Dienstag, 25.02.2020

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Gewässer-Nachbarschaftstag in Herzogenaurach

Thema: Wie harmonieren Gewässerunterhalt und Naturschutz? - 07.11.2019 16:44 Uhr

Am Bimbach ging es auch um einen wichtigen „Baumeister“: den Biber. Naturschutz und Interessen der Anlieger müssen abgewogen werden. Immer wieder ist es auch ein Experimentieren, der gegenseitige Austausch der kommunalen Experten daher wichtig. © Foto: André De Geare


Geladen waren Bürgermeister, Mitarbeiter der Bauhöfe und Zweckverbände sowie Behördenvertreter. Auf der Tagesordnung stand der optimale Umgang mit den Bächen und der gemeinsame Erfahrungsaustausch. Eingeladen hatte Gunther Haas vom Wasserwirtschaftsamt Nürnberg. Er ist Gewässer-Nachbarschaftsberater für die Landkreise Fürth und Erlangen-Höchstadt

Die regelmäßigen Arbeiten beim Gewässerunterhalt haben großen Einfluss auf den Naturschutz: Egal, ob die Uferböschung gemäht, die Gewässersohle geräumt oder das Ufer befestigt wird, immer bewegt man sich im Lebensraum zahlreicher Tiere und Pflanzen. Es macht einen Unterschied, ob ein Ufer mit Gehölzen oder Steinen befestigt ist oder ob die Ufervegetation nur einmal oder mehrfach im Jahr geschnitten wird. So entscheidet die Gewässerunterhaltung mit darüber, welche Arten und Lebensräume sich in und am Gewässer entwickeln können. Dafür gab es am Gewässer–Nachbarschaftstag viele praktische Beispiele.

Die Gewässer-Nachbarschaften sind ein Netzwerk auf der Ebene der Landkreise. Rund 55 Gewässer-Nachbarschaftsberaterinnen und -berater führen regelmäßige Gewässer-Nachbarschaftstage durch. Praktiker aus den Kommunen und Pflegeverbänden nehmen daran teil. Die Gewässer-Nachbarschaften Bayern werden vom Umweltministerium und den kommunalen Spitzenverbänden getragen und durch die Wasserwirtschaftsämter unterstützt. Das Landesamt für Umwelt (Augsburg) koordiniert die Arbeit der Gewässer-Nachbarschaften. Zu dem Nachbarschaftstag in Herzogenaurach war daher auch der zuständige Koordinator Timo Krohn gekommen.

In Bayern sind die Gemeinden für rund 90 000 Kilometer Bäche und Gräben, in Herzogenaurach sind es rund 40 Kilometer. Bürgermeister German Hacker betonte: "Der Gewässerentwicklung kommt gerade im Hinblick auf die Anpassungen an den Klimawandel eine große Bedeutung zu. Durch die Schaffung von Retentionsräumen wird der Hochwasserschutz verbessert und die Auswirkungen des Klimawandels abgemildert." Bereits im Jahr 2008 hat die Stadt ein Gewässerentwicklungskonzept für ihre Gewässer III. Ordnung erstellen lassen, das – wo immer Grundstücksverhältnisse dies zulassen – konsequent umgesetzt wird. So wurden in den vergangenen Jahren mehrere Gewässerabschnitte naturnah umgestaltet, wie beispielsweise der Dambach nördlich SC Nord, der Krebsbach in Höfen, der Litzelbach in Burgstall und in Hauptendorf sowie der Bimbach in Haundorf. Uferböschungen wurden aufgeweitet, Uferverbauten entfernt, Sohlrampen gebaut und Bachmäander angelegt.

Am Nachmittag des GewässerNachbarschaftstages begutachtete ein Teil der Fachleute die Renaturierung des Bimbaches in Haundorf.

Der nächste Gewässer-Nachbarschaftstag findet voraussichtlich in Möhrendorf statt. Mehr Infos zu Sinn und Zweck dieser Tage: www.gn-bayern.de.

nn

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