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"Herzo Racing" mischt bei "Carrera Profi Liga" mit

Herzogenauracher Verein richtet einen Qualifikationslauf aus - 07.03.2019 13:57 Uhr

Das „Abbruchteam“ des Vereins „Herzo Racing“ bei der Arbeit: Bis zum Renntag der „Carrera Profi Liga“ wird die Vereinsanlage in der alten TSH-Kegelbahn abgebaut und der rund 30 Meter lange „HR Racetrack“ erstellt. © Foto: Draminski


Der Stadtkurs von Monaco, bekannt von ungezählten Rennen der Formel Eins, ist Geschichte. Die Boxengasse existiert nicht mehr, Start und Ziel sind abgebaut und den Fangzäunen macht Dirk C. Hopp gerade den Garaus. Freilich nur in Miniatur, denn der Vorsitzende des Vereins "Herzo Racing" packt kräftig mit an, um die bisherige Vereinsrennbahn beinahe bis zur letzten Schraube zu zerlegen. Hintergrund: Wenn am 15. März in Herzogenaurach der Meisterschaftslauf zur zweiten "Carrera Profi Liga über die Bahn geht, darf der ausrichtende Verein keinen Heimvorteil durch intime Kenntnis der Rennstrecke haben.

Also wird ein neuer Kurs erstellt: "Wir hatten die Auswahl zwischen dem Hockenheim-Ring, dem Nürnberger Norisring und zwei eigenen Entwürfen", erzählt Dirk C. Hopp. Eine der Eigenkreationen machte am Ende das Rennen, aufgebaut wird sie freilich erst am Tag vor der "Carrera Profi Liga"-Ausscheidung, um zu verhindern, dass die Mitglieder von "Herzo Racing" – "Aktive" gibt es derzeit 16 im Verein — den Sieg nur dank besserer Streckenkenntnis davontragen. Laut Dirk C. Hopp ist diese Sorge nicht ganz unbegründet. "Wir haben einmal eine Weiche einen Meter vorverlegt – und schon nach ein paar Runden sind wir die Stelle praktisch ,auswendig’ gefahren und hatten das Gefühl, die Strecke sei schon immer so gewesen", erinnert sich der 47-Jährige.

So stehen am letzten Vereinsabend vor den Faschingsferien auch "nur" die Abbauarbeiten im Vordergrund, denn der neue "Racetrack" wird erst kurz vor dem Meisterschaftsrennen zusammengesetzt. Auch der Abbruch der bisherigen Strecke beschäftigt das "Herzo Racing"-Team allerdings mehrere Stunden, denn aufgrund der völlig anderen Streckenführung ist es nicht damit getan, die leicht zerlegbaren Fahrbahnen und die digitalen Steuerelemente abzubauen. Auch die aus Aluminiumprofilen zusammengesetzten, mit grün beflockten Platten versehenen Trägertische müssen auseinandergenommen und in neuer Anordnung wieder aufgebaut werden. Dirk C. Hopp grinst: "Vor allem die Reihenfolge der Standbeine sollte man immer im Kopf haben, sonst wird es schnell chaotisch."

Nachdem die Vereinsanlage aber sowieso etwa im halbjährlichen Rhythmus umgestaltet wird, gehen die Mitglieder von "Herzo Racing" dennoch sehr zügig und zielgerichtet zu Werke.

"Aus einer Bierlaune heraus"

Gegründet hat sich der "Slotracing"-Verein, der mit Rennautos in den Maßstäben 1/24 und 1/32 fährt, "aus einer Bierlaune heraus", wie es Dirk C. Hopp formuliert. 2010 brachte ihn und seine Familie die Arbeit für einen großen Erlanger Technik- und Medizinkonzern nach Herzogenaurach. Die Frage, ob in den "Weiß noch nicht"-Raum des Hopp-Hauses eine Autorennbahn oder eine Modelleisenbahn kommt, wurde irgendwann mit "beides" beantwortet, die Carrera setzte sich letztlich wegen der Möglichkeit durch, auch zu mehreren Spiel- beziehungsweise "Racing"-Spaß zu haben.

Die Entscheidung für den Marktführer hatte ebenfalls gute Gründe: "Es gibt natürlich auch noch andere Hersteller von Autorennbahnen — aber Carrera ist am innovativsten und bringt jedes Jahr Neuheiten heraus, während sich bei der Konkurrenz oft lange Zeit wenig bis gar nichts tut", führt Dirk C. Hopp aus.

Der Verein "Herzo Racing" wurde 2015 "aus einer Bierlaune heraus" von denen gegründet, die sowieso schon seit Jahren im Hopp’schen Rennbahn-Keller die Temporegler der Mini-Rennautos in der Hand hatten. Bei der Suche nach einem Vereinsheim mit genügend Platz stießen die Rennfans auf die einstige Kegelbahn der Turnerschaft Herzogenaurach, in der sie seit letztem Jahr residieren und wo am 15. März auch die im letzten Jahr erstmals ausgetragene "Carerra Profi Liga" steigt.

Dirk C. Hopp hat mit seiner Begeisterung für Autorennen im Kleinen längst die Familie angesteckt: Sein 19-jähriger Sohn gewann 2018 das Finale der ersten "Carrera Profi Liga" in Oberasbach (Kreis Fürth). Und auch die Tochter hilft schon fleißig mit. Die Fangzäune hat Dirk C. Hopp übrigens selbst gebaut. Weil es nicht alles, was die Realitätsnähe erhöht, fertig im Laden zu kaufen gibt. Auch das Selbermachen gehört zur Faszination. 

Hans von Draminski Springer-Redaktion E-Mail

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