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Großenseebach: "Neuenbürger Weg" wird erschlossen

Das gleichnamige Baugebiet war bereits seit 2012 im Gespräch - 08.09.2019 07:00 Uhr

Die Kanalrohre liegen bereit. Die Erschließung des Baugebiets am Neuenbürger Weg und beidseits der Bergstraße haben dieser Tage nach langem Genehmigungsverfahren begonnen. © Foto: Eduard Weigert


Die Erschließung des Baugebiets am Neuenbürger Weg und beidseits der Bergstraße hat begonnen.

Ein "kompliziertes Baugebiet", wie Martin Hofmann, der Verwaltungsleiter der Verwaltungsgemeinschaft Heßdorf formuliert. Sprich, es hat einiges gegeben, das gegen die Aufstellung des Bebauungsplans Nummer 15 "Neuenbürger Weg" gesprochen hatte, an dem man bereits seit 2012 gedanklich, seit 2017 dann planerisch gearbeitet hat und der im Mai dieses Jahres schließlich genehmigt worden ist.

Das Haupthindernis war der zu erwartende Lärm. Das Gebiet liegt noch in immissionsschutzrechtlicher Hörweite vom Gewerbegebiet, vor allem aber direkt gegenüber einer Tennisanlage. Eine schalltechnische Voruntersuchung 2012 hatte ergeben, dass der Tennisbetrieb so laut werden würde, dass nach den damals geltenden Regeln für sonn- und feiertäglichen Lärmschutz ein bis zu 5,40 Meter hoher Schutzwall hätte gebaut werden müssen. Im März 2018 legte das beauftragte Fachbüro ein nach der neuen Bundes-Immissionsschutzverordnung aktualisiertes Gutachten vor und kommt zum Schluss, dass jetzt die "schalltechnischen Orientierungswerte" – reine Berechnungen – für ein Allgemeines Wohngebiet eingehalten werden.

Bis auf zwei Bauparzellen ganz im Osten. Dort sind die Grenzen für nächtlichen Gewerbelärm überschritten. Der Gemeinderat reagierte darauf, indem er jene betroffenen Grundstücke in ein "Mischgebiet" umwidmete, in dem die Lärmgrenzen weniger streng sind.

Ein Bodengutachten, welches das Planungsbüro wegen der nahen Lindach und des ungewissen Grundwasser-Stands empfohlen hatte, hatte die Gemeinde nicht vorgelegt, als sie nach dem Ratsbeschluss den Bebauungsplan zur Genehmigung im Landratsamt einreichte. Ebenso wenig hatte man den Kreisbrandrat seine vorgeschriebene Expertise zu Brandschutz und Löschwasser-Entnahmestellen abgeben lassen.

Zwei Gründe für eine weitere "Verkomplizierung" des Verfahrens. Das Landratsamt, so bestätigte auf Anfrage dessen Pressesprecherin Hannah Reuter-Özer, vertrat die Auffassung, künftige Grundstückskäufer müssten wissen, auf welchem Untergrund sie bauen. Die Gemeinde, so Martin Hofmann, zog zurück und gab bei einem Bamberger Büro ein Bodengutachten in Auftrag.

Die Geologen fanden Thallium im Boden. Das Schwermetall ist hochgiftig, und es dauerte wiederum eine Zeit nachzuweisen, dass es nicht künstlich in die Erde gegraben worden war, sondern im ganzen Seebachgrund natürlich vorkommt.

Auch der Verdacht auf hohen Grundwasserspiegel bestätigte sich. Bauherren müssen, wenn sie Keller bauen, diese als "Weiße Wannen" ausführen.

Jetzt ist der Bebauungsplan rechtskräftig. Knapp 20 Bauplätze entstehen auf rund 7650 Quadratmetern des insgesamt 0,97 Hektar großen Areals. Die restlichen 2050 Quadratmeter sind öffentliche Flächen, also Straßen, Fuß- bzw. Radwege und sogenanntes "Verkehrsbegleitgrün".

RAINER GROH

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