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Dienstag, 23.07.2019

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Herzo in Rot und Weiß

Lichtinstallationen zum Kulturfestival werden montiert - 26.09.2018 07:00 Uhr

Bei der Arbeit: Markus Stirn (Mi.) und Klaus Metzler (r.) montieren gerade Strahler an die Fassade des Alten Rathauses. Dazu werden sie von Jürgen Gügel (l.) mit dem Hubsteiger in die richtige Höhe gehievt. © Fotos: Harald Sippel


In der Hauptstraße unterhalb des Alten Rathauses wird gerade das Kulturpavillon aufgebaut, auf dessen kleiner Bühne in den nächsten Tagen Theater, Lesungen, Musik, Tanz und Kabarett zu sehen und zu hören sein wird. Überall schwirren Arbeiter herum. Dazwischen kniet Markus Stirn am Boden und stöpselt ein Elektrokabel im Bodenkasten an. In seiner leuchtend roten Jacke ist er nicht zu übersehen.

Der 40-Jährige bereitet gerade eine Videoinstallation am Türmersturm vor, eine von vielen Lichteffekten, die von Donnerstag- bis Sonntagabend den Entdeckungsraum des Festivals stimmungsvoll illuminieren werden. Das Festival steht unter dem Thema Revolution, die Farbe der Revolution ist Rot. Daher werden die Gebäude zwischen den beiden Türmen entlang der Hauptstraße sowie am Marktplatz in verschiedenen Rottönen leuchten, erzählt Stirn.

Die Obergeschosse der Gebäude werden in Rottöne getaucht und die Dächer heben sich in Weiß ab, erläutert der Lichtexperte. An die beiden Stadttürme werden Videoinstallationen projiziert. So werde beispielsweise am Türmersturm "Phönix aus der Asche" steigen und am Brunnen vor dem Café Römmelt werden "wie von Geisterhand Konterfeis von Revolutionären zu sehen sein", verrät er.

Bunte, nachts beleuchtete Schnecken kriechen an der Fassade des Hotels Krone entlang.


Markus Stirn aus Kronach ist Projektleiter von "Kronach leuchtet", das größte Lichtfestival in Bayern. Licht und seine Wirkung ist seine Passion und sein Beruf. Er beleuchtet historische Gebäude, Kirchen, Schlösser und ganze Stadtkerne und macht Lichtinstallationen für Veranstaltungen. Zwei Wochen lang hat er zusammen mit dem Baukünstler Klaus Metzler über dem Konzept für das hin & herzo-Festival gebrütet, Ideen gesammelt, vor Ort die Lage inspiziert und geschaut, was für das vorgegebene Budget von 15 000 Euro überhaupt realisierbar ist. Das Ergebnis können sich die Herzogenauracher und Festivalbesucher ab Donnerstagabend vier Abende lang anschauen.

Bis dahin wollen Stirn und Metzler bis zu drei Kilometer Kabel verlegen und insgesamt 300 Punkt- und Flächenstrahler installieren. Dabei müssen sie durchaus fantasievoll vorgehen, schließlich gehe es ja nicht, dass für die Beleuchtung Haken in die Wände oder Balken gebohrt werden, sagt Stirn. "Wir sind da sehr kreativ. Am Alten Rathaus befestigen wir zum Beispiel die Strahler an den Haken für die Blumenkästen." Unterstützt werden sie dabei von Jürgen Gügel von den Herzo Werken, der die beiden per Hubsteiger in die Höhe hievt.

"Licht braucht Dunkelheit"

Seit Montag sind Stirn und Metzler mit der Montage ihrer Lichtinstallationen beschäftigt. "Gestern haben wir bis nachts um 1 Uhr gearbeitet." Denn um zu sehen, ob die vielen Strahler auch richtig platziert sind, muss der Abend abgewartet werden. "Licht lebt von der Dunkelheit." Erst dann sehe man, ob zum Beispiel die bunten Schnecken, die an der Fassade des Hotels Krone entlangkriechen, wirklich gut wirken. Die langsamen Tierchen sind übrigens ein Symbol dafür, "dass vieles in Bewegung ist, aber alles auch seine Zeit braucht", erklärt Stirn.

Der Lichtexperte ist gespannt darauf, wie die Lichtinstallationen auf die Festival-Besucher wirken. "Die Leute sollen nachts durch die Straßen und Gassen flanieren und ihre Stadt im neuen Licht entdecken." Er hofft, dass sie dabei neue Ecken und Details entdecken, denn man habe sich bemüht, auch versteckte Erker, Dachkuppeln und Statuen hervorzuheben. "Dinge, die man tagsüber gar nicht mehr sieht, kann man so nachts wieder viel besser wahrnehmen." 

MARIA DÄUMLER

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