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Gemeinsam lernen

Neue Unterrichtsformen an Grundschulen - 31.07.2012 15:59 Uhr

Sie üben schon mal und haben Schulbücher der ersten und zweiten Klasse in der Hand. Ein Teil der Kinder in Pommersfelden-Sambach wird ab September in den Kombiklassen mit Erstklässlern unterrichtet. Alle sollen davon profitieren. Lehrerin Dagmar Lamprecht wird eine Kombiklasse übernehmen.

31.07.2012 © Ralf Rödel


Im Schulamtsbezirk Bamberg muss man allerdings erst einmal bedauern, dass es dort ab kommendem Schuljahr keine Schule mit flexiblen Eingangsklassen geben wird. Aus verschiedensten Gründen ist das gescheitert. „Aber wir haben Pommersfelden“, sagt Schulrätin Barbara Pflaum in Bamberg. In Pommersfelden/Sambach werden zwei Kombiklassen eingerichtet.

Flexible Eingangsklassen und Kombiklassen – wo ist da der Unterschied?

Kombiklassen sind nicht mehr neu. Erst- und Zweitklässler werden in den ersten beiden Schuljahren gemeinsam unterrichtet, ab dem dritten Jahr trennen sich die Wege. Bei flexiblen Eingangsklassen kommt ein entscheidendes Element dazu. Auch hier wird gemeinsam unterrichtet, doch flexibel heißt, dass man noch mehr auf die individuellen Stärken oder Schwächen der Schüler eingehen kann. Nämlich dadurch, dass ein Überflieger vielleicht schon nach einem Jahr „Flex-Klasse“ in die dritte Klasse kann, ein anderes Kind aber lieber drei Jahre „flexibel“ bleibt, ehe es in die nominelle dritte Klasse kommt.

Es wird darauf verwiesen, dass das bei den Regelklassen und den Kombiklassen im Grunde auch schon geht. Bei den Flex-Klassen gehört es aber grundsätzlich zum pädagogischen Konzept. Das Kultusministerium ist jedenfalls überzeugt vom Erfolg der Flex-Klassen. 20 Grundschulen bayernweit hatten bisher an dem Versuch teilgenommen, jetzt werden es insgesamt 80 sein. Das Ziel war, dass in jedem Schulamtsbezirk mindestens eine Grundschule teilnimmt.

Im Bezirk Bamberg ist das zwar kurzfristig gescheitert, doch die Grundschule Pommersfelden wird ab September mit Kombiklassen starten und befindet sich damit zumindest auf dem Weg zur Flex-Schule.

Schulleiterin Cordula Atzhorn räumt ein, dass es kein ganz einfacher Weg war, die neuen Ideen umzusetzen. „Es ist doch klar, dass es da auch Bedenken gibt.“ Ihre Beobachtung: Während die Eltern der kommenden Erstklässler in der Regel sehr begeistert sind, haben die Mütter und Väter der künftigen Zweitklässler mehr Bedenkzeit benötigt.

Sehr zufrieden

In Pommersfelden hat man nun einen Weg gefunden, „mit dem man sehr zufrieden sein kann“, so Cordula Atzhorn. Es wird zwei Kombiklassen geben sowie eine Regelklasse (2. Klasse). Letztlich war es offenbar so, dass sehr viele Eltern von Zweitklässlern ihre Kinder gerne in eine Kombiklasse geschickt hätten. Aber eben nicht alle. So hat man sich auf den vorliegenden Kompromiss verständigt. Die Schulleiterin ist voll des Lobes, wie manche Eltern letztlich für das Gelingen des Gesamtprojektes zurückgesteckt haben. Cordula Atzhorn ist sich aber sicher, dass die Schulgemeinschaft insgesamt mit dem Projekt wachsen kann.

Im Schulamtsbezirk Erlangen wird es eine „flexible“ Grundschule geben: die Grundschule in Bubenreuth. „Wir haben im November in der Zeitung gelesen, dass der Versuch ausgeweitet wird“, erklärt Schulleiterin Martina Zippelius-Wimmer. Das Kollegium beriet die Lage und war überzeugt, in Bubenreuth damit durchzustarten. „Vieles, was in den flexiblen Eingangsklassen gemacht wird, haben wir ja schon praktiziert.“

Martina Zippelius-Wimmer meint damit beispielsweise Teamarbeit, Wochenplanarbeit, kooperatives Lernen. „Wir machen aus pädagogischer Überzeugung mit.“ Genau wie in Pommersfelden war die Reaktion in Bubenreuth unterschiedlich bei Eltern von Erst- und Zweitklässlern. Im kommenden Schuljahr wird es nun zwei Flex-Klassen sowie zwei Regelklassen (1. Klasse und 2. Klasse) geben.

MATTHIAS KRONAU

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