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Samstag, 24.08.2019

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Hemhofen Gechers triumphieren im Football-Derby

Hähne gewinnen mit 41:14 gegen die nervösen Herzo Rhinos. - 04.08.2019 20:30 Uhr

Nashörner einfangen? Für die Hemhofen Gechers (in rot) an diesem Nachmittag kein Problem. Am Ende besiegen sie die Herzo Rhinos (in weißen Trikots) im Football-Derby klar.


Gechers-Headcoach Thomas Sinner konnte sich nach dem Spielende freuen: "Es ist so gelaufen, wie wir das geplant hatten. Mit unserem Laufspiel haben wir den Rhinos keine Chance gelassen. So etwas kannten sie bisher noch nicht."

Bekanntlich hatten die Herzogenauracher bis zum diesem Sommer nur die fast körperlose Variante Flag Football gespielt, die starke physische Komponente überforderte sie in diesem Derby.

Das räumte auch Sinners Gegenüber Joachim Gerlach ein: "Körperlich waren die Gechers präsenter. Das war eine schmerzhafte Erfahrung. Wir waren viel zu aufgeregt und haben zu viele Fehler gemacht. Da hat man gesehen, dass Football vor allem Erfahrung ist. Und die fehlt uns einfach noch."

Bitterer Beginn

Schon die ersten Minuten sind bitter für die Rhinos: Zwei Hemhofener Angriffe, zwei Touchdowns, Spielstand 13:0 (Marcel Kessler verwandelte nur einen Bonuskick). Mann der ersten Minuten ist Christopher Fees, der mit Wucht und Tempo immer wieder Meter für sein Team macht.

Den ersten Touchdown vollendet er selbst, vor dem zweiten tragen er und Kai Meister den Ball so nahe an die Endzone, dass Lukas Philipp nach einem trickreichen Angriff das Ei ungehindert für die Gechers ins Ziel tragen kann.

Defensiv schwach

Die Herzogenauracher Bilanz bis dahin: defensiv kaum vorhanden, offensiv wird man stets gestoppt, Quarterback Andreas Neumüller sogar "gesackt", das heißt von der gegnerischen Defense vor dem Wurf des Balles zu Boden gerissen – eine meist schmerzhafte, aber vor allem unangenehme Erfahrung, die in der Regel mit viel Raumverlust für das Team einher geht.

Aber nun erwachen die Nashörner. Jens Rümmler gelingt ein sehenswerter Lauf, Niklas Batz bringt den Ball bis kurz vor die Linie, Thomas Hofmann macht den Touchdown perfekt. Der Kick von Marco Würl geht knapp daneben.

Im zweiten Viertel neutralisieren sich die Derbyrivalen lange, gute Offensivaktionen wechseln sich mit misslungenen Fangversuchen ab. Kurz vor Viertelende doch noch etwas für die Ergebnistafel: Die Rhinos müssen den Ball wegkicken, Markus Jautze fängt ihn ab und läuft und läuft und läuft. Nur noch wenige Yards müssen seine Mitspieler überwinden, letztlich macht Kai Meister das letzte "Drüggerla", auch Kessler trifft jetzt wieder. Zur Halbzeit ist die Gechers-Führung dennoch klar: Es steht 20:6.

Unerwartet einseitig

Nach der Pause greifen die Herzogenauracher Rhinos als erstes an, verlieren aber den Ballbesitz früh. Hemhofen macht es anschließend besser: Quarterback Breitkopf täuscht einen Pass an, läuft dann selber los und durch bis zum Touchdown, Kessler erhöht auf 27:6.

Ein erneuter schneller Ballverlust, ein zu hartes Einsteigen von Alex Mishkin, der dafür vom Platz fliegt: Die Rhinos sind nun von der Rolle. Der nächste Touchdown von Caner Arap samt Zusatzpunkt bedeuten die endgültige Entscheidung für die Hähne. Meisters zweiter Touchdown plus Kesslers Bonuskick hüben und Niklas Batz‘ Touchdown plus zwei Extrapunkte durch Flavio Lodeserto drüben beenden schließlich ein unerwartet einseitiges Derby.

"Etwas eindimensional"

Rhino-Coach Joachim Gerlach lobt die Hemhofener nach dem Spielende für "gutes Football, offensiv aber etwas eindminesional". Doch wer gewinnt, hat recht: Die Gechers ziehen ihr Laufspiel konsequent durch. "Mir war klar, dass wir genau auf diese Schwachstelle der Herzogenauracher gehen und kaum Pässe werfen werden", sagt Trainer Sinner. Auch er hat ein Lob für den Gegner parat: "Offensiv haben mir die Rhinos ganz gut gefallen, Das ist eine gute Mannschaft mit Potential." Gegen voll konzentrierte und hungrige Gechers reicht es aber noch nicht. Und so ist am Ende der Partie vor allem das triumphierende Gekrähe der Hemhofener Spieler zu hören. Knapp 450 Fans haben sich dieses Premieren-Derby nach Vereinsangaben angesehen. Keine Frage: American Football zieht momentan Zuschauer an – ob mit oder ohne Landkreis-Rivalität. 

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