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Herzogenaurach: Schulen wecken Interesse an Europa

Mittelschule und Gymnasium führen Schüler mit Erasmus+ an fremde Kulturen heran - 24.05.2019 09:00 Uhr

Zwei Jahre dauern die Projekte im Rahmen von Erasmus+, bei denen die Herzogenauracher Mittelschüler sich mit Schülern aus anderen europäischen Ländern treffen. © Foto: Mittelschule Herzogenaurach


"Bei uns wird das europäische Motto ,In Vielfalt geeint‘ zwei Jahre lang gelebt", sagt Mittelschul-Lehrerin Ingrid Kieninger. Sie ist Koordinatorin von Erasmus+. Dabei handelt es sich um ein Programm für Bildung, Jugend und Sport der Europäischen Union. Die Mittelschule beteiligt sich an interkulturellen Projekten und arbeitet dabei mit Schulen in vielen Ländern Europas zusammen.

Jeweils zwei Jahre dauert ein solches Projekt, das sich immer einem bestimmten Thema widmet. Aktuell geht es seit September 2018 bei einer Schulpartnerschaft unter dem Titel "Creation and Motivation" um das Schulfach Englisch. "Den Schülern soll durch Aktionen an den Schulen und durch Begegnungen bei den internationalen Treffen die Bedeutung der englischen Sprache als gemeinsame Kommunikationssprache bewusst gemacht und die Motivation für das Erlernen und Anwenden der Sprache gefördert werden", erklärt Kieninger. Die Mittelschule hat sich hierfür mit Schulen in Polen, Kroatien, Rumänien, Griechenland und Lettland zusammengetan.

Neben Planungstreffen der Lehrkräfte führt jede Schule bei sich vor Ort Einzelprojekte durch. So haben in Herzogenaurach etwa Schüler der 6. Klasse Umfragen in den Geschäften über die Bedeutung des Englischen im Einzelhandel durchgeführt. Siebtklässler interviewten Muttersprachler, die in Herzogenaurach leben.

Im Mai reisten fünf Sechstklässler nach Griechenland. Denn die internationalen Treffen sind ein wichtiger Baustein. "Nur so können die Schüler auch die Erfahrung machen, dass eine Fremdsprache für alle nützlich ist", betont Schulleiter Helmut Nicklas. Natürlich stehe bei all dem auch der Europa-Gedanke im Fokus: "Nur was ich kenne, kann ich respektieren. Die Projekte dienen also letztlich dem Abbau von Vorurteilen."

Dass das funktioniert, bestätigen die Griechenland-Reisenden Teresa, Amy, Sophia, Samuel und Daniel. Sie alle hatten sich freiwillig gemeldet, "um besser englisch zu sprechen und Bekanntschaften zu schließen", wie Amy sagt. Daniel wollte auch "das Land entdecken", Sophia "neue Erfahrungen machen".

Die Erasmus+-Projekte könnten helfen, "den Begriff Europa mit Leben zu füllen und für die Schüler greifbar zu machen", ergänzt Lehrerin Ute Schott. "Durch die Langfristigkeit der Projekte entstehen Tiefe und Intensität, da kommt bei den Schülern richtige Europabegeisterung auf", freut sich Ingrid Kieninger. "Und die Schüler erkennen, wofür sie Englisch lernen sollen", meint Werner Först.

Im Dezember 2019 weilen dann 30 Schüler und 15 Lehrer aus allen Projektschulen in Herzogenaurach, werden sich in Workshops austauschen und Ergebnisse vorstellen – natürlich auf Englisch.

Wenn es genehmigt wird, könnte bereits im September 2019 ein neues, zweijähriges Projekt mit Herzogenaurachs Partnerstadt Wolfsberg in Österreich starten. Thema: "Musik überwindet Grenzen".

Bereits seit zehn Jahren verfolgt auch das Herzogenauracher Gymnasium den Europa-Gedanken mit einem Schulbesuch im spanischen Salamanca. Schüler der 10. Jahrgangsstufe verbringen dabei dreieinhalb Monate (von September bis Mitte Dezember) in Spanien. Nach zwei Wochen Sprachschule nehmen sie ganz regulär am Unterricht in einer staatlichen Schule teil. Untergebracht sind die Schüler in Gastfamilien oder studentischen Wohngemeinschaften.

Verantwortlich für das Projekt ist Gymnasiallehrer Martin Schlund-Götz, der dieses freiwillige Angebot vor zehn Jahren auch ins Leben gerufen hat. "Seitdem haben daran schon 75 Schüler teilgenommen", sagt er stolz. "Denn der europäische Gedanke lässt sich vor allem dann am Leben erhalten, wenn Menschen und Kulturen sich begegnen."

Zu Beginn der zehnten Klasse haben die Herzogenauracher Gymnasiasten die Möglichkeit, dreieinhalb Monate lang im spanischen Salamanca zur Schule zu gehen. © Foto: Gymnasium Herzogenaurach


Lisa Hertlein und Friederike Willner haben beide das Abenteuer gewagt. "Man macht Erfahrungen, die einen prägen und an die man sich immer erinnert", erzählt Lisa begeistert. Natürlich sei es zunächst beängstigend gewesen, "aber man wird sehr freundlich aufgenommen". Das bestätigt Friederike. Sie pflegt immer noch Kontakte nach Salamanca. "Und ich bin viel selbstständiger geworden." Beide würden die Reise nach Spanien wieder machen und es ihren Mitschülern auch empfehlen.

Anabel Wächter ist im kommenden Schuljahr dran und freut sich schon: "Das ist eine tolle Chance und eine Wahnsinns-Erfahrung", ist sie sicher. "Ich denke, dass es für die Persönlichkeitsentwicklung gut ist und mir für die Zukunft etwas bringt. Und natürlich möchte ich danach besser Spanisch sprechen."

JEANETTE SEITZ

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