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Sonntag, 15.09.2019

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Football: Rhinos lernen schnell aus ihren Fehlern

Nach 14:41 im Hinspiel gewinnen die Herzogenauracher das zweite Derby gegen die Hemhofen Gechers - 08.09.2019 19:55 Uhr

Kompromisslos, ganz anders als im Hinspiel: Zu dritt haben die Herzo Rhinos (weiße Shirts) den Hemhofener getackelt, dem es regelrecht den Ball aus den Armen reißt. © Foto: Roland Huber


Woran das lag – Rhinos-Headcoach Joachim Gerlach deutet in den feiernden Spielerpulk: "Der Glatzkopf da hat mitentscheidend geholfen." Bei dem "Glatzkopf" handelt es sich um José Ricco vom DFL-Klub Ingolstadt Dukes, der sich seit ein paar Wochen um die Defensivkoordination der Herzogenauracher Neulinge im American Football kümmert – "und die Jungs richtig auf Trab gebracht hat", so Gerlach. Ob der Argentinier bleibt dauerhaft bleibt, darüber müssen noch Gespräche geführt werden.

"Big Joe" Gerlach: "Ich hatte befürchtet, dass wir in der fünfwöchigen Pause aus dem Rhythmus kommen könnten, aber das Gegenteil war der Fall: Die Jungs waren richtig geil aufs Spiel. Die Defense war im entscheidenden Moment immer da, und die Offense hat weniger Fehler gemacht als in Hemhofen, Das war eine richtig starke Teamleistung."

Ganz anders muss sein Gegenüber Thomas Sinner die Partie kommentieren: "Wir haben – und da schließe ich uns Coaches nicht aus – haben heute in den denkbar falschen Momenten die falschen Entscheidungen getroffen. Das war nicht das, was wir eigentlich können."

20 Punkte war bisher der Minusrekord der Gechers-Angreifer, drei sind da schon sehr mickrig. Sinner lobt aber auch die Leistung der Gegner: "Die Rhinos waren heute sehr stark."

Im ersten Durchgang sieht es zunächst so aus, als ob die Gechers den Schwung aus dem Hinspiel trotz fünf Wochen Pause mitnehmen könnten. Yard um Yard arbeitet man sich nach vorne, doch als man eigentlich den Touchdown vor Augen hat, geht der Ball verloren – Herzogenaurach kann sich befreien.

Ein Szenario, das sich am Sonntagnachmittag vor rund 450 Zuschauern mehrfach wiederholen sollte. Danach ist es ein Spiel auf Augenhöhe, die Abwehrreihen haben die Offense Lines im Griff. Ein weiter Pass des Hemhofener Quarterbacks Marcel Breitkopf ist letztlich der Auslöser für die Führung der Rhinos: Oliver Hofmockel fängt das Ei ab – Fachjargon: Interception – und läuft schon sehr weit Richtung Endzone. Wenige Spielzüge später veredelt Breitkopfs Gegenüber Andreas Neumüller mit einem Pass auf Jens Rümmler diesen Ballgewinn zum 6:0, Rümmler selbst sorgt per Kick für den Bonuspunkt.

Hemhofen scheint nur bedingt geschockt, setzt nach. Immer wieder der wuchtige Christopher Fees und der flinke Kai Meister machen Meter. Der Touchdown ist diesmal sogar schon geschafft, doch die Schiedsrichter pfeifen die Gechers wegen eines Fouls zurück. So reicht es vor der Pause nur zu drei Zählern durch ein Fieldgoal von Marcel Keßler.

Nach dem Wechsel geht das zähe Ringen um Raumgewinn weiter. Den Rhinos hilft der frühe zweite Touchdown. Jens Rümmler trägt den Ball bis zur 30-Yard-Linie, dann gelingt Neumüller ein Glanzstück: ein weiter Pass in die Endzone auf Michael Nowak. Auch der Bonuskick von Rümmler sitzt: 14:3.

Hemhofen gerät immer mehr unter Druck, auch die Zeit wird nun zum Faktor. Auch wennd er überragende Running Back Christopher Fees nie so ganz zu bremsen ist, folgt auf seine spektakulären Läufe fast immer ein Rückschlag: Der Ball wird nicht gefangen, springt in die falsche Richtung, der Pass kommt zu weit oder zu kurz, es folgen sogar zwei weitere Interceptions. So können die Rhinos ihre "Savanne", wie Stadionsprecher Manfred Gerlach den heimischen ASV-Platz kurzerhand tauft, leicht sauber halten.

Und Gechers-Coach Sinner formuliert derb: "Wenn das das einzige Fuck-off-Spiel der Rückrunde bleibt, kann ich damit leben. Saisonziel bleibt weiterhin, mehr Siege als Niederlagen einzufahren."

In der Tabelle der Aufbauliga Bayern Nord sind beide Lokalrivalen nun wieder mit 8:6 Punkten gleichauf. Die Herzogenauracher haben nach dem 14:41 gezeigt, dass sie willens und fähig sind, schnell dazuzulernen.

Bildergalerie unter www.nordbayern.de/herzogenaurach 

HOLGER PETER

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