einsatz in wechselnden Teams

Mit einer Einsatzzeit von 20-30 Minuten gingen jeweils wechselnde Teams in das Haus. Auch das Wechselladefahrzeug des Landkreises Erlangen-Höchstadt wurde mit dem Abrollbehälter Atemschutz / Strahlenschutz (AB-AS) hinzugezogen. Dieses Fahrzeug des Katastrophenschutzes ist in Herzogenaurach stationiert. Hier sind neben verschiedenster Messtechnik auch Atemschutzgeräte und Material zur Rückführung kontaminierter Ausrüstung verlastet. Einige verfügbare Einsatzkräfte wurden mit Pressluftatmern und Masken des Landkreises versorgt.

Einsatzleiter war Kommandant der Feuerwehr Röttenbach, Sebastian Beck.

Röttenbacher waren sehr hilfsbereit

Der Pressesprecher der Feuerwehr erwähnt auch die große Hilfsbereitschaft in Röttenbach. Eine ortsansässige Zimmerei stellte einen Kran zur Verfügung, an dem eine Schuttmulde an das Obergeschoss befördert werden konnte. Hierdurch wurde Brandschutt ins Freie verbracht, um sämtliche Glutnester im Brandgut gründlich ablöschen zu können. Anwohner und ein naheliegender Supermarkt versorgten die Einsatzkräfte mit Lebensmitteln und Getränken.


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Nach über sechs Stunden Einsatzdauer reduzierte man die Einheiten der Feuerwehr. Nach Absprache mit allen Führungskräften, stellte die örtliche Feuerwehr aus Röttenbach eine Nachtwache vor Ort. Bis zum Sonntagmorgen war die Feuerwehr eingebunden.

Im Einsatz waren über 120 ehrenamtliche Feuerwehrfrauen und -männer, über 50 Atemschutzgeräteträger wurden über Stunden hinweg eingesetzt. Dazu noch Kräfte von THW und Rettungsdienst. Die Polizei sowie der Kriminaldauerdienst haben die Ermittlungen der genauen Brandursache vor Ort aufgenommen.

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