19°

Freitag, 24.05.2019

|

Hannberg: Stefan Engl lockt mit Schlagern

41-Jähriger aus Niederlindach präsentiert ein Stück heile Welt - 21.11.2018 06:00 Uhr

Stefan Engl auf der Bühne. © Foto: Engl


Auf der Geburtsurkunde von Stefan Engl steht eigentlich Zillich. Und unter diesem bürgerlichen Namen hat er mit einem Kompagnon eine Vereinshymne für die SpVgg Heßdorf getextet und komponiert. "Du bist mein Verein", heißt der Song, den Stefan Zillich und Eddy Süß zusammen in einem Tonstudio eingespielt haben.

Auf der Musikbühne ist Stefan Engl eigentlich ein alter Hase. Sechs Jahre lang tingelte er mit Ehefrau Nicole als Duo "mum" ("Musik und mehr") nicht nur über heimische Bühnen. "Wir waren nicht nur in Franken, sondern auch in Berlin und Dresden und sogar in Österreich auf Tour." So kamen pro Jahr zeitweise über 100 Auftritte zusammen.

Münzen in Hut

Aber trotz dieser Vielzahl kann sich der gelernte Fachangestellte für Bäderbetriebe noch gut an seinen allerersten bezahlten Auftritt erinnern. "Das war in einer Wirtschaft bei einer Kommunionfeier, da habe ich für Geld gespielt." Anschließend sei mit einem Hut seine "Künstlergage" eingesammelt worden.

Noch heute greift er auf Familienfeiern und halb privaten Fanfesten in seiner Musikkneipe im Wohnhauskeller gerne selbst zur Gitarre und spielt "Lieder von früher". Darunter auch englischsprachige Erfolgstitel von den Beatles.

Als Gitarrist ist Stefan Engl ein echter Spätberufener. Das war vor zwölf Jahren. "Ich schnappte mir die alte, verstaubte Framus-Gitarre meines Großvaters, die hat mein Leben wirklich verändert." Engl/Zillich staubte das Instrument ordentlich ab und zog einen Satz neuer Saiten auf das Instrument auf. Die Griffe für das Spielen der Rhythmus-Gitarre brachte er sich selbst bei.

Nach ersten zaghaften Auftritten bei Familien-Feiern bereicherte er schon bald Garten- und Straßenfeste, später kleine und richtig große Kirchweihen mit seinen musikalischen Einlagen. Er trat sogar schon bei der Erlanger Bergkirchweih und dem Nürnberger Volksfest vor bis zu 2000 Besuchern auf. Musikstil: "Das war alles querbeet", sogar von Bryan Adams waren Stücke dabei." Doch irgendwann genügten ihm die gecoverten Stücke anderer Musiker nicht mehr. "Mein Traum ist es, ganz eigene Musik zu machen, und dass es Leute gibt, die deswegen kommen. Das war schon immer mein Herzenswunsch."

Schon jetzt ist klar: Für den Auftritt am Samstag nehmen Fans Anreisen von zwei bis drei Stunden Autofahrt in Kauf. Über die Hälfte der 14-Euro-Tickets haben schon ihren Besitzer gewechselt. An der Abendkasse kostet es drei Euro mehr. Insgesamt ist die Halle am Abend dieses Schlager-Events mit einem einheimischen Solo-Interpreten mit 500 Sitzplätzen bestuhlt.

Natürlich ist Engl ehrgeizig und will berühmt werden. Irgendwann einmal, vielleicht. So die Wunschvorstellung des gebürtigen Erlangers. "Ich möchte nach Michael Holm der nächste Erlanger Schlagerstar werden." Diesem hehren musikalischen Ziel hat der Familienvater — fast — alles untergeordnet.

Für den Hannberger Auftritt des feingliedrigen, smart aussehenden Schlagersängers mit der sanften Stimme werkeln in Hannberg zehn Profi-Techniker sowie jede Menge freiwilliger Helfer.

Die Musik kommt vom Band. Er singt live. Das Playback-Band hat er im Studio seines Schallplatten-Produzenten aus dem Odenwald aufgenommen und abmischen lassen. "Das war ein halbes Jahr Arbeit."

Geboten werden soll den Besuchern eine ausgefeilte Bühnenshow mit effektvollen Lichtelementen. Dort präsentiert er auch zwei Titel der neuen CD: "Mit uns beiden" und "Das Glück trägt deinen Namen". Stimmungsmäßig geht es bei praktisch all seinen Stücken um Liebe, Partnerschaft – und um ein Stück heile Welt.

Das ist, was seine treuen Fans hören wollen. Natürlich alles auf Deutsch. Voraussichtlich im nächsten Frühjahr soll das komplette Album mit fünf eigenen Stücken auf den Markt kommen. Dabei hat der Plattenboss nichts dem Zufall überlassen.

Für den professionellen Schliff sorgen Texter und ein Komponist. Auf der Bühne steht Engl dann allein. Das Paradebeispiel eines Lieblingsschwiegersohnes sagt artig: "Ich heiße zwar Engl, aber meine Fans sind die wahren Engel, die mir Flügel geben."

  

FRANK HEIDLER

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Niederlindach, Hannberg