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Hemhofen diskutiert über Breitbandausbau

Der Gemeinderat ließ sich über mögliche Subventionsmöglichkeiten informieren - 15.04.2021 05:57 Uhr

Westlich des Marktweihers (vorne) im Umfeld der Haustechnikfirma Müller soll das neue Wohngebiet "Schießgarten" entstehen.

14.04.2021 © Nikolaus Spörlein


Zum Thema Breitband und Glasfasernetz lud Bürgermeister Ludwig Nagel den Diplom-Informatiker Andreas Frank von der Bayerischen Breitbandberatung ein, der den bisherigen Stand der Untersuchungen im Gemeindegebiet vorstellte und möglichen Subventionen erläuterte. Grundsätzlich, so Frank, gebe es für den Breitbandausbau unter gewissen Voraussetzungen Förderungen des Bundes und des Freistaates, vor allem für Gewerbegebiete. 105 "förderfähige Adressen" habe man eruiert. Hier liege der Fördersatz bei 80 Prozent, höchstens jedoch 2500 Euro pro förderfähiger Adresse, wenn die Leistung bis jetzt kleiner sei als 100 Mbit /s war.

Unwirtschaftliche Anwesen werden kaum gefördert

Unwirtschaftliche Anwesen, etwa die Klemens-Mölkner-Straße, würden derzeit nicht ausreichend gefördert. Bei 25 "Adressen" in diesem Gebiet errechnete der Experte eine Wirtschaftlichkeitslücke von 302 000 Euro. Auf Grundlage der Markterkundung wurde ein Förderantrag für Gewerbegebiete gestellt, ergänzte der Sitzungsleiter.

670.000 Euro Lücke

Bei der Erschließung des Gewerbegebietes in Zeckern errechnete sich eine Wirtschaftlichkeitslücke von 670.000 Euro. Der Förderantrag bezog sich auf diesen Betrag. Seit Anfang April 2021 liege der positive Bescheid bei der Gemeinde. Die Fördermittelmittel des Bundes belaufen sich auf 50 Prozent; die Fördermittel des Freistaates sollen 30 Prozent betragen. "Man kann ziemlich sicher auch mit dieser Förderung rechnen", meinte Andreas Frank.

Eigenmittel aus dem Steuertopf?

Bei der Glasfasererschließung des Gewerbegebietes würden also Eigenmittel in Höhe von 134 000 Euro benötigt. Das rief Thomas Koch (FW) auf den Plan, der es nicht hinnehmen wollte, dass diese Gelder aus dem allgemeinen Steuertopf zu Lasten der Allgemeinheit genommen werden. In diesem Gewerbegebiet, entgegnete der Bürgermeister, habe man die meisten Gewerbesteuerzahler. Firmen auf der Suche nach neuen Standorten würden sich vor allem am Breitbandausbau orientieren.

Günstigen Anbieter einladen

Da es aktuell lediglich um die Ausschreibung der Leistungen gehe, forderte Benedikt Schneider (FW), man solle den günstigen Anbieter "Deutsche Glasfaser" zu Gesprächen einladen. "Jedes Unternehmen, das die Leistungen ausführen kann, kann auch Leistungsangebote unterbreiten", so Ludwig Nagel, der vor seiner Amtszeit als Bürgermeister bei einem großen Telekommunikations-Unternehmen Experte für den Breitband-Ausbau war. Letztlich beschloss man einstimmig, die Gewerbegebiete Zeckern-Ost und Zeckern-West erschließen zu lassen, wenn die ausstehenden Fördermittel zugesagt werden. Die Verwaltung wurde beauftragt, ein Auswahlverfahren in die Wege zu leiten.

Kein Beschluss zum "Schießgarten"

Zum Wohngebiet "Schießgarten", das westlich des Marktweihers im Umfeld der Haustechnikfirma Müller entstehen soll, gab es keinen Beschluss. Thomas Koch (FW) monierte, dass weitere Informationen fehlen würden. Das Wohngebiet soll in zwei Bauabschnitten entstehen, wobei die Schafscheune in etwa den Trennpunkt zwischen den Abschnitten darstelle. Es umfasst 25 000 Quadratmeter in Privatbesitz, auf denen rund 40 Ein- und Mehrfamilienhäuser mit "ökologischem Grundkonzept" entstehen sollen.

Begrünte Dächer bevorzugt

Schließlich war die Rede davon, dass begrünte Flachdächer bevorzugt werden, das Regenwasser genutzt wird und die bestehenden Grünachsen aufgewertet werden müssten. Ein Nahwärmenetz (Hackschnitzel) im Wohngebiet sei geplant; eine Holzbauweise der Wohnhäuser werde noch überlegt. "Schon alles recht eng bebaut", meinte Monika Rosiwal-Meißner. Vor allem, weil der angrenzte Marktweiher zum Teil aufgeschüttet werden müsse, habe man im Vorfeld auch schon zahlreiche Gespräche mit den Planern, Investoren und den Fachbehörden geführt, betonte der Bürgermeister.

Nur wenige Details

Über die Grund- und Geschossflächenzahl wurde kein Wort verloren, über die Grundstücksgrößen ebenfalls nicht, über weitere Planungsdetails auch nicht. Weshalb der Gemeinderat keine Entscheidungen traf und weitere Gespräche beziehungsweise einen "Runden Tisch" vorschlug.

Bilderstrecke zum Thema

Ein Ort in Bildern: Das ist Hemhofen

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NIKO SPÖRLEIN

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